Alles im Plan ...

22.01.2019 - Flamanville EPR-Tests sollen nächsten Monat beginnen

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die heißen Funktionsprüfungen des EPR von Flamanville in Frankreich, die planmäßig vor Ende 2018 hätten beginnen sollten, werden jetzt im Februar 2019 beginnen, sagte EDF gestern. Die Beladung des Kraftstoffs in den 1650 MWe Druckwasserreaktor (PWR) wird noch bis Ende dieses Jahres erwartet.

In einem PWR übertragen Dampferzeuger die Kernwärme des Reaktors vom primären Kühlmittelkreislauf in einen sekundären Kreislauf, wo er zur Erzeugung von Elektrizität verwendet werden kann. Der Sekundärkreislauf ist ein geschlossenes System, in dem der im Dampferzeuger erzeugte Dampf zur Turbine geleitet wird. Sobald es kondensiert ist, wird das Wasser zum Dampferzeuger zurückgeführt.

Eine Qualitätsabweichung an Schweißnähten des Haupt-Sekundärsystems des EPR von Flamanville in der Normandie, Nordfrankreich, wurde am 21. März vergangenen Jahres während der ersten umfassenden Inspektion festgestellt, eine aufsichtsrechtliche Anforderung vor der Inbetriebnahme des Reaktors. Diese Inspektion umfasst eine Überprüfung der Schweißnähte im Primär- und Sekundärsystem und ermöglicht die Festlegung eines anfänglichen Referenzzustands der Anlage, bevor sie in Betrieb geht. Anschließend wurden weitere Abweichungen in Sekundärsystemnähten festgestellt.

Im vergangenen Juli gab EDF an, dass insgesamt 33 Schweißnähte Qualitätsmängel aufwiesen und repariert würden. Weitere 20 Schweißnähte würden nachgebessert, auch wenn sie keine Mängel aufwiesen. Zu diesem Zeitpunkt überarbeitete EDF seine für den EPR Flamanville geplante Inbetriebnahme. Heiße Funktionstests, bei denen das Gerät unter ähnlichen Temperatur- und Druckbedingungen wie die, unter denen es betrieben wird, überprüft werden, hätten im Juli 2018 beginnen sollen, würden aber jetzt noch vor Ende 2018 beginnen, sagte EDF. Die Beladung von Brennstoff in den Kern der Einheit wurde auf Ende 2019 statt Ende 2018 verschoben. Das Unternehmen erhöhte außerdem die angestrebten Baukosten für die Anlage von 10,5 Mrd. EUR (11,9 Mrd. USD) auf 10,9 Mrd. EUR (zum Satz von 2015, ohne Interimszinsen). 

EDF sagte gestern, es werde "den am 25. Juli 2018 angekündigten Aktionsplan für Schweißnähte des Sekundärsystems weiterhin aktiv umsetzen". Es fügte hinzu: "Die 'heißen Tests' sollen jetzt in der zweiten Februarhälfte 2019 beginnen."

Das Unternehmen stellte fest: "Die Teams von EDF und seiner Industriepartner sind nach wie vor voll mobilisiert, um das Beladen von Kernbrennstoffen im vierten Quartal 2019 unter den angestrebten Baukosten für EDF zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme auf 10,9 Mrd. EUR abzuschließen."

Im vergangenen Oktober gab die französische Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit, die Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN), ihre bedingte Genehmigung für EDF zur Inbetriebnahme und Verwendung des Reaktordruckbehälters Flamanville 3 bekannt. Diese Genehmigung beruhte auf der abschließenden Stellungnahme der Regulierungsbehörde vom Oktober 2017, wonach die mechanischen Eigenschaften des Gefäßkopfes und des Bodens des Flamanville 3 EPR-Reaktordruckbehälters ausreichend und daher brauchbar sind. Es folgte im Jahr 2015 die Entdeckung einer Anomalie in der Zusammensetzung des Stahls in bestimmten Zonen des Schließkopfs und Bodens des Reaktordruckbehälters durch Areva NP. Die Zulassung betraf nur das Gefäß und nicht den Verschlusskopf, der laut ASN nicht über 2024 hinaus verwendet werden darf.

Der Bau des EPR von Flamanville begann im Dezember 2007, der kommerzielle Betrieb wurde ursprünglich für 2013 erwartet.

Im Dezember wurde die Einheit 1 des Werks Taishan in der chinesischen Provinz Guangdong als erster EPR in den kommerziellen Betrieb überführt und Taishan 2 soll in 2019 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Olkiluoto 3 in Finnland, der als erster EPR in die Bauphase eintrat, hat heiße Funktionstests absolviert und wird auf die Beladung mit Kraftstoff vorbereitet.

Beim Projekt Hinkley Point C in Somerset, Großbritannien, befinden sich ebenfalls zwei EPR-Einheiten im Bau.

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