Aktuelles - Neues vom Atom

AKW-Symbol 64x64 px (Grafik: Hendrik Tammen Lizenz: cc-by)

In diesem Bereich sammeln wir Artikel und Informationen rund um das Thema 'Atom' aus den verschiedensten Quellen.

Artikel die sich nicht mehr hier in 'Aktuelles' befinden, sind inzwischen wahrscheinlich in einem der 'THTR Rundbriefe' oder in dem Bereich 'Zeitungsarchiv - Wichtige Artikel' zu finden.

Bemühen Sie gegebenenfalls unsere interne Suche, um den gesamten Inhalt dieser Homepage, nach relevanten Suchwörtern, zu durchsuchen.


Zweifelhafter Ruhm

22.05.2015

THTR in Uentrop einer der größten Bau-Flops bundesweit

Frank Lahme - Westfälischer Anzeiger

Hamm - Der THTR in Uentrop hat gut 25 Jahre nach seiner Stilllegung noch einmal zweifelhaften Ruhm erlangt. Er wird als einer der größten bundesdeutschen Bauflops der vergangenen 55 Jahre bewertet.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Berliner „Hertie School of Governance“. Mit Mehrkosten von 3,1 Milliarden Euro und einer Kostensteigerung um 336 Prozent landet das 1985 mit neunjähriger Verspätung (Baubeginn 1971) fertiggestellte Kraftwerk auf Platz sieben der schwarzen Liste.

Die größte Geldverbrennung erfolgte nach Feststellung der Berliner Wissenschaftler bei der Einführung des Lkw-Mautsystems Toll Collect mit 6,9 Milliarden Mehrkosten und einer Teuerungsrate von 1.150 Prozent.

170 in Deutschland seit 1960 realisierte Großprojekte wurden in der Studie, die den Titel „Großprojekte in Deutschland – zwischen Ambition und Realität“ trägt, erfasst und analysiert. Darunter befinden sich 119 abgeschlossene und 51 noch laufende, im öffentlichen Interesse stehende Projekte.

Aus NRW finden sich bei den Flops unter anderem der Schnelle Brüter in Kalkar, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Landeskriminalamt Düsseldorf, das Johannes-Wesling-Klinikum in Minden und das Protonentherapiezentrum in Essen, wie der WA auf Nachfrage erfuhr. Die komplette Liste wird nicht zur Verfügung gestellt.


Seitenanfang


 



15.05.2015

Kohle für AKW-Rückbau gebraucht

Reimar Paul in Neues Deutschland

RWE-Chef Terium: Unternehmen muss Geld für die nukleare Entsorgung erst noch verdienen

Während der Energiekonzern RWE am Mittwoch weitere Gewinneinbußen beklagte, sorgt RWE-Chef Terium im TV-Interview für Furore: Geld für den Rückbau von AKW müsse noch verdient werden.

Das Geld für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle sei da. Das haben die vier großen Stromkonzerne und AKW-Betreiber immer wieder versichert. Die insgesamt rund 35 Milliarden steuerfreier Rücklagen lägen zwar nicht in einem Safe oder auf einem Sparbuch, sie seien aber gut angelegt und stünden zur Verfügung, wenn sie gebraucht würden. Doch das stimmt gar nicht, wie RWE-Chef Peter Terium jetzt in einem Fernsehinterview einräumte. Das Geld für die Beseitigung der radioaktiven Altlasten ist offenbar gar nicht vorhanden und muss erst noch verdient werden.

Eigentlich drehte sich das am vergangenen Montag ausgestrahlte Interview des Senders n-tv mit dem RWE-Chef um den - inzwischen schon wieder abgeschwächten - Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), eine Kohlendioxidabgabe auf ältere Braunkohlekraftwerke zu erheben. RWE hält von dieser Idee bekanntlich gar nichts, dabei ist der Konzern der größte CO2-Emittent Europas. »Wenn sie so kommt, auch in der Höhe, wie sie ursprünglich vorgesehen war, dann trifft das zu 80, 90 Prozent unsere Braunkohle in einem Ausmaß, wo RWE es nicht mehr stemmen können würde«, sagte Terium in dem Gespräch.

RWE sei aber auf das Geld angewiesen, das mit der Braunkohle noch zu verdienen sei, um zukünftig seine sozialen Versprechungen wie Altersteilzeit oder einen vorgezogenen Ruhestand erfüllen zu können. Und dann fällt der Satz: »Wir brauchen das Geld, das wir in der Braunkohle noch verdienen, auch für den Rückbau der Kernkraftwerke und die Endlagerung. Das alles braucht Geld, das muss irgendwo her kommen.« Leider hakt der der n-tv-Reporter nicht weiter nach, doch die Aussage ist eindeutig: Entweder hat RWE entgegen früheren Behauptungen die für das Unternehmen anteiligen 17 Milliarden Euro gar nicht zurückgelegt. Oder Terium will mit seiner Äußerung Druck auf die Bundesregierung ausüben, damit diese ihre Pläne für eine Klimaabgabe zurückzieht.

Aus Sicht von Greenpeace bricht damit »ein Lügengebäude« der Stromkonzerne in sich zusammen. Die Erklärung von Terium sei eine Bankrotterklärung im Wortsinn, sagte der Atomexperte der Umweltschutzorganisation Tobias Münchmeyer dem WDR. »Das bedeutet, RWE hat nicht vorgesorgt, hat nicht das getan, was es über Jahre beteuert hat, dass nämlich Rückstellungen gebildet würden, die sicher seien«. Terium mache jetzt deutlich, dass nichts abgesichert sei und RWE auf Geschäfte in der Zukunft angewiesen sei, um den Rückbau von AKW und die Endlagerung abzudecken. »Da tun sich für mich Abgründe auf«, so Münchmeyer.

»Der Kaiser ist nackt: RWE hat kein Geld für die Folgekosten der Atomkraft auf die Seite gelegt, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist«, kommentiert Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation »ausgestrahlt«. Die Stromkonzerne müssten die Gelder, die in ihren Büchern für AKW-Abriss und Atommülllagerung stünden, endlich in einen öffentlich-rechtlichen Fonds abgeben. Außerdem sollte »die Regierung nachrechnen, wie teuer die Sache wirklich wird. Wenn RWE nicht zahlen kann, müssen eben Unternehmensteile verkauft werden. Wer Milliarden mit Atomkraft verdient hat, muss auch zahlen, wenn das dicke Ende kommt«, sagte Stay.


Seitenanfang


Wer da?

Aktuell sind 11 Gäste online

GTranslate

Afrikaans Arabic Belarusian Bulgarian Chinese (Simplified) English Finnish French Georgian Hebrew Hindi Indonesian Japanese Lithuanian Malay Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Thai Turkish