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90 Millionen Quadratmeter

18. November 2020 - Eon sieht riesiges Potenzial für Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern

Artikel aus www.manager-magazin.de

Mit zusätzlichen Solarenergieanlagen auf Dächern könnte man in Deutschland theoretisch acht Kohlekraftwerke ersetzen, rechnet der Versorger Eon vor - wären da nicht politische Hürden.

Der Energiekonzern Eon sieht beim Ausbau der Solarenergie in Deutschland noch großes Potenzial auf den Dächern von Supermärkten, Möbelhäusern und Lagerhallen. Insgesamt 90 Millionen Quadratmeter gewerblicher Dachfläche eignen sich für Fotovoltaik-Anlagen, wie Eon am Mittwoch auf Grundlage eigener Berechnungen mitteilte. Theoretisch könnten dort demnach Anlagen mit einer Kapazität von 6750 Megawatt entstehen, "was einer Leistung von acht Kohlekraftwerken entspricht".

"Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern bringen erneuerbare Energien in die Stadt und nutzen bestehende Flächen bestmöglich zum Erreichen der Klimaschutzziele, erklärte der Konzern. Dafür müsse in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) allerdings "eine Gleichbehandlung von Dach- und Freiflächenanlagen" geschaffen werden.

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12. November 2020 - Nina Scheer: Kein Atomstrom nach 2022!

Artikel aus www.loz-news.de

Zur heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) über die Entschädigungsregelungen für Atomkonzerne erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer:

„Auch mit dem Beschluss des BVerfG über die Änderungen des Atomgesetzes von 2018 zu Entschädigungen von Atomkraftwerksbetreibern gilt der Ausstieg im Jahr 2022 fort und ist nicht verhandelbar. Eine Neuregelung zu Reststrommengen darf und wird zu keiner Atomstromgewinnung nach 2022 führen. Im Zweifel werden weitere Entschädigungen zu leisten sein.

Dies und der Beschluss des BVerfG insgesamt offenbaren erneut, wie unverantwortlich die von Schwarz-Gelb im Jahr 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerungen waren. Der einst unter Rot-Grün beschlossene Atomausstieg hatte über viele Jahre Bestand und wurde vom BVerfG als verfassungskonform bestätigt. Er stellte Weichen für einen energiewirtschaftlichen Systemwandel und schuf Planungsperspektiven auch für Erneuerbare Energien. Mit der Laufzeitverlängerung vom 28.10.2010 verwarf Schwarz-Gelb diesen Energiewende-Weg, ohne dass es hierfür eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit gegeben hätte. Mit den Laufzeitverlängerungen wurde zudem ein Mehr an Risiken und ein Mehr an Atommüll in Kauf genommen. Allein die Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 veranlasste Schwarz-Gelb zum rot-grünen Atomausstieg zurück zu kehren.

Schwarz-Gelb hat der Allgemeinheit durch diesen Zick-Zack-Kurs ein Milliardengrab an Entschädigungspflichten und Rechtsstreitigkeiten hinterlassen. Wenn daraus nun mit dem Beschluss des BVerfG eine noch höhere Entschädigungslast resultiert, zeigt dies erneut, wie gemeinwohlschädlich und verfehlt die schwarz-gelbe Entscheidung zu Atomkraftwerk-Laufzeitverlängerungen war

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10. November 2020 - RWE und EON vor Wiedereinstieg in AKW-Bau: Beteiligung via Urenco an AKW-Plänen in England

Artikel aus www.oekonews.at

Pläne für Modulreaktoren in den Niederlanden - Deutsche Bundesregierung stimmt Urenco-Plänen trotz Atomausstieg zu

RWE und EON planen über ihre Beteiligung am Urananreicherer Urenco einen Wiedereinstieg in den Neubau von Atomkraftwerken. Konkret geht es nach einer Meldung von Urenco vom 28. Oktober um den Einstieg Urencos in ein Konsortium unter der Führung von EDF Energy zum Bau des geplanten Atomkraftwerks Sizewell C an der englischen Nordsee-Küste. In den Niederlanden plant Urenco nach einem Bericht der niederländischen Zeitung Tubantia vom 4. November den Bau eines sog. Modulreaktors mit bis zu 300 MW Leistung. Ende September hatte die niederländische Regierung allgemein angekündigt, neue AKW bauen zu wollen. Darauf reagieren jetzt Urenco, RWE und EON. Einer von drei benannten AKW-Standorten ist Eemshaven an der Nordsee, unmittelbar gegenüber von Borkum. Der dortige Bürgermeister kündigte bereits rechtliche Schritte an.

Für alle AKW-Baupläne von Urenco besitzt die deutsche Bundesregierung aufgrund internationaler Verträge die Aufsichtspflicht und damit verbunden ein Veto-Recht. RWE und EON besitzen ein Drittel der Anteile am Urananreicherer Urenco, die zwei anderen Drittel gehören dem britischen und dem niederländischen Staat. Deutsche und niederländische Anti-Atomkraft-Initiativen sind von den AKW-Plänen entsetzt und fordern von Urenco, RWE und EON den sofortigen Abbruch dieser Planungen sowie ein Veto der deutschen Bundesregierung. Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen zudem entschlossene Proteste an.

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04. November 2020 - EU-Klimaziele - Energiewende auf polnisch

Artikel von Reinhard Lauterbach aus www.jungewelt.de

Warschau macht sich zum Türöffner für US-Atomkonzerne in Europa. Aufträge über 15 Milliarden Euro für amerikanische Nukleartechnik vorgesehen

Polen will in den nächsten zwanzig Jahren insgesamt sechs neue Atomkraftwerke bauen. Das beschloss die Regierung im Oktober, kurz bevor die Proteste gegen das Schwangerschaftsunterbrechunsgsurteil des Verfassungsgerichts die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in eine andere Richtung lenkten. Die Gesamtkosten des Atomprogramms werden zum jetzigen Zeitpunkt auf etwa 35 Milliarden Euro bis 2040 geschätzt. Polen erhofft sich, dass etwa die Hälfte dieser Summe von der Europäischen Union (EU) zugeschossen wird. Ihrerseits plant die Regierung in Warschau allerdings, den Großteil des Investitionsvolumens nicht in Europa anzulegen, sondern in den Vereinigten Staaten. 

Am 19. Oktober unterzeichneten der polnische Regierungsbevollmächtigte für die strategische Energieinfrastruktur, Piotr Naimski, und sein US-Kollege, Energieminister Danny Brouillette, ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit beider Länder in der Entwicklung des polnischen Atomsektors. Es sichert US-Nuklearkonzernen Aufträge im Umfang von 15 Milliarden Euro über die nächsten 15 Jahre. Wenige Wochen zuvor hatten sich die Vereinigten Staaten auch den Zuschlag für zwei geplante Atomkraftwerke in Rumänien gesichert, nachdem die dortige Regierung Verhandlungen mit einem chinesischen Anbieter abgebrochen hatte. Verkauft wurde das Abkommen in Polen auch als Beitrag zu dessen »Energiesicherheit«. Dass das Land damit die bestehende Abhängigkeit von russischem Erdgas, das nach 2022 nicht mehr bezogen werden soll, durch eine doppelte Abhängigkeit von den USA ersetzt – bei Atomtechnologie und Flüssiggas – fällt zumindest öffentlich niemandem auf.

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Was können die heutigen Protestbewegungen FFF, die Umweltschützer, Robin Wood, die Waldschützer von den Alten lernen oder auch umgekehrt?

31. Oktober 2020 - Als der Protest über die Politik siegte

Artikel von Franz Alt aus www.sonnenseite.com

Wyhl, Wackersdorf, Gorleben. Drei Atom-Großprojekte, die Milliarden Steuergelder verschlangen, ohne je fertiggebaut zu werden – der Anti-Atomkraft-Bewegung sei Dank. Unser Autor gehörte damals noch nicht dazu, er ist erst 1986 nach dem Super-GAU von Tschernobyl aufgewacht.

Das Kernkraftwerk Whyl

Schon 1973 wurde des AkW Whyl am Kaiserstuhl geplant. Die „Kraftwerks Union“ wollte zwei Druckwasser-Reaktoren mit einer Leistung von 1200 und 1300 Megawatt bauen. Schon kurz nach der Ankündigung begannen 27 Bürgerinnen und Bürger aus Whyl gegen den Bau zu protestieren. Bald darauf gründeten sie in der Umgebung bei Freiburg und im angrenzenden Elsass Anti-AKW-Initiativen. Ihre ersten Gründe für die Ablehnung: Das Kühlwasser des AKW könne den Rhein aufheizen und sein biologisches Gleichgewicht gefährden. Vor allem aber sollte das Rheintal kein „zweites Ruhrgebiet“ werden. 1974 erhoben bereits 89.000 Menschen Einwendungen gegen die Atom-Pläne.

Der damalige CDU-Ministerpräsident Hans Filbinger schwadronierte: „Ohne Whyl gehen noch in diesem Jahrzehnt in Baden-Württemberg die Lichter aus“. Ich lebe schon immer im „Ländle“ und kann versichern, dass mir hier noch immer ein Licht aufgegangen ist. Ähnlich sah das Problem auch Filbingers Nachfolger Lothar Späth, der mir in einem Interview in „Report Baden-Baden“ sagte: „Wir brauchen Whyl gar nicht“. Er hatte klugerweise von der Protest-Bewegung gelernt. Also wurde der Bauplan erst auf 1993 verschoben, danach auf das Jahr 2000 und acht Jahre nach Tschernobyl ganz begraben.

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Kernenergie gegen Klimawandel

25. Oktober 2020 - Wäre es klüger, bei Atomkraft zu bleiben?

Artikel von Benjamin Konietzny aus www.n-tv.de

Die Zeit drängt. Deutschland hat sich beim Kampf gegen den Klimawandel viel vorgenommen und will den Ausstoß von Kohlendioxid massiv senken. Wäre es da nicht klug, den CO2-armen Strom aus Atomkraftwerken einfach weiter zu nutzen?

Deutschland muss dringend CO2 einsparen - jedenfalls, wenn das Land die Ziele erreichen möchte, die von der Bundesregierung beschlossen wurden. So soll die viertgrößte Volkswirtschaft der Erde in schon knapp neun Jahren, im Jahr 2030, 55 Prozent weniger Treibhausgase als im Jahr 1990 produzieren. Die Stromerzeugung ist in Deutschland der größte Einzelposten auf dieser CO2-Rechnung. Wäre es da nicht klug, eine vorhandene Technologie weiter zu nutzen, die vergleichsweise wenig Treibhausgase freisetzt? Wäre es nicht vernünftig, die deutschen Atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen, um die Klimaziele zu erreichen?

... Die Stahlindustrie etwa, die hierzulande für rund ein Drittel aller industriellen Emissionen verantwortlich ist, rechnet damit, dass eine CO2-neutrale Stahlproduktion bis 2050 "technisch erreicht werden kann" - so steht es in einem Positionspapier der Wirtschaftsvereinigung Stahl aus dem vergangenen Jahr. Für die dafür nötigen rund 130 Terawattstunden Strom, rechnet der Verband vor, müssten in Deutschland etwa 12.000 zusätzliche der großen 5-Megawatt-Windkraftanlagen installiert werden. Das ist noch einmal eine deutliche Steigerung des Bestands von derzeit knapp 30.000 Anlagen.

Ungeklärt ist außerdem weiterhin, wie die Elektrizität aus dem windigen Norden dorthin transportiert werden soll, wo sie benötigt wird. Gleiches gilt für die großen Photovoltaik-Anlagen. Der Ausbau der Stromtrassen stockt seit Jahren

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Keine Brennelemente für Akw in Belgien

19. Oktober 2020 - Gericht stoppt Export nach Doel

Artikel aus taz.de

Etappensieg für AKW-Gegner*innen: Die Brennelement-Fabrik in Lingen darf das umstrittene belgische AKW vorläufig nicht beliefern, entschied ein Gericht.

Die Atomkraftgegner*innen aus dem Rheinland, die juristisch gegen den Export von Brennelementen aus der deutschen Fabrik in Lingen ins belgische Uralt-AKW Doel vorgegangen sind, haben einen Etappensieg errungen: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat am Freitag entschieden, dass die Transporte bis zu einer Entscheidung im Hauptverfahren nicht stattfinden dürfen.

„Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt hin zu einem Schutz der Bürger und Bürgerinnen gegen die Gefahren, die mittels Brennelementen aus Deutschland vom Betrieb ausländischer Pannenreaktoren ausgehen“, kommentierte Cornelia Ziehm, die Rechtsanwältin des Klägers, den Beschluss.

Die Reaktoren Doel 1 und 2 gelten wegen zahlreicher Störfälle als besonders gefährlich. Die Laufzeitverlängerung bis zum Jahr 2025 war vom Europäischen Gerichtshof für unrechtmäßig erklärt worden, weil auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet worden war. Weil eine Stilllegung angeblich die Energieversorgung in Frage stelle, hatte das belgische Verfassungsgericht den Weiterbetrieb im März dieses Jahres trotzdem genehmigt.

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Klimaschutz

13. Oktober 2020 - Wer auf Kernkraft setzt, reduziert keine Emissionen

Artikel aus www.energiezukunft.eu

Die Kernenergie taugt nicht als Alternative beim Klimaschutz. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kamen Forscher, die Daten aus 123 Ländern ausgewertet haben. Nur Länder, die konsequent auf Erneuerbare Energien setzen, reduzieren ihre Emissionen.

Um den Treibhausgasausstoß zu reduzieren, wird die Kernenergie immer wieder als Alternative zu fossilen Energieträgern oder als Ergänzung zu Erneuerbaren Energien diskutiert. Auch der IPCC betrachtet in seinen vielfältigen Szenarien mögliche CO2-Einsparungen durch den Ausbau der Kernenergie, gibt jedoch keine politischen Empfehlungen für oder gegen den Ausbau. Erst jüngst haben die Niederländer für ihr Land die Kernkraft als Option wieder ins Spiel gebracht. Die Regierung hatte eine Studie zur Wirtschaftlichkeit von Atomkraftwerken in Auftrag gegeben und erwägt den Bau von drei Kernkraftwerken.

Dabei zeigen die jüngsten Erfahrungen vor allem eines: Explodierende Kosten beim Bau von Atomkraftwerken und jahrelange Bauverzögerungen. Der Druckwasserreaktor im Kernkraftwerk in Flamanville beispielsweise sollte 3,3 Milliarden Euro kosten und 2012 fertig sein. Die Inbetriebnahme wurde zuletzt auf 2023 verschoben. Die Baukosten werden dann bei rund 19 Milliarden Euro liegen.

Der Bau von Hinkley Point C in Großbritannien ist ein ähnliches Desaster. Die beiden Druckwasserreaktoren sollten 19 Milliarden Euro kosten. Mit Stand 2019 war der Bau acht Jahre in Verzug, das vorgesehene Budget bereits um Milliarden überschritten.

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Grüner Strom

09. Oktober 2020 - Energie für Europa soll künftig aus den Wüsten Nordafrikas kommen

Artikel von Oliver Ristau aus www.berliner-zeitung.de

Deutschland plant den Import von solarem Wasserstoff aus Tunesien und Marokko. So will Berlin die Energiewende voranbringen. Doch das ist nicht nur geografisch ein weiter Weg.

Die Wüste von Tozeur war schon für die Jedi-Ritter ein Kraftzentrum. Zumindest fanden in dieser Region im Süden Tunesiens seit 1977 Dreharbeiten zu „Star Wars“-Filmen statt. Seit kurzem ist die karge Landschaft auch ein Ort der Solarkraft. Ende des letzten Jahres ging hier das erste Photovoltaik-Kraftwerk des nordafrikanischen Landes in Betrieb, finanziert von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 11,5 Millionen Euro. Die 20-Megawatt-Anlage kann etwa doppelt so viel Strom erzeugen wie ein Solarkraftwerk gleicher Größenordnung in Deutschland.

„Wir finden hier eine Solareinstrahlung von 2000 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr vor“, sagt Nejib Sajari, Manager des staatlichen Stromversorgers Société tunisienne de l’électricité et du gaz (STEG). In Deutschland sind es bei gleicher Fläche nur 1000 Kilowattstunden. Damit gehört der Süden Tunesiens zu den einstrahlungsreichsten Regionen der Erde. Das macht die Photovoltaik angesichts gesunkener Preise sehr attraktiv. Der grüne Sonnenstrom lasse sich hier für rund 2,5 Cent je Kilowattstunde erzeugen, sagt Sajari. So billig können das weder Windkraft noch Kohle, Gas oder Kernkraft. Und auch keine Solarenergie in Deutschland, wo die Erzeugungskosten vier bis fünf Cent betragen. Tunesien und Italien planen gemeinsam den Bau einer Stromleitung durch das Mittelmeer, die 2025 ihren Betrieb aufnehmen soll. Wenn es wirklich so kommt, dann könnte Tunesien künftig Solarstrom direkt nach Europa liefern. „Im Winter, wenn bei uns der Strombedarf sinkt, könnten wir Überschüsse exportieren“, schlägt Sajari vor.

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Gutachten zum Atommüll

05. Oktober 2020 - Uran-Exporte nach Russland offenbar illegal

Artikel von Jürgen Döschner aus www.tagesschau.de

Atommüllexporte von Gronau nach Russland sind hoch umstritten und womöglich illegal - so ein Rechtsgutachten, das dem WDR exklusiv vorliegt. Die Rückstände könnten für militärische Zwecke verwendet werden.

Für deutsche und russische Umweltschützer war schon immer klar: Der Export von sogenanntem abgereicherten Uran nach Russland ist illegal. Denn aus ihrer Sicht ist der Rückstand aus der Herstellung von Kernbrennstoff der Firma URENCO im westfälischen Gronau nichts anderes als Atommüll. Als solcher dürfte er nach deutschem Recht nicht ins Ausland exportiert werden.

Aus Sicht des Unternehmens - und der Genehmigungsbehörden sowie der Bundesregierung - handelt es sich jedoch keineswegs um Abfall, sondern um einen Wertstoff, da sich aus dem abgereicherten Uran theoretisch neue Produkte herstellen lassen - zum Beispiel, nach entsprechender Anreicherung, wieder Brennstoff für Atomkraftwerke.

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Endlager der 2. Versuch

Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung

28. September 2020 - Diese Regionen kommen als Endlager-Standorte infrage

Artikel von Susanne Götze aus www.spiegel.de

Wo soll ein Endlager für Atommüll gebaut werden? Laut einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung sind 90 Regionen in Deutschland geologisch geeignet - unter anderem auch Berlin.

90 Gebiete in Deutschland eignen sich potenziell als Standort für ein atomares Endlager. Das geht aus dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor. Der Bericht nennt erstmals konkrete Regionen, die für eine Einlagerung von hochradioaktivem Atommüll infrage kommen. Die meisten sogenannten "Teilgebiete" für ein potenzielles Endlager befinden sich laut dem BGE-Bericht im Norden und Südosten Deutschlands. Der umstrittene Salzstock Gorleben, eines der ersten Zwischenlager Deutschlands, ist aus dem Rennen. "Der Salzstock Gorleben wird daher nicht bei den weiteren Arbeiten der BGE zu den Vorschlägen über die Standortregionen betrachtet", heißt es in dem Bericht.

Besonders große Gebiete liegen laut Bericht in Niedersachsen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Insgesamt sind auf rund 250.000 Quadratkilometer geeignete Gesteinsformationen im Untergrund gefunden worden - das sind 67 Prozent der gesamten Fläche Deutschlands, die BGE beziffert aufgrund von Überlagerungen 54 Prozent. Auch Städte sind dabei, beispielsweise Berlin. Auch Hamburg, Hannover, Schwerin, Stuttgart und Bremen liegen laut den Karten des Berichtes in geeigneten Regionen. "Die heute ausgewiesenen Teilgebiete sind noch lange keine Endlagerstandorte", sagte Stefan Studt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung am Morgen in Berlin.

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EUGH

22. September 2020 - Klage Österreichs gegen AKW Hinkley Point abgewiesen

Artikel aus www.wienerzeitung.at

Laut dem Europäischen Gerichtshof ist die Staatsbeihilfe für das AKW rechtens. Gewessler spricht von einem "ernüchternden Ergebnis". Die Klage war bereits 2018 zurückgewiesen worden.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag die österreichische Klage (C-594/18 P) gegen Staatshilfen für das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C endgültig abgewiesen. "Der Gerichtshof bestätigt den Beschluss, mit dem die Kommission die britischen Beihilfen zugunsten des Kernkraftwerks Hinkley Point C genehmigt hat", teilte der EuGH am Dienstagvormittag mit. Österreich hatte gegen diesen Beschluss 2015 Klage eingebracht.

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sieht im EuGH-Urteil zu Förderungen für das britische AKW Hinkley Point ein "ernüchterndes Ergebnis". Das EU-Höchstgericht hatte eine Nichtigkeitsklage Österreichs abgelehnt und damit Grünes Licht für staatliche Beihilfen für das Atomkraftwerk gegeben. Das sei "eine Fehlentwicklung in Europa, gegen die wir entschieden auftreten werden", kündigte Gewessler am Dienstag vor Journalisten an.

Gewessler: Reform von Euratom steht an

Nachdem ein "veralteter Euratom-Vertrag" Basis der Entscheidung gewesen sei, müsse Österreich mit aller Kraft auf eine Reform von Euratom drängen. Gewessler sucht nun Verbündete, um eine "Vertragsstaatenkonferenz" der Mitgliedsländer für eine grundlegende Reform des Vertrages einzuberufen

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Suche nach Endlager für Atommüll

18. September 2020 - Unter der Oberfläche

Artikel von Berhard Pötter aus taz.de

Ende September werden Standorte benannt, an denen ein nukleares Endlager errichtet werden könnte. Dann wird die heftige Debatte erst losgehen.

Für den Tag, an dem in Deutschland die Atomdebatte mit einem Knall zurückkehren wird, ist alles vorbereitet: Der Saal der Bundespressekonferenz in Berlin ist für den 28. September, 10 Uhr, reserviert. Hier werden dann die Geschäftsführer der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen Report präsentieren, der es in sich hat: Der „Zwischenbericht Teilgebiete“ stellt die Weichen, wo in Deutschland ein Endlager für den gefährlichen nuklearen Abfall gebaut werden soll.

Der Bericht soll bis zum 28. September unter Verschluss bleiben. Nur so viel ist bislang klar: Auf etwa 400 Seiten mit blauem Einband hat die Behörde Daten über den Boden in Deutschland zusammengetragen und definiert etwa 70 Regionen, die für ein solches Lager infrage kommen. Die Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), weist in Anzeigen auf den Termin und die Bürgerbeteiligung hin. Slogan: „Das letzte Kapitel schreiben wir gemeinsam.“

Aber ein Kapitel wird in dem Bericht zur Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Müll fehlen: Die heimliche Suche nach einem zweiten, deutlich umfangreicheren Endlager für mittel und schwach radioaktiven Müll. Während sich die gesamte Aufmerksamkeit auf die Einlagerung der 10.500 Tonnen extrem radioaktiven und giftigen Abfälle konzen­triert, läuft praktisch unbemerkt auch die Suche nach einem weiteren Standort an: Gesucht wird zusätzlich eine letzte Ruhestätte für bis zu 300.000 Kubikmeter Strahlenmüll, die zum großen Teil aus dem skandalumwitterten Bergwerk Asse II stammen. Behörden, Aufsichtsgremien und ExpertInnen schweigen sich darüber gern aus. „Die Thematik läuft völlig unter dem Radar“, sagt dazu Heinz Smital, Atom-Experte bei Greenpeace.

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Aus dem IPPNW ATOM-Energie-Newsletter September 2020

13. September 2020 - VA Emirate - Ein neuer Atomstaat am Persischen Golf

Artikel aus www.ippnw.de

Seit diesem Sommer gehören die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nun auch ganz offiziell zur Liste der Atomstaaten. Am 1. August 2020 begann der neue Atomreaktor Barakah 1 Strom zu produzieren. Der Reaktor ist der erste von insgesamt vier Reaktoren an dem Standort im dünn besiedelten Westen von Abu Dhabi und damit auch der erste Atomreaktor überhaupt auf der arabischen Halbinsel. Drei weitere Reaktoren in Barakah sind aktuell noch im Bau und sollen in den kommenden Jahren fertig gestellt werden. 5.600 Megawatt Elektrizität sollen die vier Reaktoren einst produzieren – rund ein Viertel der aktuellen Strombedürfnisse der Emirate.

In Auftrag gegeben 2009, zwei Jahre vor Fukushima, sollte der erste Reaktor in Barakah ursprünglich 2017 ans Netz gehen. Sicherheitsbedenken, die Folgen von Fukushima, Korruptionsfälle beim süd-koreanischen Bauherrn KEPCO und der beginnende Ausstieg Südkoreas aus der Atomenergie führten zu mehreren Verzögerungen.

Die VAE sind die einzigen Auslandskunden von KEPCO. Noch nie hat der Konzern außerhalb von Südkorea ein Kraftwerk gebaut – und offenbar in Barakah auch an einigen kritischen Stellen gespart. Um den ursprünglich ausgehandelten Preis von rund 30 Milliarden US-Dollar trotz dreijähriger Verzögerungen einzuhalten, wurde auf einige moderne Sicherheitsvorkehrungen verzichtet, die seit Fukushima eigentlich zum Standard-Repertoire neuerer Atomreaktoren gehören sollten. So ist der Reaktorkern weder gegen militärische Angriffe geschützt, noch gegen Flugzeugabstürze oder „unerwartete Unfälle“. Vor allem der Verzicht auf eine Auffangvorrichtung für geschmolzene Brennstäbe im Fall eines Reaktorbruchs wird von internationalen Sicherheitsexpert*innen schwer kritisiert. Ein solcher „core-catcher“ oder „Kernfänger“ wird beispielsweise im Europäischen Druckreaktor EPR eingebaut und soll das hoch-radioaktive Material bei einer Kernschmelze auffangen und kühlen. Die damalige Vorstandsvorsitzende der französischen Atomfirma AREVA, Anne Lauvergeon, nannte den KEPCO-Reaktor in Barakah „ein Auto ohne Airbags oder Sitzgurte“.

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The Nuclear-Free Future Award 2020

08. September 2020 - Die Preisträger kommen aus Russland und den USA

Artikel aus www.ippnw.de

Der Nuclear Free Future Award ehrt seit 1998 Menschen auf der ganzen Welt, die sich für das Ende des Atomzeitalters engagieren und Wege aufzeigen, sowohl die militärische wie die zivile Nutzung der Kernenergie zu beenden. Eine international besetzte Jury aus Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen wählte in den drei Kategorien Widerstand, Aufklärung, Lösung – dotiert mit jeweils 5.000 US-Dollar – die Preisträger*innen des Nuclear Free Future Award 2020.

Kategorie Widerstand:
Fedor Maryasov und Andrey Talevlin, Russland

Sich in Russland offen gegen den Staat und den Staatskonzern Rosatom zu stellen, der im Land sämtliche Aktivitäten in Sachen Atomkraft koordiniert, bedarf großen Muts. Der Journalist Fedor Maryasov und der Jurist Andrey Talevlin gehören zu denen, die sich das getrauen.

Fedor Maryasov veröffentlichte über hundert investigative Beiträge zur atomaren Wirklichkeit in Russland und machte die Geheimpläne des staatlichen Atomkonzerns Rosatom publik, ein unterirdisches Endlager für Atommüll in Schelesnogorsk (Zheleznogorsk) bauen zu wollen, einer geschlossenen Atomstadt in Sibirien. 2013 versuchte er mit einer von 146.000 Menschen unterschriebenen Petition den Plan zu verhindern.

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03. September 2020 - Strahlende Klimastrategien

Artikel von Anke Herold aus www.neues-deutschland.de

HEISSE ZEITEN: Anke Herold vom Öko-Institut über die AKW-Ausbaupläne in einigen osteuropäischen EU-Staaten

Ende August mussten die Mitgliedstaaten der EU ihre finalen Klima- und Energiepläne einreichen, die Regierungen darstellen, wie sie ihre Klimaziele für 2030 und 2040 erreichen wollen. Diese Pläne zeigen, dass die osteuropäischen Staaten auf eine gemeinsame Strategie setzen: den Ausbau der Kernenergie. Polen hat bisher kein Atomkraftwerk, plant aber, 1,5 Gigawatt bis 2035 und 4,5 Gigawatt bis 2040 zu installieren. Der Bau des ersten Reaktors soll 2024 beginnen; er soll ab 2033 Strom liefern. Tschechien möchte den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung von gegenwärtig 29 Prozent auf 46 bis 58 Prozent im Jahr 2040 erhöhen. Nach dem tschechischen Klimaplan soll dafür die Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany von 40 auf 60 Jahre verlängert werden und danach ein neues AKW an diesem Standort gebaut werden. Außerdem sind neue Anlagen mit 2,5 Gigawatt Kapazität vorgesehen. Bulgarien plant zunächst, die Lebensdauer des Atomkraftwerks in Kosloduj zu verlängern und bis 2035 ein Gigawatt an zusätzliche Kapazitäten zu installieren, bis 2040 sollen es dann zwei Gigawatt sein. Ungarn möchte zwei neue Atomanlagen mit jeweils 1,2 Gigawatt Kapazität am bestehenden Standort Paks bauen.

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass diese Atompläne in den anvisierten Zeiträumen realisiert werden können. Der neue Reaktor in Olkiluoto in Finnland wurde im Jahr 2000 beschlossen, ist seit 2005 im Bau und noch immer nicht in Betrieb. Während Finnland mehr als 20 Jahre braucht, möchte Polen ein erstes Kernkraftwerk in neun Jahren bauen. Wenn die geplanten Atomanlagen erst zehn Jahre später fertig werden, ist zu befürchten, dass alte Kohlekraftwerke viel länger als geplant weiterlaufen. Die europäischen Klimaziele rücken dann in weite Ferne.

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27. August 2020 - Mitplanen an der Energiewende

Artikel von Wieland Bögel aus www.sueddeutsche.de

Die Deutsche Umwelthilfe lädt interessierte Landkreisbürger ein, ein 3D-Modell möglicher Projekte zu erarbeiten

Wie kann man die Akzeptanz von Energiewende-Projekten steigern? Um diese Frage soll es bei einer Veranstaltung der Deutschen Umwelthilfe und der TU München am 8. September in Ebersberg gehen. Ziel ist, dass sich eine Gruppe von Landkreisbürgern zusammenfindet, und ein Konzept für eine nachhaltige Energieversorgung erarbeitet.

Dass die Energiewende besonders begrüßt wird, wenn sie nicht vor der eigenen Haustür stattfindet, ist auch im Landkreis kein unbekanntes Phänomen. Bestes Beispiel ist der seit bald zehn Jahren schwelende Streit um die Windräder im Ebersberger Forst. Aber auch anderswo gibt es Bedenken: Vaterstettens Gemeinderat sprach sich vergangenes Jahr gegen die konkrete Planung von mehreren Windrädern aus, im Juli schickte der Ebersberger Stadtrat eine geplante Freiflächen-Solaranlage in die Warteschleife.

Zwei andere geplante Energiewende-Projekte scheinen dagegen besser voranzukommen: Ein Windrad zwischen Bruck und Moosach, dem beide Gemeinderäte bereits grundsätzlich zugestimmt haben und ein kleiner Windpark mit drei Anlagen westlich von Oberpframmern und Egmating. Beiden Vorhaben gemeinsam ist eine gewisse Regionalität: Entweder, weil sie von örtlichen Akteuren angestoßen wurden, oder weil die Einwohner über Genossenschaften von den Erträgen profitieren können.

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19. August 2020 - Vorfahrt für die Energiewende!

Artikel von Dr. Alex Rosen aus www.ippnw.de

Es ist ein Kennzeichen guter Wissenschaft, unter dem Eindruck neuer Erkenntnisse Entscheidungen der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen. Es gibt jedoch Diskurse, die so umfassend abgeschlossen wurden, dass man sie nicht alle paar Jahre wieder führen muss.

Ende 2022 wird in Deutschland der letzte Atomreaktor vom Netz genommen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung nun den Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Leider viel zu zögerlich, denn es braucht zügige Maßnahmen, um zumindest die schlimmsten Szenarien der Klimakatastrophe noch aufhalten zu können. Die Wucht, mit der sich unser Ökosystem in den kommenden Jahren verändern wird, ist selbst für sonst nüchterne Wissenschaftler beängstigend. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Atomindustrie erneut nach einem Ausstieg aus dem Ausstieg ruft. Nun da Wind- und Solarkraft die Kilowattstunde deutlich günstiger produzieren können als Atommeiler und das alte Kostenargument nicht mehr zieht, muss plötzlich das Klima als Begründung herhalten.

Der deutsche Atomausstieg hat einen jahrzehntelangen gesellschaftlichen Großkonflikt befriedet. Um diesen Konsens in Frage zu stellen, bedürfte es wesentlicher neuer Erkenntnisse. Doch die gibt es nicht. Es existieren keine belastbaren Studien, die zeigen, dass sich ein Festhalten an der Atomenergie für Klima und Umwelt lohnen würde. Atomenergie ist nicht skalierbar und weiterhin ein exklusives Projekt weniger Staaten. Nur rund 5% der weltweiten Energieproduktion wird durch Atomkraft gedeckt. 85% aller Staaten haben weder Atomenergie noch die finanziellen oder technischen Voraussetzungen dafür. Für eine globale Energiestrategie ist sie daher völlig ungeeignet.
Zudem ist Atomstrom ein unflexibler Grundlastträger, der den Ausbau der Erneuerbaren und flexibler Spitzenlastträger blockiert und verzögert. Weitere Verzögerungen können wir uns jedoch nicht leisten. Die Weltgemeinschaft hat Jahrzehnte durch Untätigkeit und falsche Anreize vertan

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14. August 2020 - Kernfusion: ETH-Physiker fordert ITER-Ausstieg

Artikel von Kurt Marti aus www.infosperber.ch

Ein Gutachten demontiert die milliardenteure Kernfusion. Der Bundesrat und das zuständige Staatssekretariat sind voll des Lobes.

Die zivile Nutzung der Kernfusion wird schon seit den 1950er Jahren erforscht. Dabei geht es im Gegensatz zur Kernspaltung um die Fusion zweier Atomkerne nach dem Vorbild der Sonne. Schon seit Jahrzehnten schwärmen die FusionsforscherInnen von dieser «unbegrenzten Energie», die es zu nutzen gelte.

Ende Juli feierten die ForscherInnen des Kernfusions-Reaktors ITER (Internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) einen «historischen Moment», nämlich den Beginn der Montage, nachdem der Startschuss für das Projekt schon 2007 erfolgte.

Die internationale Medienkonferenz fand auf dem Hintergrund der aktuell hängigen Entscheidungen in der EU und der Schweiz für weitere Subventionen in Milliardenhöhe statt. Neben der EU und der Schweiz sind auch die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea dabei (siehe dazu das Sperberauge: NZZ und SDA mit deutscher Brille).

«Energiegehalt von einem Kilogramm trockenem Holz»

Die technische Realität ist bedeutend weniger rosig als die Energie-Träume der ITER-Verantwortlichen. Denn obwohl seit den 1950er Jahren Milliardenbeträge in diese Forschung geflossen sind, entsprach die gesamte Ausbeute der Kernfusion beispielsweise in den 1990er Jahren dem «Energiegehalt von einem Kilogramm trockenem Holz».

Diese leicht ironische Bemerkung steht in einem Gutachten, das der Physiker Michael Dittmar, der an der ETH Zürich und am Teilchenforschungszentrum CERN in Genf forscht, im Auftrag der Fraktion der Grünen im deutschen Bundestag verfasst hat.

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Spielball der Atomindustrie

10. August 2020 - Deutschlands Atommüll bleibt Jahrzehnte in Frankreich

Artikel aus www.energiezukunft.eu

Eigentlich sollte der in Frankreich lagernde Atommüll bis 2024 zurück nach Deutschland transportiert werden. Doch die Atomindustrie stellt sich quer – aus wirtschaftlichen Interessen. Und die Bundesregierung lässt sie offenbar gewähren.

Im französischen La Hague stehen seit Jahrzehnten zwei Anlagen zur Wiederaufbereitung atomarer Brennstoffe. Auch deutsche AKW-Betreiber haben hier in der Vergangenheit rund 6o Prozent ihres Atommülls abgeladen. Das entspricht laut Greenpeace mehr als 4.500 Tonnen strahlenden Abfällen. In aufwendigen Verfahren werden aus abgebrannten Brennelementen hochgiftiges Plutonium und Uran abgetrennt, wodurch riesige Mengen Atommüll entstehen.

Bis spätestens 2024 sollte der gesamte Atommüll von La Hague wieder nach Deutschland gebracht werden. Darauf hatten sich die Nachbarländer im Rahmen eines Notenwechsels vor zwölf Jahren geeinigt. Doch daraus wird wohl nichts. Die GNS Gesellschaft für Nuklear-Service – eine 100 prozentige Tochter deutscher Atomkonzerne – favorisiert den Rücktransport mit eigenen, sich noch in der Entwicklung befindenden Behältern, anstatt vorhandene zu nutzen. Der Grund? Die Behälter sind zu teuer, sie stammen vom französischen Konkurrenten Orano. Nun beginnt GNS mit der eigenen Herstellung entsprechender Behälter, was wohl noch ein paar Jahrzehnte dauern kann.

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Analyse zu Hiroshima und Nagasaki

05. August 2020 - Die Bombe dient Despoten als Lebensversicherung

Artikel von Hubert Wetzel aus www.berneroberlaender.ch

Die Menschheit ist in den vergangenen 75 Jahren einem Atomkrieg entgangen. Das bedeutet aber nicht, dass das auch in den nächsten 75 Jahren so bleibt.

Die amerikanischen Bomben hatten lustige Namen. «Little Boy» hiess die eine, die am 6. August 1945 die japanische Stadt Hiroshima traf. «Fat Man» hiess die andere, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde. Kleiner Junge und fetter Mann. Doch die Zerstörung, die diese Atombomben anrichteten, die ersten und einzigen, die je zum Einsatz gekommen sind, war beispiellos. Zwei Bomben, zwei zertrümmerte Städte, ausradiert binnen weniger Minuten durch eine Druckwelle und einen Feuersturm, Hunderttausende Tote und Verletzte – eine solche Verheerung hatte der Mensch noch nie über andere Menschen gebracht.

Robert Oppenheimer, der Leiter des US-Atomwaffenprogramms, erzählte später, er habe, als er kurz vor dem Abwurf der Bomben den ersten Test in der Wüste von New Mexico beobachtet hatte, an einen Vers aus der Bhagavad Gita gedacht: «Jetzt bin ich zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.»

Das ist jetzt 75 Jahre her. Und es gehört bis heute zu den bemerkenswertesten Leistungen der Politik, dass ein zweites Hiroshima, ein zweites Nagasaki seitdem verhindert worden ist. An Material und Gelegenheiten hat es jedenfalls nicht gemangelt. Die Sowjetunion und die USA besassen im Kalten Krieg Zigtausende Nuklearsprengköpfe. Jede Krise irgendwo in der Welt, jeder Zusammenprall der Blöcke, jedes dumme Missverständnis hätte zu einem atomaren Schlagabtausch eskalieren können, an dessen Ende die Auslöschung der Menschheit gestanden hätte.

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03. August 2020 - Golfregion: Unter Spannung

Artikel von Moritz Baumstieger und Paul-Anton Krüger aus www.sueddeutsche.de

Die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen das erste Kernkraftwerk in der arabischen Welt in Betrieb. In der instabilen Region könnte das neue Probleme schaffen.

Der "göttliche Segen" sprang per Mausklick an, ganz so, wie es die Ingenieure geplant hatten. Und so konnte Mohamed bin Zayed, der Kronprinz von Abu Dhabi und De-facto-Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, am 1. August um 10.23 Uhr Ortszeit verkünden: "Mit Stolz bezeugen wir die Inbetriebnahme des Barakah-Atomkraftwerks". Der "göttliche Segen", so die Übersetzung des Namens des ersten Nuklearreaktors, der je in einem arabischen Land in Betrieb genommen wurde. Nur wenige Tage, nachdem die Emirate erfolgreich eine Marssonde auf den Weg gebracht haben, konnte sich der aufstrebende Staat am Persischen Golf ein weiteres Mal als regionale Vormacht inszenieren. Ein "historischer Erfolg", befand Kronprinz bin Zayed, ein Meilenstein Richtung nachhaltige Entwicklung.

In der Tat lesen sich die Zahlen beeindruckend, die bei dem aus vier Blöcken bestehenden Kraftwerk im Datenblatt stehen: Erst 2012 begann der südkoreanische Staatskonzern Kepco mit den Baumaßnahmen im Osten der Emirate nahe den Grenzen zu Katar und Saudi-Arabien. Doch schon bald sollen die 18,5 Milliarden Euro teuren Reaktoren 5,4 Gigawatt Strom liefern. Genug, um ein Viertel der zehn Millionen Einwohner der Emirate zu versorgen

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28. Juli 2020 - Montage von Fusionsreaktor beginnt

Artikel von Rudolf Balmer aus taz.de

Der Fusionsreaktor in Frankreich geht in seine nächste Bauphase. Die Kritik am größten internationalen Technologievorhaben von 35 Staaten bleibt.

Für das internationale Kernfusionsprojekt Iter beginnt eine neue und entscheidende Etappe. Die wichtigsten Bestandteile sind aus aller Welt an den Standort im südfranzösischen Durance-Tal geschafft worden. Jetzt müssen die Komponenten in den kommenden Monaten zusammengebaut werden. Am Ende soll ein Reaktor entstehen, der aus der Fusion der Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium mehr Energie liefert, als er selbst für die Reaktion benötigt.

Seit Jahrzehnten träumen WissenschaftlerInnen von dieser Art der Energiegewinnung. Iter muss den Beweis liefern, dass es nicht bloß eine überstiegene Illusion ist. Wenn alles plangemäß verläuft, könnte auf dieser Anlage bei Cadarache frühestens ab 2025 Deuterium-Tritium-Plasma gezündet werden. Freilich gab es in der Vergangenheit bereits Verzögerungen im Zeitplan und erheblich mehr Kosten als ursprünglich geplant.

Eigentlich sollten zu Beginn der Montagearbeiten Staatspräsident Emmanuel Macron und verschiedene Staats- und Regierungschefs zugegen sein. An dem bisher größten internationalen Technologievorhaben sind 35 Staaten beteiligt, die der EU, die USA, Russland, China, Indien, Korea, Japan und die Schweiz. Wegen Corona findet die Zeremonie am Dienstag virtuell per Videokonferenz statt.

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23. Juli 2020 - Das neue atomare Wettrüsten - Kurz vor Mitternacht

Artikel von Dagmar Röhrlich aus www.deutschlandfunk.de

Im Februar 2021 wird der „New-Start“-Abrüstungsvertrag auslaufen. Vertrauensbildende Schritte unter allen Atommächten wären wichtig – aber die Regierungen setzen auf militärische Stärke. Selbst einen Cyberangriff unklarer Herkunft könnten sie atomar beantworten. Wissen sie, was sie tun?

Die 1980er-Jahre. Die Zeit der Friedensdemonstrationen. Ob in Bonn, Amsterdam oder New York – überall gingen Hunderttausende Menschen auf die Straße, um gegen die atomare Aufrüstung zu demonstrieren. Mit Erfolg.

„Über 1.500 sowjetische Atomsprengköpfe werden demontiert, und alle bodengestützte Mittelstreckenraketen, eingeschlossen die SS20, werden zerstört. Auf unserer Seite werden sämtliche Pershing-2 und bodengestützte Marschflugkörper mit rund 400 Sprengköpfen zerstört“.

Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow einen Abrüstungsvertrag. Der INF-Vertrag war der Durchbruch.

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17. Juli 2020 - Europa: Karte zeigt radioaktive Bodenbelastung -

Verteilung von radioaktivem Cäsium und Plutonium aus Kernwaffentests und Tschernobyl

Artikel aus www.scinexx.de

Strahlende Relikte: Eine neue Karte zeigt die radioaktive Belastung der europäischen Böden genauer als je zuvor. Hotspots der Belastung sind damit ebenso zu erkennen wie kaum kontaminierte Stellen. Aus den Werten für radioaktives Cäsium und Plutonium lässt sich zudem erstmals ablesen, aus welchen Quellen diese Radionuklide stammen – ob aus dem Fallout der früheren Atomwaffentests oder vom Atomunfall von Tschernobyl.

Auch wenn die Atomwaffentests der Nachkriegszeit schon mehr als 50 Jahre her sind, ihr über die ganze Welt verteilter Fallout strahlt bis heute. Selbst die Tiefen des Marianengrabens sind kontaminiert. Und auch der Atomunfall von Tschernobyl im April 1986 hat bis heute seine Spuren hinterlassen. Die bei der Explosion freigesetzten Radionuklide kontaminierten nicht nur die Region rund um das Atomkraftwerk, sondern wurden vom Wind bis nach Nordeuropa getragen.

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Kernwaffen

16. Juli 2020 - Warum es immer noch 13.400 Atombomben gibt

Artikel aus www.deutschlandfunk.de

Am 16. Juli 1945 explodierte in der Wüste von Nevada (Trinity - White Sands - New Mexico) die erste Atombombe. Drei Wochen später traf es Hiroshima und Nagasaki. Danach hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Und doch gibt es im Jahr 2020 weltweit noch rund 13.400 Atomwaffen - auch in Deutschland. Von Abrüstung und neuem Wettrüsten.

Seit Hiroshima und Nagasaki hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Die Wirkung war zu zerstörerisch, zu verheerend die Folgen. Und doch blieb da immer der Wunsch mancher Strategen, diese mächtige Waffe zu nutzen - für einen begrenzten Atomschlag, als Option einer glaubhaften Abschreckung. Weil die Sprengköpfe kleiner werden, die Trägersysteme präziser und die geopolitische Lage sich zuspitzt, könnten solche Ideen durchaus gehört werden. Ein Überblick über die Entwicklung von Atomwaffen, ihre Wirkung, die Logik der neuen atomaren Rüstung und ihre Risiken.

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Suche nach einem Atommüll-Endlager ...

11. Juli 2020 - Endlager-Chef warnt vor AfD-Stimmungsmache im Osten

Artikel aus tagesspiegel.de

Bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll wird es im Herbst wieder ernst. Wolfram König bringt Entschädigungen für den späteren Standort ins Spiel.

Der Chef der Atommüll-Endlager-Behörde, Wolfram König, warnt vor einer einseitigen Stimmungsmache der AfD gegen ein mögliches Atommüll-Endlager in Ostdeutschland. „Nicht einzelne Interessengruppen dürfen bestimmen, wo das Endlager errichtet oder nicht errichtet wird, sondern die bestmögliche Sicherheit ist entscheidend“, sagte König dem „Tagesspiegel“ (Sonntag).

„Bei dieser Suche geht es nicht um den Abfall einzelner Bundesländer“, wandte sich König gegen Vorwürfe, westdeutscher Müll solle womöglich im Osten entsorgt werden. „Auch die DDR hat die Atomenergie intensiv genutzt.“

Zwar habe man dort das „Glück“ gehabt, dass der Großteil der Brennelemente in die Sowjetunion exportiert wurde. Aber in Lubmin, im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, lagerten auch noch Brennelemente aus den dortigen Reaktoren. Und in Ahaus in Nordrhein-Westfalen lagerten Abfälle aus dem sächsischen Rossendorf. „Der Mythos, es handele sich nur um westdeutschen Abfall, ist nicht haltbar.“

König warnte auch die bayerische Landesregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), das Verfahren zu torpedieren, der Freistaat argumentiert, seine Granitvorkommen sei ungeeignet für eine Endlagerung.

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Die Atomlobby gibt alles und allen, denn nur die dreistesten Böcke kommen in den Garten ...

06. Juli 2020 - Die Gemeinsame Forschungsstelle wird die Aufnahme der Kernenergie in die Abgabenordnung der EU bewerten

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Foratom, das europäische Handelsgremium für Kernenergie, hat die Entscheidung der Europäischen Kommission begrüßt, ihre Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) als die Expertengruppe zu ernennen, die die Kernenergie im Rahmen der Steuerregelung für nachhaltige Finanzen bewerten soll. Die GFS wird ihre Ergebnisse jedoch erst im nächsten Jahr vorlegen, nachdem die entsprechenden Rechtsakte bereits fertiggestellt worden sind.

Die endgültigen Empfehlungen zur EU-Taxonomie der technischen Expertengruppe (TEG), die die Europäische Kommission (EK) in Fragen der nachhaltigen Finanzen berät, wurden am 9. März veröffentlicht. Diese beinhalteten Leitlinien, die Investoren und Unternehmen dabei helfen sollen, ihren Berichtspflichten gegenüber dem Rahmenwerk nachzukommen. Die TEG zur Taxonomie kam zu dem Schluss, dass es klare Beweise dafür gibt, dass die Kernenergie wesentlich zum Klimaschutz beiträgt. Sie kam an diesem Punkt jedoch auch zu dem Schluss, dass "die Beweise für die Kernenergie komplex und in einem taxonomischen Kontext schwieriger zu bewerten sind", was den potenziellen erheblichen Schaden für andere Umweltziele betrifft. Er empfahl, dass umfangreichere technische Arbeiten durchgeführt werden sollten.

Als Reaktion auf diese Empfehlungen wandten sich sieben Versorgungsunternehmen umgehend in einem Schreiben an die EK und drängten sie, eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlern und Experten einzusetzen, um zu beurteilen, ob die Kernenergie eine kohlenstoffarme und nachhaltige Elektrizitätsquelle ist. Ende April schrieb eine Gruppe von mehr als 100 Wissenschaftlern und Umweltschützern unter der Leitung der Technologieplattform für nachhaltige Kernenergie an die EG und forderte eine "rechtzeitige und gerechte Bewertung" der Kernenergie in der EU-Taxonomie

In einem Dokument vom 10. Juni stellte die EK fest, dass die Kernenergie zwar allgemein als kohlenstoffarme Energiequelle anerkannt ist, die Meinungen jedoch vor allem über die potenziellen Umweltauswirkungen von Atommüll auseinander gehen.

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Atomkraft - Nein Danke!

02. Juli 2020 - Frankreichs ältester Atommeiler Fessenheim endgültig vom Netz

Artikel aus www.energiezukunft.eu

Nach einem jahrelangen, grenzüberschreitenden Streit ist Frankreichs ältestes Atomkraftwerk Fessenheim final stillgelegt. Der Rückbau wird noch lange dauern. Umweltschützer fordern nun auch die Abschaltung des maroden AKW Lingen, doch RWE blockiert.

An diesem Montag, eine Stunde vor Mitternacht, war es endlich soweit: Das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass ist für immer vom Netz gegangen – nach 43 Betriebsjahren. Deutsche und französische Atomkraftgegner, die seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten gegen die Atomkraft am Oberrhein kämpfen, trafen sich einige Stunden zuvor in Breisach am Rhein und feierten: Es war ein langer Kampf gegen den Energieerzeuger EDF, der das älteste und störanfällige AKW im Elsass betreibt und die französische Politik, die immer wieder die Abschaltung erfolgreich verzögert hatte.

Der Rückbau des AKW wird voraussichtlich um die 20 Jahre dauern. Bevor dieser überhaupt beginnt, werden die Brennelemente noch mindestens drei Jahre in Fessenheim lagern – erst dann sollen sie ins französische La Hague abtransportiert werden. Umweltschützer und Anwohner sind empört – denn bis dahin bestehe weiterhin die Gefahr, dass diese Brennelemente außer Kontrolle geraten könnten – zumal die Abklingbecken in Fessenheim schlecht gesichert seien, kritisieren die AKW-Gegner

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Von Atom zu grün

28. Juni 2020 - Pannen-Akw Fessenheim vor dem Aus: Weg für erneuerbare Energien ist frei

Artikel von Amelie Richter aus www.berliner-zeitung.de

Im Atomkraftwerk am Rhein gehen endgültig die Lichter aus. Die Region soll nun mit einem Innovationspark für erneuerbare Energien eine 180-Grad-Wende machen.

Die letzten Tage eines umstrittenen Atom-Dinosauriers sind angezählt: Frankreichs ältestes noch laufendes Kernkraftwerk im elsässischen Fessenheim wird endgültig stillgelegt. Mehr als 42 Jahre lang produzierte das Akw an der deutsch-französischen Grenze Strom und jede Menge Kontroversen zwischen den Nachbarländern. Kritikern galt das Kraftwerk am Rhein schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Das Akw-Ende soll den Startschuss für eine Wiedergeburt Fessenheims als Vorzeigestandort für erneuerbare Energien markieren, mit deutscher Beteiligung.

Am späten Montagabend beginnt nach Betreiber-Angaben die Stilllegung. Der erste Druckwasserreaktor war bereits Ende Februar vom Netz genommen worden. Im an Baden-Württemberg und die Schweiz grenzenden Département Haut-Rhin sind die Erwartungen nach der endgültigen Stilllegung hoch.

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Prozess in Cochem

25. Juni 2020 - Ärztin und Medizinstudentin wegen „Hausfriedensbruch“ auf Bundeswehr-Flugplatz verurteilt

Artikel aus www.ippnw.de

Mit je dreißig Tagessätzen ahndete Amtsrichter Zimmermann gestern in Cochem das Engagement der Ärztin Dr. Brigitte Hornstein und der Medizinstudentin Thuy Linh Pham aus Hannover gegen die auf dem Bundeswehr-Flugplatz Büchel stationierten atomaren Massenvernichtungswaffen. Sie hatten am 30. April 2019 gemeinsam mit fünfzehn weiteren Friedensaktivist*innen in zwei Gruppen eine Aktion Zivilen Ungehorsams auf dem Militärgelände durchgeführt. Während eine Gruppe ein „atomwaffenfreies Picknick“ zwischen zwei Umzäunungen veranstaltete, überwand die zweite Gruppe beide Zäune und hielt eine Mahnwache „Atomwaffenfrei jetzt!“ ab. Das Verfahren gegen einen dritten Beklagten wurde abgetrennt und vertagt. Die beiden Verurteilten legten noch im Gerichtssaal Berufung ein.

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Uranhexafluorid - Transporte von Gronau nach Nowouralsk

19. Juni 2020 - Neue Atommüll-Transporte genehmigt

Artikel von Andreas Wyputta aus www.taz.de

Die Atombrennstofffabrik in Gronau darf auch 2021 Müll in Russland entsorgen. Anti-Atom-Initiativen fordern Exportstopp und rufen zum Protest.

Aus Deutschlands einziger Atombrennstoff­fabrik im münsterländischen Gronau sollen auch 2021 Transporte mit Tausenden Tonnen Atommüll nach Russland gehen. Das geht aus einer Verfügung der niederländischen Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz vom 9. Juni hervor, die der taz vorliegt.

Konkret werden damit bis Juni 2023 insgesamt 20 Sendungen aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau und der französischen Wiederaufbereitungsanlage Pierrelatte über das Gebiet der Niederlande genehmigt; die Atommüllexporte werden über den Amsterdamer Hafen abgewickelt. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium wollte „aus Gründen der Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ zu „Anzahl und Umfang etwaiger Transporte“ keine Stellung nehmen.

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Atommüll

16. Juni 2020 - „Die Regierung sieht tatenlos zu“

Artikel von Joachim Wille aus www.fr.de

Strahlende Reststoffe aus der Uran-Anreicherung hierzulande werden als Reststoffe deklariert nach Russland exportiert. Ein deutsch-russisches Bündnis fordert, diese Praxis zu beenden.

Deutschland ist Vorreiter beim Atomausstieg. Im Jahr 2022 werden die letzten drei der ehemals 19 Reaktoren zur Stromproduktion abgeschaltet. Die Bundesrepublik spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle bei der Produktion von Nuklearbrennstoffen, bei der große Mengen Reststoffe anfallen – und diese werden nach Russland exportiert. Ein russisch-deutsches NGO-Bündnis hat nun in einem gemeinsamen Appell Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Wladimir Putin aufgefordert, diese Transporte sofort zu stoppen.

Die strahlenden Reststoffe fallen bei der Anreicherung von Uran bei dem internationalen Atomunternehmen Urenco an, das auch in Deutschland einen Standort betreibt – im westfälischen Gronau. Urenco gehört zu je einem Drittel Großbritannien, den Niederlanden sowie den Stromkonzernen RWE und Eon. Das Gronau-Werk verfügt trotz des Atomausstiegs über eine unbegrenzte Zulassung. Bei der Produktion des in den AKW nutzbaren Brennstoffs entsteht abgereichertes Uran-Hexafluorid (UF6), das von Urenco nicht als Abfall, sondern als Wertstoff deklariert wird und daher nicht unter das im Atomgesetz fixierte Verbot des Nuklearmüll-Exports fällt

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Vorbild für Endlagersuche in Deutschland?

11. Juni 2020 - Finnlands Deponie für die Ewigkeit

Artikel von Dirk Asendorpf aus www.deutschlandfunkkultur.de

Wohin mit dem Atommüll: In Finnland glaubt man, dieses Problem gelöst zu haben. Dort wird an der Ostseeküste das weltweit erste Endlager gebaut. Taugt es als Modell für die Entsorgung anderswo – auch hierzulande? Nicht alle sind davon überzeugt.

"Wir fahren jetzt nach Onkalo hinein, unserem Endlager für verbrauchten Nuklearbrennstoff", erklärt Johanna Hansen. Fast täglich passiert die Geologin das streng gesicherte Tor am Eingang eines vier Kilometer langen Tunnels. Mit zehnprozentigem Gefälle führt er tief hinab in den Granit der finnischen Ostseeinsel Olkiluoto.

"Damit Sie wissen, wo wir sind", sagt sie. "Die Zahl auf den grünen Schildern zeigt uns, wie viele Meter wir schon in den Tunnel hineingefahren sind. Wenn man die Null am Ende weglässt, weiß man auch, wie tief unten man ist."

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06. Juni 2020 - Proteste - Japans widersinnige Atompolitik

Artikel von Martin Fritz aus www.derstandard.de

In Rokkasho soll eine Wiederaufbereitungsanlage für Plutonium in Betrieb gehen. Doch der dazugehörige Brennstoffkreislauf ist längst Fiktion

Japans Atomaufsicht NRA hat der nuklearen Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Rokkasho nach sechsjähriger Prüfung erstmals eine ausreichende Sicherheit attestiert – zumindest vorläufig. Die Anlage erfülle die nach dem Fukushima-Unfall verschärften Sicherheitsauflagen. Der finale Bescheid wird für Juli erwartet. Laut dem Betreiber Japan Nuclear Fuel könnte die Plutoniumfabrik im Herbst 2021 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Die Ankündigung hat scharfe Proteste ausgelöst. 210 Antiatomkraftgruppen aus ganz Japan unterzeichneten einen Protestbrief an die Atomaufsicht: Die NRA solle die Sicherheitsprüfung beenden, es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, das Vorhaben fortzuführen. Das atomkritische Citizen Nuclear Information Center (CNIC) verwies darauf, dass die WAA im Betrieb jährlich zehnmal mehr Tritium in den Pazifik einleiten werde, als derzeit in den 1.000 Wassertanks im AKW Fukushima lagere.

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Aus den Listen der 'IAEA' geht hervor, dass sich der Forschungsreaktor HTTR 30 MW in Oarai seit 2011 im Temporary Shutdown befindet ...

Laut 'World Nuclear Association' hat der HTTR im Januar 2019 innerhalb von 150 Stunden ein paar tausend Liter Wasserstoff produziert.

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03. Juni 2020 - Japanischer gasgekühlter Reaktor für Neustart freigegeben

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) hat heute von der Atomaufsichtsbehörde (NRA) die Erlaubnis erhalten, Änderungen an der Reaktorinstallation des Hochtemperatur-Testreaktors (HTTR) in Übereinstimmung mit den überarbeiteten Sicherheitsanforderungen vorzunehmen. Dies ist das erste Mal, dass eine Wiederanlaufgenehmigung für einen japanischen gasgekühlten Reaktor erteilt wurde.

Der HTTR - in Oarai, Präfektur Ibaraki - ist ein kleiner Prototyp eines gasgekühlten Reaktors. Der 30-MWt-graphitmoderierte Heliumgas-gekühlte Reaktor erreichte seine erste Kritikalität im November 1998. Die JAEA plant den Bau eines mit dem HTTR verbundenen Wasserstoffproduktionssystems, das seit Februar 2011 stillgelegt ist, als es für geplante Inspektionen vom Netz genommen wurde.

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29. Mai 2020 - Tschechischer Staat bietet an, 70% der Kosten von Dukovany zu übernehmen

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Der tschechische Premierminister Andrej Babiš sagte gestern vor Reportern in Prag, dass die Regierung ČEZ ein Darlehen zur Verfügung stellen wird, um 70% der Kosten für den Bau eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Dukovany zu decken, wobei der mehrheitlich staatliche Versorger die restlichen 30% finanziert. Die Projektkosten werden auf etwa 6,0 Milliarden EUR (6,7 Milliarden USD) geschätzt, sagte ČEZ CEO Daniel Beneš der Nachrichtenagentur ČTK im Anschluss an die Pressekonferenz.

Der stellvertretende Premierminister und Minister für Industrie und Transport Karel Havlíček sagte, dass zwei von drei Abkommen zwischen der Regierung und ČEZ über den Bau einer 1200-MW-Anlage bis Ende Juni unterzeichnet werden.

"Eine Woche vor der Regierungssitzung werde ich alle Vorsitzenden der politischen Parteien, die in der Kammer vertreten sind, einladen, sich mit den Vereinbarungen vertraut zu machen", sagte er und fügte hinzu, dass der Bau der Anlage ein langfristiges Projekt sei, das daher von der gegenwärtigen Regierung nicht umgesetzt würde.

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25. Mai 2020 - «Die Gefahr eines Atomkrieges ist so gross wie im Kalten Krieg»

Artikel aus www.infosperber.ch

Das gegenseitige Aufrüsten in der Hoffnung, in einem Konflikt die A-Bombe zuerst einzusetzen, ist «Wahnsinn», sagt Daniel Ellsberg. 

Red. Nachdem er als Whistleblower der «Pentagon Papiere» die Vietnam-Lügen Präsident Lyndon Johnsons aufgedeckt hatte, macht sich Daniel Ellsberg, 89, seit Jahrzehnten für den Frieden stark. Im folgenden Beitrag geht er auf den «Wahnsinn» der nuklearen Aufrüstung ein.

Die Aufrüstung mit atombestückten Interkontinentalraketen ICBM (Intercontinental Ballistic Missiles) sind ein Wahnsinn. Denn ein Atomkrieg hätte einen nuklearen Winter zur Folge, der Feind und Freund gleichermassen trifft.

Es würde in den USA nicht aufgerüstet, wenn dem militärisch-industriellen Komplex nicht satte Profite locken würden. Wenn damit keine Gewinne gemacht werden könnten, hätten wir keine ICBMs.

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Rückbau wird Milliarden kosten

18. Mai 2020 - Norwegischer Reaktorabbau kostet fast 2 Milliarden USD

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die Demontage der stillgelegten norwegischen Forschungsreaktoren in Halden und Kjeller wird rund 20 Milliarden Norwegische Kronen (1,96 Milliarden USD) kosten und 20-25 Jahre dauern, so ein vom Ministerium für Handel und Industrie in Auftrag gegebener Bericht.

Der Bericht von Atkins und Oslo Economics bestätigt hauptsächlich Bewertungen des Institute for Energy Technology (IFE) und der Risikomanagement- und Qualitätssicherungsberater DNV GL aus dem Jahr 2019. Er schätzt, dass der Abriss von Anlagen und die Wiederherstellung der Gebiete rund 7 Milliarden NOK kosten wird. Hinzu kommen Kosten in Höhe von rund 13 Milliarden NOK für die Behandlung von verbrauchtem Brennstoff und die Lagerung radioaktiver Abfälle. Sie stellt jedoch fest, dass hinsichtlich dieser Kosten "erhebliche Unsicherheit" besteht.

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AKW Mühleberg hinterlässt keine Lücke

11. Mai 2020 - Das Atomwunder von Bern

Artikel von Yves Demuth aus www.beobachter.ch

Dem Berner Stromkonzern BKW fehlen drei Milliarden Kilowattstunden Strom aus dem AKW Mühleberg. Er scheint sie nicht zu vermissen.

Die Aussage erstaunt selbst Fachleute. Obwohl der Berner Stromkonzern BKW sein Atomkraftwerk Mühleberg für immer stillgelegt hat, erklärt er: «Es muss kein zusätzlicher Strom beschafft werden.» Weder im Winter noch im Sommer. Weder aus dem Ausland noch aus dem Inland.

Die drei Milliarden Kilowattstunden aus Mühleberg fehlen der BKW dieses Jahr plötzlich nicht mehr. Das ist genug Strom für mindestens eine halbe Million Haushalte. Man habe 2020 auch ohne Atomkraftwerk genügend eigene Energie für die 360'000 Haushaltskunden in der Grundversorgung sowie die Grosskundinnen im freien Markt, sagt eine Konzernsprecherin.

47 Jahre lang hat die BKW an der Aareschlaufe bei Mühleberg Atomstrom produziert. Mehrere Volksabstimmungen gegen das AKW haben die BKW und ihre Mitstreiter gewonnen. Mit Warnungen vor einer drohenden «Stromlücke», vor importiertem «Dreckstrom» aus ausländischen Kohlekraftwerken und vor einer ungenügenden Versorgungssicherheit in der Region Bern.

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05. Mai 2020 - Ukraine: Energoatom plant 60 Jahre Betrieb für alle Kernkraftwerke

Artikel aus www.nuklearforum.ch

Die Ukraine plant, die Laufzeit all ihrer Kernkraftwerkseinheiten auf 60 Jahre zu verlängern. Dies sagte die staatliche Nuklearbetreiberin NNEGC Energoatom gegenüber der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet. 

Wenn kein Entscheid getroffen wird, die Laufzeit der Kernkraftwerkseinheiten in der Ukraine zu verlängern, so könnten laut Energoatom nach 2040 nur noch vier kommerzielle Blöcke am Netz bleiben. Dies wären Rowne-4 und Saporoschje-6 sowie Chmelnizki-3 und -4, die noch in Bau sind. Bei gegenwärtig elf Einheiten ist eine Betriebsbewilligung bereits von 40 auf 50 Jahre verlängert worden.

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30. April 2020 - Entergy schliesst den Reaktor Indian Point 2

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Block 2 des Entergy-Kernkraftwerks Indian Point wird heute nach mehr als 45 Jahren Betrieb zum letzten Mal abgeschaltet. Block 3, der verbleibende Betriebsteil am Standort im Bundesstaat New York, soll im nächsten Jahr um diese Zeit endgültig abgeschaltet werden.

"In den letzten 45 Jahren haben Tausende von engagierten Fachleuten Block 2 am Indian Point betrieben - sicher, geschützt und zuverlässig", sagte Chris Bakken, Chief Nuclear Officer von Entergy. "Wir schulden jedem von ihnen unseren Dank für die gut gemachte Arbeit und für ihr Engagement für höchste Professionalität.

Die aus zwei Einheiten bestehende Anlage befindet sich im Südosten des Bundesstaates New York, 39 Kilometer (24 Meilen) von New York City entfernt. Block 2 - ein Druckwasserreaktor (DWR) mit einer Nettoerzeugungskapazität von 998 MWe - nahm im August 1974 den kommerziellen Betrieb auf, und Block 3 - ein DWR mit 1030 MWe (netto) - zwei Jahre später.

Der Plan, die Reaktoren abzuschalten, wurde von Entergy 2017 angekündigt und beruht auf einem Vergleichsabkommen mit dem Staat New York. Dies sei das Ergebnis einer Reihe von Faktoren, darunter anhaltend niedrige aktuelle und prognostizierte Großhandelspreise für Energie, die die Einnahmen schmälerten, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Vereinbarung beinhaltete eine Bestimmung, dass im Falle einer Notfallsituation, die die Stromerzeugung beeinträchtigt, der Staat zustimmen kann, den Betrieb des Kraftwerks für bis zu fünf weitere Jahre zu erlauben. Indian Point 2 ist derzeit für den Betrieb bis 2024 und Block 3 bis 2025 lizenziert.

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27. April 2020 - Finnlands Atom-Baustelle Olkiluoto - Symbol für den Niedergang von Europas Nuklearindustrie

Artikel von Dirk Asendorpf aus www.deutschlandfunk.de

An der Westküste Finnlands sollte 2012 ein neuer Kernreaktor in Betrieb gehen - doch Strom erzeugt er bis heute nicht. Schuld daran sind nicht etwa Proteste von Anwohnern, sondern technische Probleme und Pannen. Ein Projekt, mit dem die größten Reaktorbauer Europas ihre Kompetenz demonstrieren wollten, ist zum Milliardengrab geworden.

Noch ähnelt das Atomkraftwerk eher einem Ameisenhaufen als einer Hochsicherheitszone. Dutzende Arbeiter in gelben Hosen und weißen Kitteln eilen durch die Gänge, erledigen letzte Schweißarbeiten, führen Tests durch, lassen Türen knallen. Hinter einem meterdicken Stahltor wartet bereits der nukleare Treibstoff auf seinen Einsatz: 120 Tonnen Uranoxid-Brennstäbe, per LKW angeliefert aus Lingen im Emsland.

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24. April 2020 - Tschernobyl brennt

Presseerklärung www.ippnw.de

34 Jahre nach dem Super-GAU

An diesem Sonntag, den 26. April, jährt sich der Super-GAU von Tschernobyl zum 34. Mal. Seit nunmehr drei Wochen, lodern nur wenige Kilometer entfernt von den Reaktorgebäuden schwere Waldbrände. Die IPPNW fordert anlässlich des Jahrestages der Atomkatastrophe den baldmöglichsten Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland und eine weltweite Energiewende. Der Kinderarzt und Co-Vorsitzende der IPPNW Deutschland, Dr. Alex Rosen blickt mit Sorge auf die aktuelle Lage: "Wir gedenken in diesen Tagen rund um den Tschernobyl-Jahrestag der vielen Millionen Opfer der größten Atomkatastrophe der Menschheitsgeschichte. Gleichzeitig sind unsere Gedanken bei den Helferinnen und Helfern, die aktuell in der Sperrzone von Tschernobyl versuchen, die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen und den Menschen in der Ukraine, die befürchten müssen, dass ihr Land erneut von den radioaktiven Hinterlassenschaften der Atomindustrie überzogen wird.

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21. April 2020 - Aufrüstung - Atombomber im Anflug

Artikel von Michael Merz aus www.jungewelt.de

»Nukleare Teilhabe«: Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigt Milliardenspritze für US-Rüstungskonzern an. SPD hält still. Friedensaktivisten entsetzt

Im Schatten der Coronakrise treibt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Aufrüstung der Bundeswehr mit neuen Kampfjets, die teilweise Atombomben transportieren können, voran. Wie die Agentur Reuters am Montag aus dem Ministerium erfahren haben will, ist die Beschaffung von bis zu 45 »F-18«-Jets des US-Herstellers Boeing und 93 »Eurofighter«-Kampfflugzeugen geplant. Sie sollen bisher von der Luftwaffe verwendete »Tornados«, die als veraltet gelten, ersetzen. Bereits am Sonntag hatte Spiegel online berichtet, Kramp-Karrenbauer habe in einer E-Mail an ihren US-Amtskollegen Mark Esper die Absicht zum Kauf von 30 F-18-Maschinen vom Typ »Super Hornet«, die mit auf dem Fliegerhorst Büchel lagernden US-Atombomben beladen werden können, und 15 F-18-Jets vom Typ »Growler« zur elektronischen Kriegführung bekundet.

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16. April 2020 - EDF senkt jährliche Produktionsprognose auf 300 TWh

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die EDF schätzt, dass die Coronavirus-Pandemie ihre jährliche nukleare Leistung in Frankreich in diesem Jahr auf etwa 300 Terawattstunden und in den Jahren 2021 und 2022 auf 330-360 TWh pro Jahr reduzieren wird. Diese Schätzung ist niedriger als die ursprüngliche Erwartung von 375-390 TWh vor dem Ausbruch der Pandemie.

EDF hat die Ausfälle von drei Kernreaktoren, darunter die Blöcke 1 und 2 in Flamanville, um fünf Monate bis Ende Oktober verlängert, berichtete Reuters heute. Die Reaktoren sind seit September bzw. Januar 2019 wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet und sollten die Produktion Ende Mai wieder aufnehmen.

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10. April 2020 - Suche nach Atommüll-Endlager - Macht Corona ein Moratorium nötig?

Artikel von Reimar Paul aus taz.de

Umweltschützer drängen auf eine Verschiebung des Fahrplans, um die Beteiligung von Bürger!nnen sicherzustellen. Die Behörden sind dagegen.

Kommt wegen der Corona-Krise der Zeitplan für die Suche nach einem Atommüll-Endlager ins Wanken? Umweltorganisationen und Linkspartei verlangen ein Moratorium. Durch die Pandemie hätten für das Suchverfahren wichtige rechtliche Vereinbarungen wie das Geologiedatengesetz nicht verabschiedet werden können, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung sei durch die Kontaktsperre zurzeit nicht möglich.

Für das Suchverfahren seien Transparenz und wirksame Beteiligung unumgänglich, argumentieren die Umweltschützer!nnen. Die Corona-Krise dürfe kein Anlass sein, die notwendige Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung in der Atommülllager-Suche zu konterkarieren. Ein Moratorium sei daher „dringend geboten“.

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06. April.2020 - Atommüll rollt durch NRW

Artikel von Sebastian Weiermann aus www.neues-deutschland.de

Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland haben in Gronau und Münster Protestmahnwachen veranstaltet

Kurz nach 11 Uhr hat am Montag ein mit Uranabfall voll beladener Zug, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau verlassen. Durch das Münsterland, das dicht besiedelte Ruhrgebiet und einmal quer durch die Niederlande soll der Atomzug nach Amsterdam fahren. Dort wird er auf ein Schiff verladen. Ziel der deutschen Uranabfälle ist Nowouralsk. Der russische Energiekonzern unterhält dort eine Atomfabrik, in der das hochgiftige Uranhexafluorid weiterverarbeitet werden soll. Umweltschützer bezweifeln das seit Jahren und sprechen von einer »Atommüllkippe«.

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03. April 2020 - Wieder soll Atommüll rollen

Am Montag den 6. April: Neuer Uranmülltransport von Gronau nach Nowouralsk

Nach Informationen der regionalen Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Ärzteorganisation IPPNW bereitet der Gronauer Urananreicherer Urenco für kommenden Montag, 6. April, intensiv einen zweiten Anlauf für einen neuen Uranmülltransport von der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau zur russischen Atomfabrik Novouralsk plant. Das russische Transportschiff Mikhail Dudin befindet sich nunmehr auf dem Weg zum Transporthafen Amsterdam, wo es am Montag eintreffen soll.

Unterdessen formiert sich immer breiterer Protest gegen den Urantransport. So forderte der für die Gefahrenabwehr in der Stadt Münster zuständige Ordnungsdezernent, Wolfgang Heuer, den Urenco-Konzern am gestrigen Donnerstag schriftlich auf, den Atommülltransport abzusagen.

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Update vom 05.04.2020

Nach Klage vor Verwaltungsgericht Münster:

- Stadt Münster genehmigt Protest gegen Urantransport

"Urencos Verhalten in Corona-Zeiten ist verantwortungslos"

- Uranmülltransport Gronau-Russland Montag früh erwartet

Am morgigen Montag wird es nun doch zu Protestversammlungen gegen den bevorstehenden Uranmülltransport von der westfälischen Urananreicherungsanlage Gronau zur russischen Atomfabrik Novouralsk kommen. Nachdem Atomkraftgegner in Münster vor dem Verwaltungsgericht Münster eine Klage gegen ein pauschales Versammlungsverbot eingereicht hatten, kam es zu Gesprächen unter den Verfahrensbeteiligten. Im Ergebnis bestätigte die Stadt Münster nunmehr die Anmeldung für eine Mahnwache am morgigen Montag, ab 11 Uhr in Höhe des Güterbahnhofs auf dem Alfred-Krupp-Weg / Ecke Roddestraße. Die Versammlungsteilnehmer müssen dabei Mundschutz tragen und 1,50 m Abstand voneinander halten.

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April, April 2020 - Demokratie auf der Intensivstation

Besuchsverbot – In Zeiten der Angst müssen wir alle leider draußen äh, drinnen bleiben

Corona räumt den Weg frei für bisher unverkäufliche Staubfänger und Ladenhüter aus den endlos langen Regalen und tiefsten Bunkern politischer Ideen. Nun sind sie alle wieder da und werden direkt an der Kasse feilgeboten, wo sonst nur Zigaretten Raucher, Alkohol Trinker und Süssigkeiten Kinder anmachen. Gleichzeitig läuft eine Riesen-Dauerwerbesendung auf allen Kanälen.

Unser Gesundheitsminister Jens Spam geht besonders forsch ran!
Er sorgt mit links für Toilettenpapier, Schutzkleidung, Masken und Corona-Tests an jeder Straßenecke. Multitasking par excellence, ein richtiger Macher. So ganz nebenbei kümmert er sich auch noch intensiv um seine Vorgängerin in Spee und kocht sogar ein feines Süppchen für die Arme.

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27.03.2020 - Atommüll: Erste Rückholpläne für die Asse-Fässer

Artikel aus www.ndr.de

Der Betreiber des Atommüll-Lagers Asse hat am Freitag auf 146 Seiten seinen Plan für die Rückholung der unterirdisch eingelagerten Müllfässer vorgestellt. Die sogenannte Skizze beschreibt technische Einzelheiten wie unterirdische Schächte, ein Rückhol-Bergwerk mit Kammern, um den Atommüll in den Fässern zu bergen. Für Diskussionen sorgt das oberirdische Zwischenlager für den Müll. Der Betreiber Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat dafür einen Standort in der Nähe der Asse vorgeschlagen. Für die Bürgerinitiative "Aufpassen" stellt dies einen Wortbruch dar: Es würden beim Standort Pflöcke eingerammt, so Sprecherin Heike Wiegel. Mit ergebnisoffener Standortsuche habe dies nichts zu tun.

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23.03.2020 - Atomkraft: Kärnten sorgt sich nach Erdbeben in Kroatien um AKW Krško

Artikel von Andreas Wilkens aus www.heise.de

Das Erdbeben in Kroatien nimmt die Kärtner Landesregierung zum Anlass, erneut die Abschaltung eines benachbarten Atomkraftwerks zu fordern.

Das Erdbeben in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb am vergangenen Wochenende hat die Sorgen in Österreich um die Sicherheit eines benachbarten Atomkraftwerks bestärkt. Das Beben sei auch im slowenischen Krško deutlich spürbar gewesen, schreibt die Regierung des österreichischen Bundeslands Kärnten. In Krsko wird seit 37 Jahren ein Atomkraftwerk kommerziell betrieben.

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14. März 2020 - CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz: Seine nuklearen Träume

Artikel von Berhard Pötter aus taz.de

Als Antwort auf die Klimakrise empfiehlt Friedrich Merz den „Dual-Fluid-Reaktor“. Dessen größte Fans sind die AfD und Klimawandel-Leugner.

Für Friedrich Merz sind „Ökologie und Klimakrise“ sehr wichtig, wie er beteuert. „Aus meiner Sicht ist es derzeit, unter der Ebene von Krieg und Frieden, das politische Thema Nummer eins“, sagte der CDU-Politiker Anfang März im Spiegel. Den „Herausforderungen des Klimawandels können wir nur mit modernster und neuester Technologie begegnen“.

Der Kandidat für CDU-Vorsitz und Kanzleramt hat eine ganz eigene Idee mit „ganz neuen Chancen“, wie er sagt. „Es gibt in Berlin am Institut für Festkörper-Kernphysik zum Beispiel die Entwicklung eines sogenannten Dual-Fluid-Reaktors, der sogar in der Lage wäre, abgebrannte Brennstäbe wiederzuverwenden.“

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10. März 2020 - IAEO kündigt Unterstützung der Anstrengungen zur Bekämpfung von COVID-19 an

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wird Diagnose-Kits, Ausrüstung und Ausbildung in nuklearen Nachweismethoden für Länder bereitstellen, die um Unterstützung bei der Bekämpfung der weltweiten Verbreitung des neuartigen Coronavirus bitten, das COVID-19 verursacht. Vierzehn Länder in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik haben um Unterstützung bei der Diagnosetechnik, bekannt als Real-Time Reverse Transcription Polymerase Chain Reaction (RT-PCR), gebeten. "Die Agentur ist stolz auf ihre Fähigkeit, schnell auf Krisen zu reagieren, wie wir es in der jüngsten Vergangenheit mit den Viren Ebola, Zika und Afrikanische Schweinepest getan haben", sagte IAEO-Generaldirektor Mariano Grossi in einer Erklärung vor dem IAEO-Gouverneursrat. "Der Beitrag zu den internationalen Bemühungen im Umgang mit dem Coronavirus wird für mich eine Priorität bleiben, solange der Ausbruch andauert.

Die RT-PCR ist eine aus dem Nuklearbereich abgeleitete Analysetechnik, mit deren Hilfe das neuartige Coronavirus innerhalb von Stunden genau nachgewiesen und identifiziert werden kann.

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Müllionen-Investition auf dem ehemaligen AKW-Gelände in Würgassen 

06. März 2020 - Sammellager für Atom-Müll geplant

Artikel von Marius Thöne aus www.westfalen-blatt.de

Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) will am Standort des ehemaligen Kernkraftwerkes in Beverungen-Würgassen (Kreis Höxter) mehrere hundert Millionen Euro investieren. Nach Informationen dieser Zeitung ist dort eine Art Logistikzentrum für schwach- und mittelradioaktive Abfälle geplant. 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. 2027 soll das Umschlaglager fertiggestellt sein.

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28. Feb. 2020 - Castor-Transporte: Hochradioaktiver Müll kommt nach Biblis

Artikel von Oliver Pietschmann aus www.heise.de

In Großbritannien aufgearbeitete Brennelemente sollen am ehemaligen Atomkraftwerk Biblis in Hessen gelagert werden. Widerstand formiert sich.

Angekettete Aktivisten, Straßenblockaden, blockierte Gleise und ein Großaufgebot der Polizei: Castortransporte sind für die Sicherheitsbehörden in Deutschland immer eine besondere Herausforderung. Der nächste Transport solcher Behälter mit hochradioaktiven Müll könnte unmittelbar bevorstehen. Für sechs Castoren aus der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield in das Zwischenlager im südhessischen Biblis gibt es ab dem 1. März eine Transportgenehmigung.

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25. Feb. 2020 - Eine Untersuchung ergab, dass rumänisches Rettungsdarlehen gegen EU-Regeln verstieß

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Rumänien muss rund 13 Millionen EUR (14 Millionen USD) an Rettungsmitteln vom Uranunternehmen Compania Națională a Uraniului SA (CNU) zurückfordern, nachdem die Europäische Kommission festgestellt hat, dass ein Umstrukturierungsplan für das Unternehmen nicht den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen entspricht.

Die CNU, die sich vollständig in Staatsbesitz befindet, betreibt ein Bergwerk in Crucea-Botusana im Kreis Suceava im Nordosten Rumäniens und eine Verarbeitungs- und Veredelungsanlage in Feldioara in der Zentralregion. Seit dem Verlust seines Hauptkunden, des rumänischen Atomenergieproduzenten Societatea Nationala Nuclearelectrica (SNN), befindet es sich in finanziellen Schwierigkeiten, so die EU. Im Jahr 2017 meldete Rumänien bei der Europäische Kommission einen Plan zur Umstrukturierung von CNU an, der etwa 93 Millionen Euro an öffentlicher Unterstützung vorsieht. Dies folgte auf das "dringende" Rettungsdarlehen in Höhe von 13 Millionen EUR, das im September 2016 von der EU vorübergehend genehmigt wurde, die zwei Jahre später eine Untersuchung einleitete, um zu beurteilen, ob die Vorschriften für staatliche Beihilfen eingehalten wurden ...

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20. Feb. 2020 - Atomausstieg - Das Ende von Fessenheim

Artikel von Stefan Brändle aus www.fr.de

Nach jahrelangen Protesten wird das dienstälteste französische Atomkraftwerk stillgelegt. Das bedeutet allerdings nicht den Ausstieg Frankreichs aus der Kernkraft.

Am kommenden Samstag, um genau 2.30 Uhr in der Früh, stoppt Electricité de France (EDF) am Rheinufer den ersten von zwei 900-Megawatt-Meilern, den N.1. In vier Monaten, am 30. Juni, folgt der Reaktor N.2, wie die französische Regierung am Mittwoch in einem Dekret angekündigt hat. Dann wird das dienstälteste von 58 französischen Atomkraftwerken (AKW) keinen Strom mehr produzieren.

Endlich!, meinen die AKW-Gegner auf beiden Seiten des Rheins. Warum bloß?, fragen dagegen viele Einwohner des Dorfes Fessenheim. Der Schließungsentscheid war hochpolitisch – wegweisend und historisch für die einen, unsinnig und klimaschädlich für die anderen. Tatsache ist: Das 1977 ans Netz gegangene AKW liegt in einer Erdbebenzone, die im Mittelalter schon einmal die 34 Kilometer entfernte Stadt Basel heimgesucht hatte. Und es liegt unterhalb der Wasserlinie des Rheinkanals, also in einem Überschwemmungsgebiet. Vor allem auf deutscher und schweizerischer Seite war die Angst groß vor einem Super-GAU ...

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16. Feb. 2020 - Belgiens AKW sind unterversichert - Der atomare Haftungs-GAU

Artikel von aus taz.de

Belgien findet für seine Pannenmeiler Doel und Tihange keine neue Versicherung. Das beträfe auch Ansprüche aus Deutschlands grenznahen Regionen.

Versicherungen sind in einer Welt wachsender Risiken ein wichtiges Fundament des Handelns – und sie sind umso wichtiger, je größer das mögliche Risiko ist. Bestes Beispiel ist die Haftpflichtversicherung sowohl für Privatleute als auch für die Industrie. Das potenziell größte Desaster könnte ein Atomkraftwerk anrichten. Wer haftet dann? Wer zahlt?

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12. Feb. 2020 - Gericht verbietet neues Atommüll-Zwischenlager in Hanau

Artikel von aus www.hessenschau.de

Das "Atomdorf Hanau" war berühmt-berüchtigtes Kerngebiet von Nukem, Alkem, Siemens und Co. Im Kampf gegen die Wiederbelebung als Atommüll-Standort verbucht die Stadt einen juristischen Erfolg.

Im Streit um ein neues atomares Zwischenlager im Hanauer Stadtteil Wolfgang hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel der Stadt Recht gegeben. Er hat dem seit vielen Jahren laufenden Versuch des Unternehmens Daher Nuclear Technologies (DNT) eine Absage erteilt, ein neues Zwischenlager für schwach radioaktives Material einzurichten.

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12. Feb. 2020 bei FUgE - Atommülltransporte aus Gronau über Hamm nach Rußland

Der Ko-Vorsitzende Vladimir Slivyak von Ecodefense in Rußland informiert in Hamm!

Am Mittwoch dem 12. Februar 2020 um 20 Uhr 

Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung
(FUgE)
Oststraße 13, 1. Etage
59065 Hamm
Veranstalter: BI Umweltschutz Hamm
Der Eintritt ist frei.

Seit Herbst 2019 finden wieder regelmäßig Atommülltransporte von der Uran-Anreicherungs-Anlage (UAA) Gronau über Hamm nach Russland statt. Diese Uranzüge transportieren etwa 600 t radioaktives und hochgiftiges Uranhexafluorid (UF6), das in Russland in der Atomanlage Novouralsk bei Jekaterinburg als Atommüll verbleiben soll.

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03. Feb. 2020 - Wachsam bleiben

Artikel von Reimar Paul aus www.neues-deutschland.de

Reimar Paul über Vorstöße, die Atomenergie wiederzubeleben

Der Widerstand gegen Atomanlagen hatte zuletzt nicht gerade Hochkonjunktur, es fehlte an symbolträchtigen Ansatzpunkten. Doch nun soll wieder hochradioaktiver Atommüll nach Deutschland gekarrt werden. Auch wenn sie nicht ins Wendland, sondern zu Zwischenlagern an den AKW-Standorten rollen: Das Stichwort Castor-Transporte mobilisiert Anti-AKW-Bewegte immer noch.

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29. Jan. 2020 - Klimawandel - Sowjetischer Atommüll: eine tickende Zeitbombe in der Arktis

Artikel von Laura Krugenberg aus www.mdr.de

Russland will die Öl- und Gasvorkommen im Arktischen Meer anzapfen. Doch auf dem Meeresgrund liegen Tausende Tonnen Atommüll aus Sowjetzeiten. Das macht die Förderung zu einem hohen Risiko. Umweltschützer schlagen Alarm.

Wenn das Eis schmilzt

Was anderen große Sorge bereitet, spielt Russland wirtschaftlich in die Hände: Der Klimawandel bringt das arktische Eis rasant zum Schmelzen und russische Ölfirmen werfen bereits begehrliche Blicke in Richtung Norden. Denn in der Arktis schlummern noch immer große Reserven bislang unangetasteter fossiler Rohstoffe.

Ende Dezember 2019 unterschrieb die russische Regierung den neuen Arktisplan, durch den die militärische und wirtschaftliche Erschließung der Region vorangetrieben werden soll. Das kostet viel Geld. Denn die Förderung von Öl ist nicht nur wegen der klimatischen Bedingungen ein kostenintensives und schwieriges Unterfangen. Auf dem Meeresboden liegen auch Tausende Tonnen versenkten Atommülls. Die Ortung und Entsorgung des radioaktiven Abfalls ist aufwendig und kostet Unsummen. Einige der besonders gefährlichen Objekte sollten eigentlich bis 2020 gehoben werden. Doch die Bergungen verzögern sich und das Risiko steigt, denn das Salzwasser nagt an den Schutzhüllen. Radioaktives Material droht auszutreten.

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27. Jan. 2020 -Tickende Zeitbomben - Atommüllfässer korrodieren schneller als gedacht

Artikel von Tanja Traxler aus www.derstandard.de

Reaktionen zwischen radioaktivem Material und Stahlfässern machen die Lagerungsmethoden für Atommüll weniger langlebig als bisher angenommen

Keine andere Spezies hinterlässt auf dem Planeten derart viel Müll wie der Mensch. Der Great Pacific Garbage Patch – eine Ansammlung von Plastikmüll im Pazifik – ist bereits vom All aus sichtbar. Doch kein Abfall hat derart schwerwiegende langfristige Folgen für das Ökosystem wie Atommüll. Plutonium, das etwa in Nuklearwaffen eingesetzt wird, stellt auch noch in hunderttausenden Jahren eine radioaktive Gefahr für Flora und Fauna dar.

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21. Jan. 2020 - Strom- und Ölpreise: Wir lassen uns von der Umwelt subventionieren

Artikel von Ralf Volke aus www.rnd.de

  • Es scheint, als gäbe es im Bewusstsein vieler Verbraucher so etwas wie ein natürliches Recht, auf Kosten der Umwelt zu leben.
  • Dabei werden die Konsequenzen unseres gegenwärtigen Handelns in der Zukunft sichtbar sein.
  • Die Rohstoffe sind zu billig und der Ausstoß von CO₂ hat keinen nennenswerten Preis.

Kennen Sie den kleinen Aufdruck an manchen Zapfsäulen, auf denen die Preisgestaltung für einen Liter Benzin oder Diesel aufgeschlüsselt ist? Da ist nachzulesen, dass mehr als die Hälfte dessen, was der Autofahrer anschließend an der Kasse zu zahlen hat, im Beutel des Finanzministers landet.

Ohne diese künstliche Verteuerung, so die Botschaft, wäre der Sprit nicht einmal halb so teuer. Natürlich ärgert das viele Autofahrer. Denn eigentlich ist es ja nicht sonderlich fair, dass man für seinen Sprit mehr zahlen muss, als durch Ölförderung, Verarbeitung, Transport und Verkauf zu rechtfertigen wäre.

Oder hat diese Rechnung vielleicht einen Fehler?

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14. Jan. 2020 - Mycle Schneider: "Atomkraft verschlimmert die Klimakrise"

Interview: Georg Blume aus www.zeit.de

Der Energieexperte Mycle Schneider glaubt nicht an die Zukunft der Atomindustrie.

DIE ZEIT: Herr Schneider, wird Frankreich die europäische Atomindustrie am Leben erhalten?

Mycle Schneider: Nein.

ZEIT: Die französische Regierung plant, bis 2035 sechs neue Atomreaktoren zu bauen.

Schneider: Pläne sind das noch nicht. Man weiß weder, wo noch wann und mit welchem Design diese Reaktoren eventuell gebaut werden sollen.

ZEIT: Aber es gibt eine neue Reaktorreihe, den EPR, zu Deutsch: Europäischer Druckwasserreaktor. Zwei EPR laufen in China, einer wird in Finnland fertiggestellt, ein weiterer 2022 in Frankreich, und ein dritter in England befindet sich im Bau.

Schneider: Der EPR ist ein Fiasko. Mit dem Bau des ersten Reaktors in Finnland wurde 2005 begonnen, 2009 sollte er fertig sein, und er ist heute noch nicht in Betrieb. Dann folgte der zweite Bau in Frankreich mit fast identischen Problemen: Beton- und Stahlherstellung waren unzureichend, Komponenten mangelhaft, das französische Zuliefersystem unzuverlässig.

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09. Jan. 2020 - Atomkraftwerke: Frankreich stoppt vorerst Pläne für neue Atomreaktoren

Artikel aus www.zeit.de

Ursprünglich wollte die Regierung bis zu sechs neue Atomreaktoren bauen. Jetzt werden die Pläne um zwei Jahre verschoben und ein Wechsel zu erneuerbaren Energien geprüft.

Frankreich wird vorerst keine neuen Atomreaktoren errichten. Die Entscheidung über den Bau neuer Reaktoren sei auf frühestens Ende 2022 verschoben worden, teilte Umweltministerin Élisabeth Borne bei einer Anhörung in der Pariser Nationalversammlung mit. Damit vertagt sich ein Beschluss auf die Zeit nach der Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron. Bis dahin solle auch ein Umstieg auf erneuerbare Energien geprüft werden.

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05. Jan. 2020 - Klimapolitik - Tragödie oder Kasperletheater

Artikel von Klaus Kohrs aus www.telepolis.de

Kommentar: Verbote und Preiserhöhungen als Daumenschrauben sind der falsche Weg

Die Weltklimakonferenz in Madrid war ein voller Reinfall, da die wachsweiche Abschlußerklärung mit unverbindlichen Absichtserklärungen statt einklagbaren Zielen faktisch sogar einen Rückschritt gegenüber dem Pariser Klimaabkommen darstellt. Außerdem haben die USA, Brasilien und Australien sich offen aus dem Klimaschutz verabschiedet - aus innenpolitischen und ideologischen Gründen. Und wir können dummerweise nichts dagegen tun.

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03. Jan. 2020 - Windkraft: Gemeindebund lehnt "Windbürgergeld" ab

Artikel aus www.zeit.de

Die SPD will die Akzeptanz von Windkraftanlagen durch finanzielle Entschädigungen erhöhen. Der Verband der Kommunen fürchtet, daraus entstünden weitere Ansprüche.

Geldzahlungen für Anwohnerinnen und Anwohner von Windrädern sind nach Meinung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes der falsche Weg, um die Akzeptanz von Windkraft in Deutschland zu erhöhen. "Wer die Energiewende will, der muss halt bestimmte Dinge auch tolerieren, und zwar entschädigungslos", sagte Uwe Brandl, der Präsident des kommunalen Spitzenverbands. Dazu gehörten der Aufbau von Windparks und Stromleitungen, in anderen Bereichen auch Schienenverkehr, Radwege und Straßen.

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