19.11.2015

AKW für Argentinien - China baut nicht nur, sondern finanziert auch

Artikel aus www.nzz.ch

Chinesische Kernkraftwerkbauer suchen neue Märkte. Im klammen Argentinien wollen sie nicht nur zwei AKW bauen, sondern sie durch grosszügige Kredite auch gleich noch selber finanzieren.

China will in Argentinien zwei Atomkraftwerke bauen im Wert von 15 Mrd. $. Den Kauf wird China den Argentiniern über 18 Jahre zu Vorzugszinsen fast vollständig finanzieren. Das ist für Argentinien ein Glücksfall. Einerseits fehlt dem Land der Strom. Andererseits bekommt es seit 14 Jahren keinen Kredit im Ausland, seit es seine Schulden nicht mehr zurückbezahlt. Nur China ist eingesprungen. Das Reich der Mitte hat Argentinien einen grosszügigen Devisenkredit von rund 10 Mrd. $ gegeben, damit es weiterhin importieren kann. Dem Sojaexporteur drohen die Devisen auszugehen, wegen des niedrigeren Preises für die Proteinbohnen auf dem Weltmarkt.

Dennoch bleibt abzuwarten, ob der argentinisch-chinesische Atomdeal tatsächlich zu einer Verdopplung der Energie aus Atomkraft in Argentinien führen wird, wie die Regierung hofft. Denn Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ist nur noch knapp drei Wochen im Amt. Bei den Stichwahlen am Sonntag wird ihr Nachfolger bestimmt, der dann am 10. Dezember die Nachfolge von Frau Kirchner antritt. Der Oppositionskandidat Mauricio Macri hat bereits angekündigt, dass er als Präsident alle Abkommen mit China überprüfen werde.

Die rätselhafte Eile beim Abschluss des Deals lässt zwei Interpretationen zu: Einerseits könnte Frau Kirchner daran gelegen sein, als diejenige in die Geschichte einzugehen, die das Land in seine strahlende (Energie-)Zukunft geführt hat. Andererseits zeigt es aber auch den Druck der chinesischen Atomkonzerne, die im Ausland neues Geschäft suchen. Chinas Staatsführung rechnet damit, dass in 60 Ländern weltweit bis 2030 rund 200 Kraftwerke gebaut werden. Chinas Konzerne sollen davon 30 liefern. So versucht Chinas General Nuclear Power Group (CGN) in Grossbritannien einen Fuss in die Türe zu bekommen, und Konkurrent China National Nuclear Corp (CNNC) setzt auf Argentinien.

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