28.12.2016

Toshiba hat sich am Kauf einer amerikanischen Atomfirma verhoben -
Japanischer Technikkonzern prüft Kapitalerhöhung

Toshiba-Aktien brechen ein

Artikel aus www.nzz.ch

Die im Dezember 2015 zugekauften Atomprojekte zwingen Toshiba zu hohen Abschreibungen. Dem Konzern droht ein Loch in der Kasse. Die Titel des japanischen Technikkonzerns setzen die Talfahrt am Mittwoch fort.

Hohe Abschreibungen in seinem Geschäft mit Atomkraftwerken (AKW) könnten den kriselnden japanischen Technikkonzern Toshiba zu einer Kapitalerhöhung zwingen. Die Kapitaldecke sei dünn, die Verluste bei seinem amerikanischen AKW-Bauer Westinghouse seien enorm, sagte Konzernchef Satoshi Tsunakawa am Dienstag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Sein Unternehmen müsse eine Verstärkung des Kapitals untersuchen.

Aktie stark unter Druck

Als Grund für das neue Dilemma nannte Toshiba Kostenüberschreitungen bei AKW-Projekten der Firma CB&I Stone & Webster, die Westinghouse im Dezember 2015 von Chicago Bridge & Iron (CB&I) gekauft hatte. Dadurch drohen Toshiba nach Schätzungen japanischer Medien enorme Wertberichtigungen zwischen 875 Mio. und 4,4 Mrd. Fr. Die genaue Auswirkung des finanziellen Fallouts seines Atomgeschäfts auf die Bilanz ist zwar auch nach Toshibas Ausführungen noch unklar. Aber dem klammen Unternehmen droht jede grössere Belastung das Eigenkapital auszulöschen. Ende September betrug der Kapitalpuffer nur noch 363 Mrd. Yen (3,2 Mrd. Schweizer Franken = ca. 2,98 Milliarden Euro ).

Toshiba-Aktien im Sinkflug

Die Anleger haben daher schon vor Toshibas offizieller Ankündigung ein vorläufiges Urteil über Toshiba gesprochen. Am Dienstag stürzte der Aktienkurs um 11,6% ab, nachdem japanische Medien vorab über den neuen drohenden Verlust berichtet hatten. Denn damit stand bereits fest, dass die neuen Probleme bei Westinghouse mindestens die ersten Sanierungserfolge Tsunakawas auslöschen würden. Am Mittwochvormittag lagen die Titel um 20% im Minus.

Ausgelöst wurde die gegenwärtige Krise 2015 durch die Aufdeckung eines Bilanzskandals. Damals gestand das Unternehmen, über Jahre hinweg in einigen Sparten systematisch Gewinne aufgebläht zu haben. Toshiba musste daraufhin nicht nur Bilanzen rückwirkend korrigieren, sondern verlor auch einen Grossteil seiner Führung.

Zu allem Überfluss verstärkten Verluste in anderen Sparten die Krise. Fast 2 Mrd. Fr. trug allein Westinghouse bei. Unter dem Strich schrieb Toshiba daher im Jahr 2015 einen Reinverlust von 4 Mrd. Fr. Dennoch schöpften die Aktionäre im September Mut. In seiner Halbjahresbilanz überraschte das Unternehmen dank einem unerwartet guten Absatz von Speicherchips für Smartphones mit einem Betriebsgewinn von 850 Mio. Fr. Toshiba verdreifachte daraufhin den Prognosewert für das noch bis Ende März 2017 laufende Bilanzjahr auf 1,6 Mrd. Fr. Unter dem Strich sollte ein Reingewinn von 1,3 Mrd. Fr. bleiben. Doch schon Mitte Dezember begann der Kurs wieder zu sinken. Denn die Tokioter Börse entschied, Toshibas Aktie noch weiter unter Beobachtung zu halten. Damit ist eine Dekotierung weiter nicht ausgeschlossen.

Management verteidigt sich

Nur hatte offenbar kaum ein Aktionär mit einem weiteren Milliardendebakel bei Westinghouse gerechnet. Dabei streiten Toshiba und CB&I seit Herbst gerichtlich über den Verkaufswert des Unheilbringers. Vielleicht sind die komplexen Berechnungen des Goodwills der Grund, dass den Anlegern die Tragweite nicht klar war. Der könnte nun laut Toshiba von ursprünglich 87 Mio. $ auf mehrere Milliarden Dollar steigen, mit noch unklaren Folgen für die Bilanz.

Trotz dem finanziellen Schaden verteidigte Tsunakawa den Kauf gegenüber der Kritik, dass dies nur ein weiteres Beispiel mangelhafter Kontrolle sei. Das Verfahren sei korrekt gewesen, meinte der CEO, der seit Juni im Amt ist. Das Management habe geglaubt, dass der Kauf mehr Vorteile als Risiken berge.

 

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