14.02.2017

Wankender Riese

Toshiba in ernsten Schwierigkeiten

Artikel aus www.dw.com

Der japanische Industriegigant Toshiba muss die Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen verschieben, die Börse reagiert entsetzt. Die Zukunft des Konzerns ist in Gefahr. Der Toshiba-Chef kündigte seinen Rücktritt an.

Es dauerte ein paar Stunden, dann kam der Paukenschlag: Der Vorstandsvorsitzende von Toshiba, Shigenori Shiga, will gehen. Die Toshiba-Aktien hatten zuvor am Dienstag in der Spitze 9,4 Prozent verloren, als bekannt wurde, dass die Bilanzen erst Mitte März vorgelegt werden können. Nach vorläufigen Zahlen rechnet der Konzern mit einem Verlust von umgerechnet fast 3,2 Milliarden Euro.

Zukunft gefährdet

Der jüngste Einbruch für Toshiba an der Börse in Tokio begann, als die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Morgen meldete, Toshiba müsse eine Gewinnwarnung herausgeben und mitteilen, die Zukunft des Unternehmens stehe in Frage. Seit Dezember, als erste Meldungen über Probleme in der AKW-Sparte bekannt wurden, hat Toshiba an der Börse die Hälfte an Wert verloren.

Zum Handelsschluss am Dienstag in Tokio war das Papier von Toshiba acht Prozent weniger wert als am Vortag. Hintergrund der Probleme des Konzerns sind nach Unternehmensangaben offene Fragen im AKW-Sektor. Dabei geht es um die Übernahme einer US-Firma, die Atommeiler baut. Hier drohen Abschreibungen in Milliarden-Höhe.

Der zu erwartende Milliarden-Verlust geht offenbar vor allem auf diesen Zukauf in den USA zurück. Toshiba versucht seit Jahren, seinen AKW-Bereich umzubauen. Nach der Atom-Katastrophe von Fukushima im März 2011 ist der gesamte Sektor in Japan in Schwierigkeiten.

Missglückte Übernahme

Die Übernahme des US-Unternehmens Stone & Webster durch die Toshiba-Tochter Westinghouse sollte eigentlich Einbrüche am japanischen Markt mit der Atomenergie ausgleichen. Tatsächlich führte sie früheren Meldungen zufolge zu Verlusten von mehr als sechs Milliarden Dollar. Bei den Verlusten geht es offenbar um die Bewertung der Akquisition in den USA. Man kläre mit den Buchprüfern noch immer die Verluste in Zusammenhang mit dem Kauf des US-Kraftwerkbauers, begründete der Konzern nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die Verzögerung vom Dienstag.

Toshiba hatte nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung zuletzt hohe Verluste eingefahren und Konzernteile verkaufen müssen. Die Schulden könnten Medienberichten zufolge das Vermögen des Konzerns übersteigen. Toshiba ist eines der bekanntesten Unternehmen Japans und einer der größten Hersteller elektronischer Geräte weltweit. Er beschäftigt fast 190.000 Menschen.


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