Aktuelles - Neues vom Atom

AKW-Symbol 64x64 px (Grafik: Hendrik Tammen Lizenz: cc-by)

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20.07.2016

Akw Fessenheim: Atomaufsicht legt Reaktor still

Artikel aus www.badische-zeitung.de

Der Block 2 des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim bleibt auf unbestimmte Zeit abgeschaltet. Angeordnet hat dies die französische Atomaufsicht ASN. Warum?

Schon am 13. Juni war der Druckwasserreaktor wegen Mängeln am Stahl eines seiner Dampferzeuger vom Netz genommen worden. Die bisherigen Tests haben die Zweifel der Atomaufseher an der Widerstandsfähigkeit des Druckkessels nicht ausräumen können.

Rein formal hat die Kontrollbehörde das Prüfzertifikat für den fraglichen Dampferzeuger aufgehoben. Der ist neben dem Druckbehälter eines der wichtigsten Stahlteile in einem Akw. Daher darf das Kraftwerk vorerst nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die Entscheidung könnte den Plänen der sozialistischen Regierung zuarbeiten, Fessenheim definitiv stillzulegen.

"Wir sind derzeit nicht in der Lage, die Betriebsfähigkeit des installierten Dampfgenerators zu bescheinigen", erklärt Julien Collet, der stellvertretende Direktor der ASN. In ihrem Prüfbericht bemängelt die Atomaufsicht, der 2008 hergestellte Generator entspreche nicht den technischen Unterlagen, die der Behörde übermittelt worden seien. Eine Sprecherin der ASN erklärte gegenüber der Badischen Zeitung, man erwarte von Areva, dem Hersteller des Generators, dass genau dargelegt werde, welche weiteren Materialprüfungen und Tests nun anstehen. Erst wenn dieses Pflichtenheft und dann auch die Prüfergebnisse vorlägen, werde die ASN entscheiden, ob und wann der Reaktor wieder in Betrieb gehen könne. Kann Areva, als Bauträger der französischen Akw direkt verantwortlich für die Mängel an den Generatoren, die Zweifel an der Qualität des Stahls nicht ausräumen, könnte die ganze Anlage auch ausgetauscht werden, was jedoch ein aufwendiges Vorhaben wäre.

Erst 2011 waren die drei gut 20 Meter hohen und 300 Tonnen schweren Dampfgeneratoren in Block 2 vom Akw-Betreiber Electricité de France (EdF) für 150 Millionen Euro erneuert worden – angeblich wegen Funktionsschwächen. Nicht zuletzt wegen der angespannten Finanzen beim ehemaligen Staatskonzern dürfte ein erneuter Austausch schwierig zu kalkulieren sein.

EdF rechnet nur mit Wochen

Bei EdF geht man derzeit allerdings nicht von dieser kostspieligen Lösung aus. Ein Sprecher sagte am Mittwoch auf Anfrage, vorrangiges Ziel sei es, der Atomaufsicht die erforderlichen Testergebnisse zu liefern, um den Reaktor wieder in Betrieb nehmen zu können. EdF vertraue darauf, dass sich die Genehmigung nur um Wochen verzögern werde. Areva und EdF müssen nachweisen, dass die festgestellten zu hohen Kohlenstoffkonzentrationen im unteren Bereich des Dampfgenerators weder im Normalbetrieb noch bei einem nuklearen Unfall ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Bekannt geworden waren diese Mängel in Zusammenhang mit einem Skandal um die französische Stahlschmiede Le Creusot. 2015 hatte die Atomaufsicht Materialunregelmäßigkeiten am Druckbehälter des neuen Reaktors EPR in Nordfrankreich festgestellt. Die ASN-Kontrolleure gingen den Ungereimtheiten nach und stießen auf Hunderte von Prüfunterlagen mit technischen Daten, die zwar den Vorschriften, nicht jedoch den Tatsachen entsprachen.

Unregelmäßigkeiten auch in Beznau

Mehr als 80 solcher Unregelmäßigkeiten wurden in französischen Anlagen entdeckt, aber auch in einigen Reaktoren im Ausland, darunter das schweizeriscvhe Kraftwerk Beznau 1. Dort betreffen die Unregelmäßigkeiten sogar den Reaktordruckbehälter. Creusot belieferte zudem die umstrittenen belgischen Akw Doel und Thiange. Auch Block 1 des Akw Fessenheim hatte die Atomaufsicht nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten auf Sicherheitsprobleme untersucht, fand aber offenbar nichts Bedenkliches.

Areva sieht die ASN-Entscheidung lediglich als Vorsichtsmaßnahme, spricht von Abweichungen bei den Herstellungsstandards. Das baden-württembergische Umweltministerium verfolgt die Vorgänge in Fessenheim "mit Sorge". Auf Prüfzertifikate müsse man sich verlassen können, sagte ein Ministeriumssprecher.

Paul Lacôte, Mitglied der lokalen Überwachungskommission Fessenheim und Vizepräsident des französischen Dachverbandes der lokalen Akw-Kommissionen, glaubt nicht, dass die Materialprobleme in Fessenheim schwerwiegender seien als in anderen französischen Anlagen. "Ich halte das in erster Linie für eine politische Entscheidung", sagt Lacôte. "Für mich öffnet die ASN hier die Tür zur definitiven Stilllegung." Die Verhandlungen zwischen dem französischen Akw-Betreiber EdF und der Regierung über die von Staatspräsident François Hollande für 2017 versprochene Abschaltung stecken fest. Der Betreiber hätte den Antrag auf Stilllegung Ende Juni stellen müssen.

 


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14.07.2016

Atommüll-Endlager in Bure rückt näher

Artikel von Hélène Maillasson, aus www.saarbruecker-zeitung.de

Grünes Licht in Nationalversammlung – Saar-Politik übt Kritik

Paris drängt auf eine Realisierung des Atommüll-Endlagers in Lothringen. Doch bis zur endgültigen Genehmigung werden noch Jahre vergehen. Diese Zeit wollen Projektgegner auch aus dem Saarland nutzen.

Nach dem französischen Senat hat nun auch die Nationalversammlung grünes Licht für das Cigéo-Projekt gegeben. Demnach soll im lothringischen Bure ein Endlager für hochradioaktiven nuklearen Müll entstehen. Das Gesetz sieht auch die Rückholbarkeit des Atommülls vor, sollten in den ersten 100 Jahren bessere technologische Lösungen für die Aufbewahrung gefunden werden.

Die französische Atommüllbehörde Andra begrüßte das Votum der Abgeordneten und betrachtete dies als eine gute Vorlage für die Vorbereitung des Antrags zur Betriebserlaubnis. Denn auch wenn das Projekt mit der Verabschiedung des Gesetzes eine weitere Hürde genommen hat, bleibt die endgültige Entscheidung der Regierung vorbehalten. 2018 soll die Andra eine Betriebserlaubnis beantragen, die von der Atomaufsichtsbehörde geprüft wird. Erst wenn auch diese das Projekt abnickt, könnte der Präsident das Gesetz erlassen und dann erst würden die tatsächlichen Bauarbeiten für das Lager in Bure beginnen. Die Einlagerung des Atommülls in Lothringen könnte dann 2030 beginnen.

Die Gegner stören sich nicht nur am Kern des Projekts und am voraussichtlichen Budget, das von 34 auf 41 Milliarden Euro nach oben korrigiert wurde, sondern auch an der Personalie. Pikanterweise wurde das Cigéo-Gesetz vor der Nationalversammlung von Christophe Bouillon als Berichtserstatter eingebracht, der zugleich als Aufsichtsratsvorsitzender der Andra fungiert.

Auch aus dem Saarland hagelt es Kritik. Laut Grünen-Chef Hubert Ulrich hat das Öko-Institut Darmstadt in einer Studie bezweifelt, dass die Tonformation in Bure überhaupt als Endlagerstandort geeignet ist. Außerdem erinnerte Ulrich daran, dass dort im Januar ein Arbeiter beim Einsturz eines Stollens starb. „Eine solche Entscheidung gefährdet die guten nachbarlichen Beziehungen in der Großregion SaarLorLux“, mahnte auch der Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD). Für Dagmar Ensch-Engel von der Linkspartei steht fest, Frankreich habe sich längst für Bure entschieden: „Die französischen Regierungen haben nie ernsthaft einen anderen Standort als den lothringischen für ihren Atommüll geprüft“. Sie forderte ein Mitspracherecht für die Nachbarstaaten.

Auf eine Beteiligung des Saarlandes hatte auch Umweltminister Reinhold Jost (SPD) bei seinem Besuch der Anlage in Bure im März gepocht. Er stellte gestern klar: „Wir wollen nicht noch eine atomare Einrichtung in der Großregion.“ Notfalls wolle man auch den Klageweg prüfen.

 


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12.07.2016

Gerichtsentscheid - Atomkraftwerk in Japan bleibt abgeschaltet

Artikel von de.reuters.com

In Japan darf der Versorger Kansai seinen Atomreaktor Takahama nicht wieder hochfahren.

Ein Gericht in der Stadt Otsu folgte am Dienstag den Bedenken von Anwohnern, die die Anlage nicht genügend gegen etwaige große Störfälle gesichert sehen. Damit laufen weiter nur zwei der 42 Atomreaktoren im Land. Erst am Sonntag war bei der Gouverneurswahl in Kagoshima im Südwesten des Landes der Amtsinhaber abgewählt worden, der das Wiederanfahren von Reaktoren in seiner Präfektur befürwortet hatte. Künftig sitzt dort nun ein Atomkraft-Gegner am Ruder.

Eigentlich wollen Regierung und viele Industrieunternehmen zur Atomenergie zurück, weil die verstärkte Einfuhr von Kohle und Flüssiggas zur Stromproduktion viel Geld kostet. Allerdings ist die Mehrheit der Bevölkerung nach dem Atomunglück in Fukushima im März 2011 gegen Kernenergie.

Der Versorger Kansai kündigte am Dienstag an, das Verbot zum Wiederanfahren vor dem nächsthöheren Gericht anzufechten. Dort stehen Kansais Chancen nach Einschätzung von Rechtsexperten gut, weil Richter der höheren Häuser sich eher auf die Seite der Regierung schlagen. Allerdings dürfte sich der zunehmende Gegenwind auch in der künftigen Politik von Ministerpräsident Shinzo Abe niederschlagen. So werde die Regierung in ihrem kommenden Energieplan die Bedeutung der Atomkraft nicht mehr so stark in den Vordergrund stellen wie bislang, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

 


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08.07.2016

Falsche Kontrollen im AKW Phillipsburg: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Artikel von Ramona Holdenried aus www.ka-news.de

Karlsruhe - Berichte über vorgetäuschte Prüfungen im AKW Philippsburg haben deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Wie ein Sprecher der Karlsruher Staatsanwaltschaft im Gespräch mit ka-news bestätigt, wird nun gegen zwei Männer ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt gegen zwei Mitarbeiter einer externen Firma, die Prüfprotokolle im AKW Philippsburg gefälscht haben sollen. "Es geht um den Tatvorwurf des Betrugs, da Leistungen abgerechnet wurden, die nicht erbracht wurden", so ein Pressesprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber ka-news.

Kraftwerksbetreiber EnBW hatte bei Untersuchungen zunächst festgestellt, dass ein Fremdfirmen-Mitarbeiter eine wiederkehrende Prüfung an einem Störfallmonitor in Block II in Philippsburg zwar dokumentiert, aber nicht durchgeführt hatte. Im April wurde bekannt, dass auch Prüfprotokolle vordatiert wurden, um verpasste Termine zu vertuschen. In insgesamt 23 Fällen soll es zu Ungereimtheiten gekommen sein.

 


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