Südafrikas Atomausstieg - der nächste Akt im Kampf gegen Korruption und Atomlobby

27.08.2018 - Südafrika stoppt Ausbau von Atomstrom

Artikel aus www.dw.com

Ex-Präsident Zuma war ein großer Befürworter der Atomenergie. In seiner Amtszeit plante Südafrika den Bau von acht weiteren Reaktoren. Die jetzige Regierung setzt dagegen stärker auf erneuerbare Energien.

Sie gab eine Studie in Auftrag, die feststellen soll, ob Atomkraft nach 2030 überhaupt noch zur Deckung des Energiebedarfs notwendig ist, wie Energieminister Jeff Radebe sagte.

Erdgas und Wind sollen es sein

"Bis dahin ist kein Ausbau der Atomenergie angedacht", erklärte der Minister bei der Vorstellung der Regierungspläne zur Energieversorgung. Bis 2030 wolle die Regierung zudem erreichen, dass 65 Prozent weniger Strom durch Kohle erzeugt werde. Stattdessen will sie auf Energie aus Erdgas und Wind zurückgreifen.

Südafrika besitzt als einziges afrikanisches Land ein Atomkraftwerk. Der frühere Präsident Jacob Zuma wollte bis zu acht neue Reaktoren bauen lassen, um die Abhängigkeit von der Kohle zu beenden. Die hohe Milliardensumme, die in das Projekt fließen sollte, hatte jedoch starke Kritik in der Opposition hervorgerufen.

Weniger Strom als früher

Im Februar dieses Jahres trat Zuma nach neunjähriger Amtszeit und einer Vielzahl von Korruptionsskandalen zurück und übergab, wenn auch widerwillig, den Posten an seinen vorherigen Stellvertreter Cyril Ramaphosa. Dieser sprach sich bereits Anfang des Jahres gegen den Ausbau von Atomkraft aus. Ursprünglich sollte mit der Atomkraft auch dem hohen Strombedarf des Landes begegnet werden. Dieser sank allerdings stark und ist nach Angaben des Energieministeriums inzwischen so niedrig wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren.

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