Warum HEU? Die CSU träumt immer noch Franz-Josefs Träume!

20.07.2018 - Diskussion um Forschung mit hoch angereichertem Uran

Artikel aus www.donaukurier.de

Eigentlich sollte der Reaktor in Garching zum 31. Dezember auf niedrig angereichertes Uran umgestellt sein. Doch an diese Frist sieht sich die bayerische Staatsregierung nicht mehr gebunden. Die Grünen und der Bund Naturschutz kritisieren das scharf.

Den Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München darf die Technische Universität München (TUM) wohl auch nach 2018 mit hoch angereichertem Uran betreiben. Eigentlich sollte der Reaktor zum 31. Dezember auf niedrig angereichertes Uran, das nicht atomwaffentauglich ist, umgestellt sein, doch an diese Auflage in der Betriebsgenehmigung fühlt sich die bayerische Staatsregierung nicht mehr gebunden. Sie entfalte keine Rechtswirkung mehr, heißt es in der Antwort des zuständigen Wissenschaftsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen im Landtag. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Der FRM II war im Juni 2004 in Betrieb gegangen und sollte ursprünglich sogar schon bis 2010 umgerüstet werden. Die Verwendung des hochangereicherten Brennstoffs wurde damals um acht Jahre verlängert, da keine Alternative vorgelegen habe, so das Ministerium. Das treffe aktuell ebenso zu, die Umstellung sei „eine weltweit objektiv unmögliche Handlung“.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger kritisierte das Vorgehen am Freitag scharf: „Ich stelle überhaupt keinen Willen fest, an dem Missstand irgendetwas zu ändern.“ Sie fordert, so schnell wie möglich auf die Anreicherungsstufe von 50 Prozent umzustellen. Immerhin könnten Terroristen aus hoch angereichertem Uran Atomwaffen herstellen, „so nehmen wir etwas Brisanz raus.“ Eigentliches Ziel müsse sein, mit einer Anreicherung von weniger als 20 Prozent zu forschen.

Eine Zwischenlösung hält Heiko Gerstenberg, Fachbereichsleiter am FRM II, nicht für sinnvoll. „Der Effekt ist zu klein. Wir konzentrieren uns auf das eigentliche Ziel.“ Es werde wie vereinbart intensiv an einem neuen Brennstoff geforscht, die Wissenschaftler wollen die Atome in dem Uran dafür wesentlich dichter packen. Die Entwicklung sei allerdings noch nicht geglückt - „da war man am Anfang sicher viel zu optimistisch.“ Der Einsatz dieses Brennstoffs werde voraussichtlich erst um 2030 herum möglich sein.

„Wie fahren die Atomkraftwerke in Deutschland runter - aber nicht wirklich. Für die Forschung gelten eigene Regeln“, kritisierte Herbert Barthel vom Bund Naturschutz. Dabei sei das Uran in Garching mit 90 Prozent viel höher angereichert als in zivilen Kernreaktoren. Der FRM II dient Wissenschaft, Industrie und Medizin als Neutronenquelle, mit ihnen werden Materialien untersucht. Barthel plädierte dafür, einen Schlussstrich zu ziehen und auf Alternativen umzustellen, auch wenn die Geräte eventuell kostspieliger seien.

*

Karte der nuklearen Welt:

Es gibt eine Infrastruktur für 'hoch angereichertes Uran' (HEU) in Deutschland,

in Garching bei München, im Freisaat Bayern.

*

Durchsuchen der reaktorpleite.de mit dem Suchbegriff: Strauß

*

Durchsuchen der reaktorpleite.de mit dem Suchbegriff: Euratom

*

Forschungsreaktor FRM II

*

Weiter zu: Zeitungsartikel 2018

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

Spendenaufruf

- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm' herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.

- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.

- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto:

BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

 

GTranslate

Afrikaans Arabic Belarusian Bulgarian Chinese (Simplified) English Finnish French Georgian Hebrew Hindi Indonesian Japanese Lithuanian Malay Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Thai Turkish
block3.jpg