Nukleare Welt Die Uranstory
INES und die AKW-Störfälle Radioaktive Niedrigstrahlung?!
Urantransporte durch Europa Das ABC-Einsatzkonzept

Nationales ABC-Einsatzkonzept - 2. -

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1. Die Spezialkräfte im nationalen ABC-Einsatzkonzept
2. Analytische Task Forces
3. Zentrale Unterstützungsgruppe des Bundes (Meckenheim)
4. Spezial ABC-Abwehr Reaktionszug der Bundeswehr (Sonthofen)
5. ABC-Untersuchungsstellen der Bundeswehr (Sonthofen)
6. Biologische Task Forces
7. Task Force - Outbreak Investigation Team
8. Spezial-Einheit-Bergung ABC
9. Medical Task Forces
10. Task Force - Medizinischer ABC-Schutz (München)
11. Kerntechnische Hilfsdienst GmbH (Eggenstein-Leopoldshafen)
12. Mobiles Bekämpfungszentrum Tierseuchen (Dörverden-Barme)

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2. Analytische Task Forces

Die Analytische Task Force (oder: Analytical Task Force) soll mit ihren Spezialkenntnissen und Aufklärungsergebnissen den Einsatzleiter vor Ort bei einem Terroranschlag oder Katastrophenfall in ABC-Fragen beraten. Die Idee zur Gründung von ATF-Einheiten stammt aus dem Jahr 1999. Im Juni 2002 beschloss die Innenministerkonferenz die Aufstellung der Analytischen Task Forces. Dazu wurde eine Pilotprojektgruppe aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und den beteiligten Feuerwehren und Polizeibehören eingesetzt, um eine Organisations- und Einsatzkonzeption zu entwickeln. Wie der Leiter der ATF-Mannheim, Mario König, ausführte, verfolgte man folgende Absicht:

„Der Gedanke war, die mit der messtechnischen Grundausstattung versorgten lokalen Feuerwehren in kurzer Zeit und flächendeckend durch hochtechnisierte und mobile Einheiten mit einer optimalen Gerätetechnik und Expertenwissen zu versorgen, um so komplexe ABC-Lagen besser bewältigen zu können. Um diese Aufgabe zu erreichen, müssen die Einheiten schnell verlegefähig und luftverlastbar sein. Zur Unterstützung der Kräfte vor Ort soll im Einsatzfall parallel ein Expertensystem aktiviert werden. Das aus Fachleuten aller Disziplinen (Meteorologen, Chemiker, Mediziner, Physiker, Ingenieure etc.) zusammensetzte Team soll mit den vor Ort ermittelten Daten die Einsatzkräfte der ATF unterstützen. (....) Die wichtigste Aufgabe an einer Schadenstelle wird, aus der Erfahrung heraus, in der Identifikation unbekannter Chemikalien liegen. Dazu wird in der ersten Phase des Spürens mit einer Art Screening-Verfahren das Gelände nach kontaminierten Bereichen untersucht. Im zweiten Schritte wird dann an Stellen mit positivem Befund eine Probe entnommen und eine Stoffidentifikation durchgeführt. Zusammen mit diesem Spürauftrag werden auch erste Proben für stationäre Laboratorien genommen. Sobald die freigesetzten Substanzen identifiziert sind, ist der Gefährdungsumfang zu ermitteln, d.h. mit Hilfe der Fernerkundung bzw. Erkundung im Gelände ist die mengenmäßige Verbreitung der Substanzen hauptsächlich in der Luft, bei Bedarf aber auch im Boden und Wasser zu bestimmen. Wenn die analytischen Fakten verfügbar sind, beginnt die Datenrecherche damit als letzter Schritt die Beratung der Einsatzleitung in Sachen Einsatztaktik bzw. Medizin und Umwelt erfolgen kann." (8)

Seit 2005 wird das ATF-Projekt von Dr. Roman Trebbe vom Referat III.2 des BBK in Bonn koordiniert. Jede ATF besteht standardmäßig aus 14 Mann. Gemäß dem ATF-Grobkonzept ist die technische Ausstattung der verschiedenen Einheiten prinzipiell gleich: ein Einsatzleitwagen, ein Gerätewagen mit der HighTech-Messtechnik und zwei ABC-Erkunder. Hinzu kommen noch rund 20 CSA-Schutzanzüge und 15 Sat-Funkgeräte. Bei bundesweit 11 ATFs beträgt deren Gesamtpotential also lediglich 154 Mann und 44 Spezialfahrzeuge. Zur Standard-Ausstattung gehören ein Gaschromatograph-Massenspektrometer (GS-MS), z. B. der EM 640, ein Gefahrstoff Detektoren Array II (GDA II), ein HazMat Identification System (HazMat ID System) zum Preis von 80.000 Euro und ein Fernerkundungsspektrometer Fourier Transform Infra-Red (FTIR).

Das FTIR-System wurde von Professor Roland Harig von der Technischen Universität Hamburg-Harburg extra für die ATFs entwickelt und kostet pro Stück 100.000 Euro. Es wurde im März 2006 anlässlich der Fußballweltmeisterschaft eingeführt. Dieses so genannte Scannende Infrarot-Gasvisualisierungssystem (SIGIS II) kann eine Kampfstoffwolke auf eine Entfernung von maximal 5 km scannen. Die Mitglieder der ATFs weisen zur Unterstreichung der Leistungsfähigkeit ihres SIGIS II gerne darauf hin, dass mit Hilfe dieses Systems auf größere Entfernung nachgewiesen werden konnte, dass Fußballländerspiele bei der WM wesentlich gesitteter abliefen, als Bundesliga-Fußballspiele von Hertha BSC etc.. Im letzten Fall war die Methanol-Dampfwolke über dem Stadion deutlich größer.

Da die Sondereinheiten an den verschiedenen Standorten auf den bestehenden Strukturen aufbauten, gibt es in der Praxis kleinere Unterschiede bezüglich Personal und Ausrüstung. Die Innenministerkonferenz stellte auf ihrer Sitzung am 1. Juni 2007 in Berlin fest, dass das vorgelegte ATF-Konzept „fachlich fundiert und in sich schlüssig" ist. Mittlerweile wurde ein geheimes „Feinkonzept" ausgearbeitet. Angesichts des gut ausgebauten Autobahnsystems in der BRD wird eine ATF i. d. R. mit ihren Einsatzfahrzeugen zum Einsatzort vorrücken. Sie sollen jeden Einsatzort im Umkreis von 200 km innerhalb von 2 bis 3 Stunden nach Alarmierung erreichen. Bei Bedarf ist ein Transport mit Hubschraubern der Bundespolizei oder Bundeswehr möglich. Da die Messfahrzeuge im Gegensatz zum Spürfuchs der Bundeswehr nicht gasdicht sind, können die ATFs nur bis an den Rand der Gefahrstoffwolke vorstoßen, um ihre Erkundungen durchzuführen.

Gemäß dem ATF-Ausstattungskonzept vom Oktober 2008 hat die ATF folgende Aufgaben:

„- Detektion und Identifikation gefährlicher chemischer Substanzen und Substanzgemische,

- Überwachung großer Areale mittels Fernerkundung,

- Lokalisation und Identifikation luftgetragener Schadstoffe,

- Situationsbewertung basierend auf Analyseergebnissen und toxikologischen Aspekten,

- Einschätzung der Lageentwicklung,

- Empfehlung von Gegenmaßnahmen (z. B. Warnung der Bevölkerung, Evakuierung, Dekontaminationsmaßnahmen, ...)" (9)

Auf der Feuerwehrmesse „Florian" vom 8. bis 10. Oktober 2009 in Karlsruhe wurden die ATFs erstmals einem größeren (Fach-)Publikum präsentiert. (10) Ansonsten halten sich die staatlichen Behörden mit der Herausgabe von Information über die ATFs zurück. Ob die Daten „geheim" seien, wüsste man zwar nicht, aber sie sollten dennoch nicht an die Öffentlichkeit geraten, ließ beispielsweise das Landeskriminalamt Berlin wissen.

Da die ATFs prinzipiell nur für Einsätze an Land vorgesehen sind, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Wilhelmshaven drei Schiffe der Küstenwache der Bundespolizei für Einsätze auf der Nord- und Ostsee mit Gaschromatographen/Massenspektrometern EM 640 ausrüsten lassen. Es handelt sich um die Mehrzweckschiffe (MzS) Mellum (Heimathafen: Wilhelmshaven), Neuwerk (Helgoland) und Scharhörn (Lübeck).


Analytische Task Force (Berlin)

Beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) ist die polizeiliche ABC-Abwehr auf zwei Dienststellen verteilt: 1. Die Abteilung LKA 3 „Organisierte Kriminalität und Wirtschaftsdelikte" mit dem Dezernat LKA 35 „Nuklear- / Umweltdelikte", und 2. Kompetenzzentrum Kriminaltechnik mit dem Dezernat 6 „Umwelt- und Explosivstoffe" und dessen Fachgruppe KT 61 „Mobile und stationäre Umwelt- und Explosivstoffanalytik".

Die Fachgruppe KT 61 umfasst 21 Mitarbeiter verschiedener Fachrichtungen: Biologen, Chemiker, Ingenieure, Laborpersonal und Technische Assistenten. Sie gliedert sich in ein Sicherheitslabor, ein Umwelt-, Chemie- und Brandmesstrupp und eine Analytische Task Force (ATF), die die ABC-Erkundung vor Ort betreibt. Dazu ist sie mit mehreren ABC-Messfahrzeugen ausgerüstet: Ein neues Einsatzfahrzeug, das mit einem Gaschromatographen EM 640 ausgestattet ist, einen ABC-ErkKW Fiat Ducato (B-8050), der gegenüber dem Standardmodell eventuell über eine Zusatzausstattung verfügt, ein Mobiles Umweltfahrzeug (MUK II) vom Typ VW LT 35 (B-T 2488) und ein Mercedes-Benz Rüstfahrzeug (B-7102) zum Transport von Chemieschutzanzügen und schwerem Atemschutzgerät. Die Fachgruppe ist beim Institut für Polizeitechnische Untersuchungen am Tempelhofer Damm 12 stationiert; die Chemieasservatenlager befindet sich im Polizeirevier am Kaiserdamm 1.

Die Analytische Task Force (ATF) wird von einem „Teamleiter ATF" geführt. Diese Stelle wurde in diesem Jahr neu besetzt. Im Einsatz kommen - „normalerweise" - drei weiteren Personen (zwei Messingenieure und eine Person zur logistischen Einsatzunterstützung hinzu. Bei Bedarf, wenn neben der reinen Messtätigkeit weitere begleitende Arbeiten am Einsatzort durchgeführt werden sollen, werden insgesamt sieben Personen eingesetzt: ein Teamleiter ATF, zwei Messingenieure, 2 Kräfte Einsatztrupp und zwei Personen zur Unterstützung.

Das Aufgabenspektrum der Fachgruppe LKA KT 61 umfasst folgende Funktionen:

„Unterstützung bei folgenden Lagen

- Androhung und Kontamination mit gefährlichen Stoffen

- Freisetzung von Gefahrstoffen aller Art

- Auffinden von Behältnissen jeder Art mit nicht identifizierbaren festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen, soweit der Verdacht besteht, dass es sich um gefährliche Stoffe handeln könnte

- Auffinden von Behältnissen jeder Art mit Deklaration Gefahrstoffe

- Verdacht der Herstellung und des Besitzes von gefährlichen Stoffen

Unterstützung bei Großschadensereignissen

-Überwachung großer Areale mittels Fernerkundung

- Detektion und Identifikation gefährlicher chemischer Substanzen

- Situationsbewertung

- Beurteilung der Lageentwicklung

- Erarbeitung von Vorschlägen für Gegenmaßnahmen (Warnung der Bevölkerung, Sperren, Räumen, Evakuieren, Dekontaminationsmaßnahmen)

- Beratung des Einsatzleiters vor Ort.".

Jedesmal, wenn sich in Berlin ein Gefahrstoffunfall ereignet oder eine unbekannte Substanz irgendwo entdeckt wird, rückt erst das LKA und danach gegebenenfalls noch die Berufsfeuerwehr aus. Nach Angaben des früheren Leiters der KT 61, Dr. Lothar Fiedler, kann die ATF ein erstes Messergebnis innerhalb von einer Stunde vorlegen. Die Einsatzsteuerung erfolgt über das Lagezentrum der Berliner Polizei LZ1. Zur Vorgehensweise erklärte Dr. Fiedler:

„Die Identifizierung der Schadstoffe ergibt konkrete Stoffdaten, deren physikalische, chemische und toxikologische Eigenschaften durch die Recherche in Datenbanken bekannt sind. (...) Die Schadstoffausbreitung in der Atmosphäre oder die Bodenkontamination ist im Einzelfall durch Messungen zu konkretisieren. Da aus zeitlichen Gründen nicht an jedem Ort gemessen werden kann, sind geeignete Leitparameter zu definieren, die die identifizierten Schadstoffe auch mit anderen Spür- und Messtechniken erfassen lassen. (...) Die Stoffarten und ihr Ausbreitungspotenzial führen zum Festlegen von Gefahrenbereichen, in denen besondere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte getroffen werden müssen. (...) Zur Berechnung von Schadstoffausbreitungen wird das System „DISMA" eingesetzt."

Die Berliner ATF hat an verschiedenen Übungen teilgenommen, u.a. das Manöver PIPELINE-PARTNERSCHAFT-DEBNO 2005 im polnischen Debno im September 2005, die Übung TRIANGEL (Berlin, März 2006) und TANK-DEBNO 2007 (Debno, Juni 2007). Die ATF wurde u.a. bei der Fußballweltmeisterschaft (2006), dem G8-Gipfel in Heiligendamm und dem NATO-Gipfel in Kehl (April 2009) eingesetzt.

Adresse:

Landeskriminalamt -Fachgruppe KT 61 Mobile und stationäre Umweltuntersuchungen / Fachberatung

Tempelhofer Damm 12

12101 Berlin

Tel: 4664-976100

Fax: 4664-976299


Analytische Task Force Chemische Gefahrenlage (Hamburg)

Die Analytische Task Force chemische Gefahrenlage (ATFC) ist bei der Technik- und Umweltschutzwache der Hamburger Berufsfeuerwehr stationiert. Sie wird von Brandoberamtsrat Manfred Lange geführt und umfasst 15 Mitarbeiter. Das SIGIS II-Fernerkundungsgerät ist auf einem Spür- und Messfahrzeug (SMF) Mercedes-Benz 311 CDI Sprinter (HH-2473 oder HH-2844) installiert.

Die Hamburger ATF hat sich an mehreren Übungen beteiligt, u.a. EUDANEX (Dänemark, 2006). Zu den bisherigen Einsätzen der Hamburger ATF gehören u.a. ein Unfall in der Biogasanlage in Zeven (2005), die Fußballweltmeisterschaft (2006), der Bombenfund bei Bauarbeiten am Stadion des FC St. Pauli am Millerntor (16. August 2007), Fußballeuropameisterschaft in Wien (2008), der G8-Gipfel in Heiligendamm, die Außenministerkonferenz des Asia-Europe-Meeting (ASEM) in Hamburg (Mai 2007) und der NATO-Gipfel in Kehl (April 2009).

Adresse:

Feuerwehr Hamburg - Technik und Umweltwache F32

Neuhöfer Brückenstr. 2

21031 Hamburg

Tel.: 040 /42851-3200

Fax: 040 /42851-3209


Analytische Task Force (Heyrothsberge)

Das Institut der Feuerwehr von Sachsen-Anhalt (IdF) in Heyrothsberge bei Magdeburg ist eines der führenden Zentren für Brandforschung in der Bundesrepublik Deutschland. Es wird z. Zt. vom Leitenden Branddirektor Prof. Dr. Reinhard Grabski geführt. Die 23 Mitarbeiter verteilen sich auf die drei Fachbereiche Physik des Brand- und Löschprozesses (Leiter: Dr. Horst Starke), Chemie der Gefahrenabwehr (Leiter: Dipl.Chem. Klaus Steinbach) und Feuerwehr- und Versuchstechnik (Leiter: Dipl.Ing. Ulrich Pasch). Den Wissenschaftlern und Ingenieuren stehen mehrere Großforschungsanlagen (Brandhalle, etc. ) zur Verfügung. Der Jahresetat beträgt rund 1,5 Millionen Euro.

Im Gegensatz zu den anderen ATFs ist die Sondereinheit in Heyrothsberge nicht rund-um-die-Uhr einsatzbereit, andererseits ist das hohe technische und wissenschaftlicher Niveau ihrer Mitglieder hervorzuheben.

Zur Ausstattung der ATF gehört ein Mobile Brandtechnische Labor (MOBLAB) mit einem Gaschromatograph-Massenspektrometer (GS-MS) EM 640. (11) Das MOBLAB war bereits 1995 vom IdF für chemische Analysen beschafft worden. Das Labor kam u. a. beim Brand eines früheren Kühlhauses in Magdeburg (7. Dezember 1998) und beim Hochwasser in Bitterfeld (2002) zum Einsatz.

Das IdF arbeitet eng mit der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule (BKS) in Heyrothsberge und der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg zusammen. Die Universität bietet seit 2003 einen Bachelor-Studiengang „Sicherheit und Gefahrenabwehr" (SGA) an. Die Absolventen kommen bei Fachbehörden des Bundes und der Länder, den Berufsfeuerwehren, der Polizei oder Brandschutzfirmen zum Einsatz. Im Rahmen der Zusammenarbeit bietet das IdF eine Vorlesung zur Schadstoffausbreitung und die Betreuung von Abschlussarbeiten an. (12) Außerdem können die Studenten bei der ABC-Sondereinheit ein Laborpraktika zum Gefahrstoffnachweis absolvieren, wo sie u. a. den Umgang mit einem Ionenmobilitätsspektrometer (IMS), dem Flammenionisationsdetektor (FID), dem Photoionisationsdetektor (PID) und dem Chip-Mess-System (CMS) erlernen. (13)

Adresse:

Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt

Biederitzer Str. 5

39175 Heyrothsberge

Tel.: 039292 / 61-02

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Web: www.idf.sachsen-anhalt.de

 


Analytische Task Force (München)

Während die „Süddeutsche Zeitung" schon im März 2009 meldete, die ATF der Münchner Berufsfeuerwehr sei einsatzbereit, wird die Einheit erst am 1. Januar 2010 offiziell aufgestellt. Nach Auslieferung aller Spezialgerätschaften und der entsprechenden Fortbildung der beteiligten Berufsfeuerwehrleute wird die ATF im Verlauf des kommenden Jahres ihre volle Stärke erreichen. Leiter der neuen Einheit wird Branddirektor Dipl. Ing. Christoph Altheim, Abteilungsleiter Einsatz der Münchner Feuerwehr. Die exakte Personalstärke seiner Spezialeinheit ist noch nicht bekannt: „Da wir noch nicht über alle Geräte verfügen, ist dies derzeit für unsere Organisationsstruktur mit zwei Umweltwachen noch nicht abschließend absehbar. Die Anzahl der Funktionen, die für je 24 Stunden fest besetzt wird, die Gesamtzahl der Mitarbeiter, die Funktionen übernehmen können (auch in Rufbereitschaft), ist für die Endausbaustufe noch nicht absehbar," teilte Branddirektor Altheim dazu mit.

Bisher hatte die Münchner Berufsfeuerwehr ABC-Kräfte auf vier Feuerwachen stationiert: Feuerwache 2 Sendling (ein Gerätewagen Strahlenschutz und ein Rüstwagen Umwelt), Feuerwache 5 Ramersdorf (ein Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz, ein Infektions-Rettungswagen und ein Abrollbehälter Dekon (V), Feuerwache 6 Pasing (ein Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz) und Feuerwache 7 Milbertshofen (ein Rüstwagen Umweltschutz). Außerdem hat die Freiwillige Feuerwehr ihren ABC-Zug (ein ABC-Erkunder, ein Gerätewagen Strahlenschutz, ein Lkw Dekon-P und zwei Abrollbehälter Dekon-P und Dekon-G) in der Stadtmitte stationiert. Als Computerprogramm steht das Bayerische Alarmierungs-, Sicherheits- und Informationssystem (BASIS) zur Verfügung.

Adresse:

Branddirektion München

An der Hauptfeuerwache 8

80331 München

Tel.: 089 2353 3102

Fax: 089 2353 6100

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Analytische Task Force (Mannheim)

Die Analytische Task Force der Berufsfeuerwehr in Mannheim wird von dem Brandrat Dipl. Chem. Mario König und dem Brandoberinspektor Dr. Ralph Rudolph geleitet. Sie ist auf der „Wache Süd" in Mannheim-Rheinau stationiert.

Die ATF Mannheim ist u.a. mit einem Feldlabor, einem Gerätewagen-Messtechnik (Mercedes Benz Atego) und einem Erkunder (MA-8161) ausgerüstet. (14) Zur Schadstoffanalytik verfügt sie über ein Massenspektrometer EM 640, ein Infrarot-Spektrometer Miran 104, ein Photometer und über 100 verschiedene Prüfröhrchen. Für ihren Lufttransport arbeitet die ATF mit der Deutschen Rettungsflugwacht zusammen, die mehrere Hubschrauber vom Typ BK 117 Medicopter bereithält.

Die ATF Mannheim hat in den letzten Jahren an mehreren deutschen und internationalen Übungen teilgenommen: EUDREX (Österreich, September 2004), EURATECH (Frankreich, April 2005), BIOTECT (Dänemark, Mai 2006), EULUX (Luxemburg, 2007), VARIOUS ATTACKs RESPONSE (Frankreich, November 2008), etc.

Die ATF Mannheim wurde schon mehrfach national und international eingesetzt: XX. Weltjugendtag der katholischen Kirche (Köln, August 2005), Fußballweltmeisterschaft (2006), Papst-Besuch (Österreich, 2007), Fußballeuropameisterschaft (Basel, Schweiz, 2008), NATO-Gipfel (Kehl, April 2009) etc. (15)

Adresse:

Stabsstelle Analytische Task Force

Meerfeldstr. 1-5

68163 Mannheim

Tel. (Leitstelle): 0621 / 32888-0

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Analytische Task Force (Köln)

Die Analytische Task Force der Kölner Berufsfeuerwehr soll am 1. Januar 2010 offiziell in Dienst gestellt werden. Die neue ATF verfügt über vier Fahrzeuge: Einen Einsatzleitwagen, ein Laborwagen mit GS-MS und zwei herkömmliche ABC-Erkunder. Die Ausstattung kostet insgesamt rund 1,2 Millionen Euro. Wie Oberbrandrat Dr. Volker Ruster mitteilte, werden bei der Berufsfeuerwehr zwei neue Planstellen ausschließlich für die ATF eingerichtet. (16)

Die neue Sondereinheit gründet auf den bescheidenen ABC-Kräften der Berufsfeuerwehr und des Umweltschutzdienstes (USD) der Freiwilligen Feuerwehr. So besitzt die Freiwillige Feuerwehr in Köln-Flittard unter Löschgruppenführer D. Hennig einen Erkunder, ein Messfahrzeug, einen Dekon-P (K-8494) und ein uraltes Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug. Die Freiwillige Feuerwehr in Köln-Brück unter Brandinspektor Ralph Quint besitzt ebenfalls einen Erkunder (K-8005), einen Dekon-P und ein uraltes Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug. Die ATF Köln wird die beiden Erkunder übernehmen und mit dem Sondereinsatzdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), das einen landeseigenen Messzug unterhält, zusammenarbeiten.

Adresse:

Berufsfeuerwehr / Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz

Scheibenstr. 13

50737 Köln

Tel.: 0221 / 9748-0

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Analytische Task Force (Dortmund)

Die Analytische Task Force der Berufsfeuerwehr in Dortmund soll am 1. Januar 2010 offiziell in Dienst gestellt werden. Um die neue Sondereinheit zu unterhalten gibt es jährliche Zuschüsse vom Bund in Höhe von 95.000 Euro und vom Land NRW ein jährlicher Betrag von 145.000 Euro. Die ATF wird mit dem Sondereinsatzdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zusammenarbeiten.

Die neue ATF gründet auf der Spezialeinheit ABC (SE-ABC) der Berufsfeuerwehr, die in der Feuer- und Rettungswache 8 in Dortmund-Eichlinghofen stationiert ist. Sie ist mit einem Einsatzleitfahrzeug und vier Wechselladerfahrzeuge mit Abrollbehältern (Atemschutz, Gefahrgut, Kontamination und Strahlenschutz) ausgestattet. Hinzu kommen fünf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr, die über ABC-Kapazitäten verfügen, darunter der Löschzug 12 unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Rainer Koch in Dortmund-Aplerbeck (Riesestr. Nr. 3). Er besitzt einen Erkunder (Do-8314). Die übrigen Züge verfügen über drei Dekon-P und zwei Dekontaminationsmehrzweckfahrzeuge. (17)

Adresse:

Feuerwehr Dortmund

Steinstr. 25

44147 Dortmund

Tel. (Zentrale): 0231 845-0

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


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Quellen:

(8) König, Mario: Unterstützung durch die Analytische Task Force, in: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Hg.): Bevölkerungsschutz, Sonderausgabe, 2006, S. 21

(9) Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Ausstattungskonzept Analytische Task Force, Bonn, Oktober 2008, S. 2,

(10) Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Pressemitteilung - Mobile Analytik-Spezialeinheit präsentiert sich auf der Florian 2009, Bonn, 24. August 2009,

(11) Grabski, Reinhard: Das Mobile Brandtechnische Labor (MOBLAB) des IdF LSA, Institut der Feuerwehr, Heyrothsberge, o. D.,
Online: http://www.idf.uni-magdeburg.de/idf_leistmoblab.html

(12) Grabski, Reinhard: Schadstoffausbreitung, Institut der Feuerwehr, Heyrothsberge, o. D.,
Online: http://www.idf.uni-magdeburg.de/vorlesung/vorl_01.pdf

(13) Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt: Praktikum „Gefahrstoffnachweis", Institut der Feuerwehr, Heyrothsberge, o. D.
Online: http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Feuerwehr/idf_dokumente/SGA/Laborpraktika/idf_praktikum_gefahrstoffnachweis.pdf

(14) Stadt Mannheim - Amt für Feuerwehr und Katastrophenschutz: Informationen zum Gerätewagen Messtechnik, Flyer, Mannheim, o. D.

(15) Feuerwehr Rastatt: NATO-Gipfel-Einsatzabschnitt „Analytische Task Force", Rastatt, 5. April 2009

(16) Moeck, Thorsten: Labortechnik im Millionenwert, Interview mit Oberbrandrat Dr. Volker Ruster, Rhein-Sieg-Anzeiger, Köln, 5. September 2008,
Online: http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/html/artikel/1218660491281.shtml

(17) N.N.: Feuerwehr Dortmund, Wikipedia, o. O., 5. August 2009,
Online: http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwehr_Dortmund

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