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13.07.2019 - „Die Lage ist sehr gefährlich“

Artikel von Patrick Garber aus www.deutschlandfunkkultur.de

Eigentlich will am Persischen Golf niemand einen Krieg, sagt die Politologin Azadeh Zamirirad. Aber Irans Strategie der schrittweisen Eskalation dort sei äußerst riskant. Und die US-Politik helfe vor allem den Hardlinern in Teheran.

Vor gut einem Jahr sind die USA aus dem internationalen Atomabkommen, das den Iran vom Erwerb von Kernwaffen abhalten soll, ausgestiegen. Seither belegt Washington die Iraner mit empfindlichen Wirtschafts-Sanktionen.

„Eine katastrophale Lehre“ sei die US-Politik maximalen Drucks für das Regime in Teheran, sagt die Politologin Azadeh Zamirirad von der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin. Denn dadurch bekämen im Iran die Hardliner Oberwasser, die wenig von Zusammenarbeit mit dem Westen halten und viel von Eskalation.

Eskalation in kleinen Schritten

Dabei, so Zamirirad, verfolgt der Iran eine Strategie: In kleinen Schritten entfernt er sich von den Auflagen des Atomabkommens. Und will so die Euopäer veranlassen, den wirtschaftlichen Schaden der US-Sanktionen auszugleichen. Wenn das nicht klappt, wollen die Iraner die Vertragspartner mit weiterer Eskalation an den Verhandlungstisch zwingen.

„Eine äußerst riskante Strategie“, meint Azadeh Zamirirad. Denn die Spannungen am Persischen Golf seien inzwischen so groß, dass wenn „ein iranisches Speed-Boot auf einen amerikanischen Tanker zugeht“ die Lage leicht außer Kontrolle geraten könne.

„Eine sehr zynische Politik“

Die „sehr zynische Politik“ von Teilen der US-Administration, durch Wirtschafts-Sanktionen die verarmende iranische Bevölkerung zum Aufstand gegen die eigene Führung anzustacheln, hält Zamirirad für „zu kurz gedacht“. Dafür sei die Angst vor bürgerkriegsartigen Zuständen, vor „einem neuen Syrien oder neuen Libyen“ zu groß.

Azadeh Zamirirad plädiert dafür, das existierende Atomabkommen aufrecht zu erhalten, aber über weitere „Bausteine“ wie das iranische Raketenprogramm oder die Rolle Teherans bei den Krisen in der Region zu verhandeln.

Nukleares Wettrüsten?

Bei einem Scheitern der Diplomatie seien die Alternativen schlimm: Das Risiko von Militärschlägen der USA und Israels, vielleicht auch Saudi-Arabiens gegen iranische Atomanlagen würde deutlich steigen.

Und am Ende könnte ein nuklearer Rüstungswettlauf im Nahen Osten stehen: „Das ist eine Gefahr, die realistisch ist“.

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Karte der nuklearen Welt:

Iran, Israel, Saudi-Arabien, Türkei ...

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