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THTR Rundbrief Nr. 78 Dez. 2002


Gedenkstätte jüdische Synagoge Hamm

Jahrelang symbolisierte die (mittlerweile abgerissene) hellblau gekachelte Toilettenanlage an der Martin-Luther-Straße den sorglosen bis peinlichen Umgang mit den Spuren jüdischen Lebens in Hamm. Im Schatten des ehemaligen Pissoirs befindet sich der Standort der Jüdischen Synagoge, 1868 nach dem Entwurf von I. Lehnhartz im Hinterhof an der Kleinen Werlstraße 5 erbaut, 1938 auf Veranlassung der NSRegenten in der Stadt Hamm auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgebrochen. Gleich nebenan befand sich im Vorderhaus an der Straße zudem die jüdische Schule. Ein Standort also, der das Zentrum der jüdischen Gemeinde bis zu deren Vernichtung im Holocaust darstellte.

Erst allmählich gingen Bürgerinnen und Bürger daran, die Erinnerungen an dieses düstere Kapitel der Hammer Stadtgeschichte aufzuarbeiten. Die Naturfreunde Hamm setzten sich beharrlich für einen würdigen Gedenk- und Erinnerungsort am Synagogenstandort ein und erreichten so die Errichtung des Gedenksteins mit Gedenktafel. Seit 1985, dem 40. Jahrestag der Kapitulation des Dritten Reiches, setzte dann auch offiziell die Auseinandersetzung mit diesem Thema ein.

Mit dem 50. Jahrestag zur Reichspogromnacht 1988 intensivierte sich die Aufarbeitung und das Gedenken an die jüdische Gemeinde in Hamm. Zahlreiche Artikel im Hammagazin, die Veröffentlichungen von Mechthild Brand - seit Jahren engagiert auf den Spuren der ermordeten Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt - aber auch die offizielle Einladung der Stadt an Überlebende des Holocausts bzw. an deren Nachfahren sorgte für eine grundlegende Aufarbeitung der Hammer Stadtgeschichte - auch wenn bis heute lediglich die Opfer des Naziterrors im Mittelpunkts standen, nicht aber die Täter und Mitläufer, die das Regime in Hamm vertraten, unterstützten und die Untaten erst ermöglichten. Die spannende Frage, warum sich Hammer Bürgerinnen und Bürger den braunen Horden andienten und in die Strukturen des dritten Reichs einfügten, ist bisher unbeantwortet.

Seit Ende der 80er Jahre erinnern Stadt und Bürgerschaft jeweils am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, an die Opfer des Holocausts. Auf Anregung der GRÜNEN wird die Gedenkfeier seit 2000 von Schulklassen mitgestaltet. In Folge der Aufarbeitung rückten auch andere Aspekte der Hammer NS-Geschichte in den Blickpunkt: sei es die Rolle des OLG und der Juristen wahrend der NS-Diktatur (u. a. durch die Bildungsgemeinschaft SOAG und der GRÜNEN, Gründung der Arnold-Freymuth-Gesellschaft), sei es die Geschichte und der Umgang der in Hamm lebenden Sinti (verdienstvoll auch hier: Mechthild Brand) oder die Geschichte der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter (verdienstvoll: Barbara Neuhaus, Heike Kroker).

Die Kriegs- und Nachkriegsbrache, bis heute als innerstädtischer Parkplatz (zwischen) genutzt, reizte immer wieder zu stadtplanerischen (Horror) Visionen. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb 1989 - der die Schaffung eines (begrünten) Stadtplatzes vorsah - übernahm der Städtebauliche Rahmenplan Hamm-Mitte 1997 die Ergebnisse eines zuvor durchgeführten Investoren-Wettbewerbs, die den Platz einer kernstädtisch angemessenen Bebauung eine Tiefgarage als Gegenpol zum Allee Center zuführen sollte.

Bekanntlich sorgte der geballte Zorn der Bürgerschaft für ein Einlenken der SPD-CDU-Koalition, um den drohenden ersten Bürgerentscheid 1996 in der Stadt zu verhindern. Allen Entwürfen der jüngeren Vergangenheit war gemein, dass der Standort der Synagoge als Gedenkstätte in die Überplanungen integriert werden sollte.

Mit dem Regierungswechsel im Hammer Rathaus 1999 leiteten zwei Aspekte die weitere Entwicklung der Neugestaltung des Santa-Monica-Platzes und damit verbunden die Ausgestaltung der Gedenkstätte am Standort der Synagoge ein: zum einen müssen für die Einrichtung des Dynamischen Parkleitsystems die Parkplätze - so auch der Santa-Monica-Platz - mit Schranken und Signalschleifen ausgerüstet werden. Zum anderen sollte der Niedergang der Innenstadtquartiere mit Hilfe eines professionellen Stadtmarketings gestoppt werden. Statt den Bereich mit Gebäuden zuzustellen, sollten der Santa-Monica-Platz und die umliegenden Straßen (und Plätze) baulich umgestaltet werden und so einer "Event-Kultur" Spielräume ermöglichen.

Beide Entwicklungsstränge wurden darin mit Beschluss des Rates im Juli 2001 zum Ausbauplan 12/2001 "Santa-Monica-Platz und anliegende Straßen" zusammenführt. Die Neugestaltung des Synagogenstandortes wurde parallel dazu durch einen Ideen- und Realisierungswettbewerb vorangetrieben, dessen Ergebnis eine städtebaulich integrierte Gedenkstätte auf der Fläche der ehemaligen Synagoge und der Schule sein sollte. Namhafte Künstler, Stadt- und Landschaftsplaner wurden für diesen Wettbewerb gewonnen: Wilfried Hagebölling Paderborn), Büro Junker und Kurse mit Manfred Jockheck (Dortmund/Hamm), Erich Lütkenhaus mit Paul Flender (Hamm), Lützow 7 (Berlin), Ekkehard Neumann (Münster), Ansgar Nierhoff (Köln) und das Atelier Schreckenberg Partner mit HAWOLI (Bremen).

Im Rahmen ihres Unterrichts sollten sich Schülerinnen und Schüler weiterführender Hammer Schulen mit diesem Thema auseinandersetzen und eigene Vorschläge erarbeiten. Am 21. 11.2001 wurde der Beitrag von Wilfried Hagebölling durch die Jury als Siegerentwurf ausgezeichnet. Die beiden eingereichten Schülerbeiträge wurden belobigt.

Hagebölling beabsichtigt, entsprechend der gestellten Aufgabe, das gesamte Grundstück als Gedenkstätte zu gestalten. "Die Grundrisse der Synagoge und der Judenschule sind noch zu rekonstruieren und können zumindest teilweise als Fundamentreste im Boden bezeugt werden," so Hagebölling in seinem Erläuterungsbericht. Und weiter heißt es:

,Aus diesen historischen und archäologischen Zeugnissen soll ein Bodenrelief erarbeitet werden, das den Ort und seine Vergangenheit anschaulich werden lässt. Auch die jetzige Gestalt des Grundstücks in seiner Fremdheit, Vergessenheit und seinem naiven Charme soll, ebenso wie die vorhandenen Bäume in die Neugestaltung mit einbezogen werden.

Die Grundrisse werden auf unterschiedlichem Niveau durch Pflasterung, Stufen und Plateaus im Gelände markiert und ausgeformt. Das gesamte Grundstück soll in einem dichten Raster mit Platanen zu einem Baumgarten bepflanzt werden, wobei die vorhandenen Bäume als ,41.eitzeugen" in der neuen Bepflanzung erhalten bleiben.

Das Geviert mit dem Bodenrelief wird von dem Laubdach der Platanen überspannt und bildet im Stadtbild einen Hain aus, in dem die Spuren der Vergangenheit gesichert sind. Zwischen drei gleichen Doppelwinkelstücken aus gerostetem Stahl wird im Innern des Hains ein Kernraum als ein neues Zentrum ausgelotet und definiert. Durch die Strenge und genaue Zuordnung der Winkelstücke zueinander werden die räumlichen Energien zu einem Kontinuum von Raum, Zeit und Stille gebündelt, verdichtet und gehalten. Hierdurch entsteht ein würdiger, beseelter Ort jenseits aller oberflächlichen Trauer- und Feierlichkeitssymbolik oder Rhetorik, der sich durch sein Anders- und Besonderssein widerständig im Stadtbild absetzt ein meditativer Raum. (...) Etwa notwendige Schrift- und Namenstafeln sollen zurückhaltend als Bodenplatten einbezogen werden."

Voraussichtlich wird im Frühjahr 2003 mit dem letzten nördlichen Bauabschnitt auch die Realisierung der Gedenkstätte erfolgen. Die diesjährige Gedenkveranstaltung am 9. November fand also letztmalig im Schatten der ehemaligen Toilettenanlage vor dem Gedenkstein statt.

Siegbert Künzel 

(Mitarbeiter der GRÜNEN Ratsfraktion, beratendes Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr, Bezirksvertreter im Stadtbezirk Hamm-Mitte, Mitglied der Jury "Gedenkstätte am ehemaligen Synagogenstandort")

Gedenktafel beschädigt

Über ein Vorkommnis in Hamms Partnerstadt Oranienburg ist in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 7.11.2002 zu lesen: "Eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Todesmarsch ist in Oranienburg von Unbekannten beschädigt worden. Die Tafel wurde umgestoßen und beschmutzt, teilte die Polizei in Oranienburg mit. Ferner seien zwei Betonblumentöpfe an der Gedenktafel umgeworfen worden. Zur Aufklärung der Tat sei eine Ermittlungsgruppe gebildet worden." - So etwas passiert jede Woche mehrmals in Deutschland und man erfährt davon, wenn man sich nicht nur darauf beschränkt, den WA zu lesen.

Vor 25 Jahren erschien die erste Ausgabe von

"Der Grüne Hammer"

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Die Entstehungsgeschichte des "Grünen Hammers" begann in einer Zeit, als einige Menschen allmählich anfingen, sich Gedanken über ihren Umgang mit der Natur und mit ihrer Umwelt zu machen. Sie fragten sich beispielsweise was passiert, wenn wir mit unserem Konsum so weiter fortfahren wie bisher oder welche Folgen der stark zunehmende Autoverkehr hat. Diese Fragen wurden von einer deutlichen Minderheit in der Bevölkerung gestellt. Einige Menschen begannen, sich in Bürgerinitiativen zu organisieren, um gegen bestimmte Missstände anzugehen und um Alternativen zu suchen.

Der grüne Hammer - Ausgabe Nr.: 12 der ersten Serie, herausgegeben von der Bürgerinitiative

Als im Februar 1976 nach einer längeren Vorlaufphase die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm gegründet wurde, um das zweite geplante Atomkraftwerk in Hamm zu verhindern (der THTR war ja seit fast fünf Jahren im Bau), berichteten die Medien nur sehr wenig kritisches über Atomkraftwerke. Selbst auf den Lokalseiten vom "Westfälischen Anzeiger" (WA) wurde äußerst unzureichend über unsere Proteste informiert und schon gar nicht eigenständig und kritisch recherchiert. Die Lokalredaktion der "Westfälischen Rundschau" stand uns etwas offener gegenüber. Allerdings hatte die Lokalausgabe der WR in Hamm nur eine Auflage von ca. 5.000 Exemplaren und wurde 1981 aufgegeben.

Die zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen um das Atomkraftwerk Brokdorf in den Jahren 1976/77 und die einsetzende Terroristenhysterie nach diversen RAF-Aktionen- erschwerten eine ruhige, sachliche Auseinandersetzung mit vielen Bürgern über die Gefahren der Atomkraft. Es stellte sich heraus, dass es oft viel einfacher war über alltägliche Probleme, die mit der unmittelbaren Lebenswirklichkeit vieler Menschen zu tun haben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dazu gehörten beispielsweise die Situation auf Spielplätzen, Baum- und Naturschutz, Müll, Energiesparen oder die Verkehrssituation in Hamm. In den damaligen Medien wurden auch diese Themen sehr stiefmütterlich behandelt und die Menschen, die etwas ändern wollten, oft genug lächerlich gemacht oder bösartig angegriffen. Auch aus diesem Grund entstanden bundesweit über 200 Stadtblätter und Alternativzeitungen. Sie versuchten eine Gegenöffentlichkeit zu den von mächtigen Industrie- und Wirtschaftsinteressen gelenkten Medien aufzubauen.

Nachdem wir auch in Hamm etliche negative Erfahrungen mit der örtlichen Presse gemacht hatten, bildete sich in der Bürgerinitiative eine Redaktionsgruppe und begann mit der Arbeit. Das war keinesfalls einfach, da niemand über journalistische Erfahrungen verfügte und ein Vertriebsnetz ebenfalls nicht existierte. Da es damals die Grüne Partei noch nicht gab, bereitete uns als überparteilicher Bürgerinitiative die Namensgebung "Der grüne Hammer" keine Probleme.

Wenn die Zeitung kein zusammengeheftetes Sammelsurium aus unseren Presseerklärungen und Flugblättern werden sollte, mussten wir uns beim Schreiben der Artikel umstellen. Durch die Erweiterung des Themenspektrums weit über die Atomkraft-Probleme hinaus entstanden Kontakte zu anderen Umweltverbänden, Naturschützern und Dritte-Welt-Gruppen, die sich später als sehr nützlich für die weitere Zusammenarbeit herausstellten.

Selbstverständlich hatten wir damals keine Computer, sondern mussten umständlich mit Rubbelbuchstaben die Überschriften gestalten. Die Schreibmaschinenseiten wurden verkleinert und zu Spalten geklebt, um dem Layout einer "richtigen" Zeitung nahe zukommen. Kein Wunder, dass die Herstellung einer solchen Ausgabe mit allem drum und dran oft mehrere Wochen dauerte. Mit der Zeitung wollten wir auch Menschen ansprechen, die sich mit unseren Zielen noch nicht oder kaum auseinandergesetzt hatten. Da dazu der Vertrieb an Infoständen und auf Veranstaltungen nicht ausreichte, sind mir der bei den ersten drei Ausgaben durchgeführte Kneipenverkauf noch gut in Erinnerung. Etliche gelangweilte Thekensteher kauften nicht nur den "Grünen Hammer", sondern verwickelten uns in längere Diskussionen und gaben uns ein Bier aus, so dass an ein zügiges weiterkommen nicht zu denken war. Das war noch richtige Basisarbeit!

Nach drei Ausgaben wechselte teilweise die Redaktionszusammensetzung der etwa vierteljährlich erscheinenden Zeitung und ab dann war bis zum Schluss Siegbert Künzel größtenteils der Hauptverantwortliche. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich verschiedene kleinere Geschäfte als Verkaufsstellen heraus.

Die Themen im "Grünen Hammer" hatten auch mit dem zu tun, was Bürgerinitiativen am Anfang immer machen müssen, nämlich sich mit dem schwierigen Planungsrecht und den verschiedenen Instanzenwegen zu beschäftigen, die bei vielen kommunalen Entscheidungen eine Rolle spielen. Eine ganze Reihe von Verwaltungs- und Ratsentscheidungen wurden in den Artikeln kritisch hinterfragt. Es ging um den Schutz ökologisch wichtiger Landschaftsbestandteile an Lippe, Ahse und Salzbach genauso wie um den Schutz und Erhalt verschiedener Wälder. Der Straßenbauwut verschiedener Dezernenten und Politiker wurden Argumente und Bedenken entgegengesetzt.

Da es in unserer Bürgerinitiative eine Gruppe gab, die sich praktisch mit ökologischem Gartenbau befasste, schlug sich diese Betätigung in umfangreichen Abhandlungen über Gemüseanbau und nicht zuletzt über Verbraucherschutz nieder. Biologische Landwirtschaft war damals für die meisten Menschen ein absolut exotisches Thema. Doch die ersten Lebensmittelskandale waren wichtige Anknüpfungspunkte, Menschen sensibler zu machen.

Über unseren Widerstand in Hamm haben wir in den ersten Ausgaben etwas zurückhaltender berichtet, um die Leserinnen und Leser langsam an dieses Thema heranzuführen . Diese Zurückhaltung wurde aber nach einigen Ausgaben aufgegeben,weil die drohende Inbetriebnahme des THTR's und der geplante Bau weiterer Atomkraftwerke (beispielsweise die Baulinie 80) unsere engagierten Stellungnahmen dringend notwendig machten. In laufender Folge wurde also über Sicherheitsprobleme des THTR's, die langwierigen Prozesse gegen die Inbetriebnahme und den Katastrophenschutzplan berichtet. Beiträge über Alternativenergien, Kohleveredlung oder die Solidarität mit Gorleben wiesen schon damals über den eng gesteckten Rahmen einer Ein-Punkt-Bewegung hinaus.

Fortsetzung folgt in THTR-Rundbrief Nr.: 81!

Horst Blume (Ehemaliges Redaktionsmitglied von "Der grüne Hammer")

Forschung für neue Atomkraftwerke

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Noch am 13.9.2002 hat das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes NRW uns in einem Brief zum THTR geschrieben, "Die Entwicklung wurde wie bekannt abgebrochen" und versichert: "Die Landesregierung unterstützt die Bundesregierung in ihrem Bemühen, die Erzeugung elektrischen Stromes aus Atomkernenergie geordnet zu beenden."

Nun lesen wir auf der Homepage des Forschungszentrums Jülich, dass hier an einer Weiterentwicklung des THTR's gearbeitet wird, um in Südafrika einen neuen Pebble Bed Modular Reaktor zu bauen. Dieses Forschungszentrum forscht unter anderem im Auftrage eben jenes NRW-Ministeriums, das angeblich die Entwicklung des THTR's "abgebrochen" haben will. Bereits im Jahre 1997 hatten sich die rot-grüne Landesregierung und das Forschungszentrum Jülich auf einer Landtagsanhörung damit herausgeredet, dass mit den bisherigen atomaren Forschungsaktivitäten nur die ach so maroden bereits existierenden Meiler sicherer gemacht werden sollen (siehe THTR RB Nr.56, 1997). Jetzt geht es aber darum, dass mit Hilfe einer NRW Forschungseinrichtung und zumindest unter Duldung einer rot-grünen Landesregierung in einem anderen Staat da weitergemacht wird, wo man in NRW aufhören mußte. Wir zitieren aus dem Internetauftritt des Forschungszentrums Jülich:

"Das südafrikanische EVU ESKOM möchte in Südafrika einen Kernreaktor vom Typ Kugelhaufen bauen. Es ist ein graphitmoderierter, mit Helium gekühlter Hochtemperaturreaktor.

Ein solcher Reaktor, mit kugelförmigen Brennelementen ausgestattet, wurde bisher nur in Deutschland gebaut (Thorium Hochtemperatur Reaktor, THTR in Hamm-Uentrop, Westfalen). Der Reaktortyp gilt wegen seines besonderen sicherheitstechnischen Konzepts als zukunftsweisende Lösung im Reaktorbau. Aus diesem Grunde stehen die Südafrikaner mit dem Forschungszentrum Jülich, der deutschen Firma ABB in Mannheim und dem englischen Unternehmen AEA Technologies in Risley in einem engen Kontakt.

Die Firma AEA-Technologies wird den neuen Reaktor bauen. Das Forschungszentrum Jülich wurde an diesem Projekt beteiligt, weil die Idee zu dem Bau eines Kugelhaufenreaktors ursprünglich aus dem Forschungszentrum stammt (Prof. Schulten), weil die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu dem THTR vorwiegend im Forschungszentrum Jülich betrieben wurden und weil die Entwürfe für die neueren modularen Versionen dieses Reaktortyps im jetzigen Institut für Sicherheitsforschung und Reaktortechnik des Forschungszentrums entwickelt wurden."

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