Aktuelles - Neues vom Atom

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22.07.2015

Dilemma für Fukushima-Flüchtlinge

Artikel aus scinexx

Trotz weiterhin erhöhter Radioaktivität sollen Evakuierte zurückkehren

Riskante Rückkehr: Tausende Japaner könnten gezwungen sein, in verstrahlte Gebiete um Fukushima zurückzukehren. Denn die Regierung lässt die Kompensationszahlungen für Evakuierte auslaufen und wird einige Regionen für wieder bewohnbar erklären. Doch die Radioaktivität im Distrikt Iitate ist auch vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe teilweise noch gefährlich hoch, wie Messungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace ergaben.

Vier Jahre ist die Atomkatastrophe von Fukushima inzwischen her, doch trotz aller Anstrengungen ist weder in den betroffenen Reaktoren noch in der umgebenden Region Normalität eingekehrt – ganz im Gegenteil. Noch immer setzt die Ruine des Kraftwerks Radioaktivität frei – sowohl in Grundwasser und Böden, als auch in die Luft. In den evakuierten Gebieten wurde unterdessen fieberhaft daran gearbeitet, die am stärksten kontaminierte Bodenschicht abzutragen und Straßen und Gebäude von den gröbsten radioaktiven Verunreinigungen zu befreien.

Freigabe gesperrter Gebiete

Wie erfolgreich dies war, darüber gehen die Meinungen jedoch weit auseinander: Die japanische Regierung hält die Strahlenbelastung zumindest in einigen Bezirken für inzwischen niedrig genug, um die Gebiete wieder für bewohnbar zu erklären. Im September soll die Stadt Nahara wieder freigegeben werden, andere Städte und Bezirke sollen bis 2017 folgen. Gleichzeitig kündigte die Regierung an, die Kompensationszahlungen von monatlich 100.000 Yen bis 2018 auslaufen zu lassen.

Dies würde bedeuten, dass tausende Opfer der Fukushima-Katastrophe ohne diese niedrige, aber oft dringend benötigte Unterstützung dastünden. Für die Betroffenen könnte dies bedeuten, dass sie aus finanziellen Gründen zurück in ihre alte Heimat ziehen müssen – in ein Gebiet, das möglicherweise heute noch verstrahlt ist.

Noch immer verstrahlt

Wie radioaktiv belastet die vermeintlich inzwischen gereinigten Gebiete wirklich sind, hat ein Greenpeace-Team vor Ort getestet. Die Forscher führten dafür im etwa 30 Kilometer von Fukushima entfernten Distrikt Iitate Messungen in Wäldern, Siedlungen und auch auf angeblich bereits gesäuberten Flächen neben Häusern und Straßen durch.

Ihr Ergebnis: Zumindest in Iitate ist die radioaktive Belastung noch immer gefährlich hoch. Auf dekontaminierten Feldern wurden Werte gemessen, die einer jährlichen Dosis von mehr als 10 Millisievert entsprechen. "Fünf Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe galt für die 30-Kilometer-Zone die Hälfte des Werts, den wir jetzt in Iitate gemessen haben - und in die Sperrzone dürfen die Menschen noch immer nicht zurück", so Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital.

Dekontamination als Sisyphusarbeit

Die weitläufigen Wälder und Hügel Iitates bergen noch immer große Mengen Radioaktivität, die mit jedem Regen erneut auf die Felder und Wiesen der Region ausgewaschen werden. Die bereits erfolgte Dekontamination wird so hinfällig. "Diese Sisyphusarbeit wird auch in Hunderten von Jahren noch nicht abgeschlossen sein", so Smital. "Die Wahrheit ist: Diese Gegend lässt sich nicht dekontaminieren."

Nach Ansicht von Greenpeace ist damit die Radioaktivität im Distrikt Iitate auch vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe teilweise noch so hoch, dass eine Rückkehr der Menschen in ihre Häuser nicht zu verantworten ist. "Die Regierung verurteilt Tausende von Menschen zu einem Leben auf gefährlich verstrahltem Gebiet", so Smital.

Allerdings ist die radioaktive Belastung nicht in allen Gebieten des Sperrbereichs gleich hoch. So gilt der Distrikt Nahara, der ab September wieder freigegeben wird, als weitaus weniger belastet als Iitate. Denn Iitate bekam mit dem Wind große Mengen an radioaktivem Fallout ab, Nahara liegt dagegen südöstlich des Kraftwerks und wurde weniger stark kontaminiert. Unter den ehemaligen Bewohnern von Nahara sind die Meinungen offenbar geteilt: Einige haben Angst, zurückzukehren, andere wollen dies.
(Greenpeace, 22.07.2015 - NPO)

 


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16.07.2015

70 verstrahlte Jahre

Artikel von Markus Kompa aus telepolis

Am 16. Juli 1945 begann das Nuklearzeitalter

Der überwiegende Teil des Galaxis ist unbewohnt, was vor allem mit der kosmischen Strahlung erklärt wird, die organisches Leben abtötet. Auf unserem Planeten wird die kosmische Strahlung durch die Schichten der Atmosphäre sowie durch die Magnetosphäre abgeschirmt. Die natürliche terrestrische Strahlung ist so gering, dass zunächst im strahlungshemmenden Meer und dann innerhalb der Atmosphäre organisches Leben entstehen und sich weiterentwickeln konnte, meist auf Kohlenstoffbasis.

Heute vor 70 Jahren gelang es solchen auf Kohlenstoff basierenden Wesen erstmals, ihren fragilen Lebensraum durch Nuklearexplosionen selbst zu gefährden. Dies geschah in der Wüste von New Mexico im Rahmen des Manhattan-Projekts, das so geheim war, dass nicht einmal der Vize-Häuptling der USA eingeweiht war – und nach seinem ad-hoc-Amtsantritt ein unverhofftes Machtinstrument in seinem Schoß fand.

Für einen kriegsentscheidenden Einsatz war es zu spät, da das Kriegende in Europa bereits besiegelt und auch in Japan nur noch eine Frage der Form war, die dem als Gottkaiser verehrten dortigen Häuptling gerecht werden musste. Dennoch entschloss sich der neue US-Häuptling, den anderen Kohlenstoffeinheiten seine unverhoffte Macht zu demonstrieren. Die ursprünglich für Ludwigshafen bzw. Berlin vorgesehene Bombe fiel auf die Großstadt Hiroshima. Der Plan, mit einem Krieg alle Kriege zu beenden, ging jedoch nicht auf. Im Gegenteil kopierten Mitbewerber die Idee.

Fortan verstrahlten die Kohlenstoffeinheiten in oberirdischen Tests die Atmosphäre, etwa mit einer 50 Megatonnenbombe. Sie brachten die Bomben in bis zu 540 km Höhe zur Explosion und störten damit ausgerechnet die Strahlungsschutzschilder, von deren Existenz sie nicht einmal ahnten. Konkrete Pläne, etwa die Berlinkrise nuklear zu lösen, wurden nicht realisiert. Während der Kubakrise zündeten Kohlenstoffeinheiten in Ost und West im Weltraum Bomben, was leicht zu einem Missverständnis hätte führen können. Globale Folgen eines Kernwaffenkriegs wie ein nuklearer Winter waren damals unbekannt. Durch sorglosen Umgang mit dem Potential schuf man unnötige Risiken.

Bis in die 1980er Jahre verstrahlten die Häuptlinge mit oberirdischen Tests die eigene Bevölkerung und stellten zur Jahrhundertwende mit Ausnahme des nordkoreanischen Häuptlings sämtliche Tests ein. 1983 wäre es beinahe zu einem versehentlichen Atomkrieg gekommen. Die zivile Nutzung der Kernenergie wurde nach diversen Unfällen und dem ungelösten Problem der Endlagerung verstrahlter Abfälle inzwischen unpopulär.

Kohlenstoffeinheiten in den USA warben in den letzten Jahrzehnten für den militärischen Einsatz von taktischen Mininukes, der jedoch nicht realisiert wurde. Nunmehr konnte nun auch der Iran, der seit über 20 Jahren „demnächst“ die Bombe haben soll, zum Verzicht auf eine solche bewegt werden. Überzeugungsarbeit leisteten hierzu Häuptlinge, die selbst über 1.600 Nuklearbomben verfügen.

Die Chance, dass die Kohlenstoffeinheiten ihren Lebensraum nicht auf nukleare Weise selbst zerstören, scheint insgesamt gestiegen zu sein.

 


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Bure: erstes europäisches Endlager für hochradioaktiven Atommüll?

Thomas Pany telepolis

Frankreich: Im Wirtschaftsgesetz "Macron" versteckt findet sich eine Regelung, die Pläne für ein Endlager in Lothringen forciert.

Atommüll ist politisch gleichbedeutend mit Ärger, auch im Atompark Frankreich. Also hat die französische Regierung zu einer Art Hütchentrick gegriffen, nachdem die Umweltministerin mit dem Thema in ihrem Ressort nichts zu tun haben wollte: Sie hat eine gesetzliche Verfügung zur Lagerung hochradioaktiver Abfälle in ein Gesetzespaket verpackt, das wirtschaftliches Wachstum und Investitionen ankurbeln soll und das "nur einem Interesse dient", dem der Allgemeinheit.

Das ist nicht die einzige Finte, die das Prozedere fernsehserienreif macht. Das Gesetz Macron, benannt nach einem Ex-Investmentbanker, der nun Wirtschaftsminister ist, wurde ohne Abstimmung in der Nationalversammlung durchgedrückt. Das ist in Frankreich nach Artikel 49 (3) der Verfassung bei Gesetzen möglich, wenn es um Finanzen geht. Dann genügt für die Verabschiedung eines Gesetzes, dass der Premierminister, nach Absprache mit dem Kabinett, die Verantwortung der Regierung vor der Assemblée nationale geltend macht. Der Artikel 201 des Gesetzes Macron, der die Lagerung von radioaktiven Abfällen regelt, wurde damit ohne Abstimmung verabschiedet. Der andere große Aufreger: Er wurde in letzter Minute dem Loi Macron hinzugefügt, unbemerkt. Die öffentliche Aufmerksamkeit galt anderen Themen des Macron-Gesetzentwurfs.

Saarland: Angst vor dem "gefährlichsten atomaren Dreieck Europas"

Das könnte sich jetzt ändern. Heute befasste sich zum Beispiel der saarländische Landtag mit den Implikationen des Artikels 201, nämlich, dass der lothringische 86-Einwohner-Ort Bure Standort für ein Atommülllager wird (Bure - erstes Atomendlager Europas?). Bure liegt in der Luftlinie nur etwa 150 Kilometer vom Saarland entfernt. Die Ängste im Saarland fasst die Linke-Abgeordnete Dagmar Ensch-Engel zusammen, wenn sie vom "gefährlichsten atomaren Dreieck Europas" spricht: Endlager Bure, dazu die "Pannenreaktoren" in Cattenom und Tihange. In einer gemeinsamen Resolution aller Fraktionen sprach man sich gegen die geplante Deponie aus und forderte, die deutsche Bundesregierung dazu auf, der französischen zu erklären, dass dieser Standort für die Region unzumutbar wäre.

Auch der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) kritisierte das Vorgehen der französischen Regierung scharf. Düpiert würden nicht nur die französischen Bürger, "sondern alle Menschen in der Großregion". Ob die Kritik aus Deutschland die französische Regierung zum Umdenken bewegt, ist fraglich. Allerdings wächst auch in Frankreich Widerstand. Die bekannten Anti-Atominitiativen in Frankreich haben die Endlager-Irreführung längst entdeckt, wie z.B. Sortir du Nucleaire und mobilisieren dagegen. Die Regierung habe den Ökologen mit dem eingeschmuggelten Gesetz den Krieg erklärt, zitiert Le Monde Abgeordnete der französischen Grünen (EELV). Auch deren Generalsekretärin ist wütend und spricht von einem "schweren Fehler der Regierung". Immerhin: Bisweilen wirbt die PS-Regierung noch, der Mehrheit im Parlament willen, um die Gunst der Öko-Partei.

Ausstehende Genehmigungen

Mehr Schwierigkeiten könnte der Regierung allerdings bereiten, was der saarländische Umweltminister anspricht, dass das Gesetz Macron kein vorgeschriebenes Genehmigungsverfahren ersetze. Tatsächlich muss die französische Behörde Andra, die für die Entsorgung und Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständig ist, für die Schaffung eines Atommülllagers in Bure erst eine Ermächtigung dafür beantragen, berichtet Le Monde.

Zudem geht aus dem Artikel hervor, dass die gesetzlichen Regelungen im Artikel 201 des Loi Macron nicht eindeutig festlegen, dass Bure, wie die Gegner schon seit längerem befürchten oder ahnen, zum ersten Atommüllendlager der Welt wird.

Bure, so Le Monde, könne nicht ohne weitere Genehmigungen und gesetzliche Schritte zu einem Endlager werden. Das Projekt Cigéo, unter dem die Andra-Pläne zur langfristigen Lagerung von Atommüll in Bure firmieren, sei allerdings durch das Gesetz ziemlich gut eingemauert.

Kritiker machen, wie an dieser Stelle bereits berichtet, seit vielen Jahren "auf viele ungeklärte Fragen aufmerksam, denen bis jetzt nicht nachgegangen wurde, auf Hohlräume im Gestein, Trinkwasseradern, Feldspalten und die Reaktion des Gesteins auf die Wärme der radioaktiven Behälter". Dazu kommen enorme Kosten.

Sollte Andra bis 2017 eine Genehmigung für die Schaffung eines Atommülllagers bekommen, dann kommen geschätzte Kosten von rund 36 Milliarden Euro auf die französischen Steuerzahler zu, berichtet die französische Zeitung. Mit dem Zusatz, dass die endgültigen Kosten unbekannt sind.


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Den Artikel aus scinexx

- Studie an 300.000 Arbeitern in Atomkraftwerken belegt krebserregende Wirkung niedriger Strahlendosen -

habe ich in einen komplett neuen Beitrag in den Bereich - Fakten und Studien - eingebaut. Diesen Artikel findet ihr in dem Beitrag: 2015 - Niedrigstrahlung

Das Thema Niedrigstrahlung bzw. Hintergrundstrahlung tauchte zwar immer mal wieder, hier und da in verschiedenen Beiträgen auf, aber ich fand es an der Zeit diesem Themenkomplex eine eigene Beitragsseite zu widmen.


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