Nukleare Welt Die Uranstory
INES und die AKW-Störfälle Radioaktive Niedrigstrahlung?!
Urantransporte durch Europa Das ABC-Einsatzkonzept

Die Uranstory

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Geschichte und Mythologie Uranabbau
Uranforschung Spaltbare Atome
Atomare Unfälle Uranwirtschaft

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Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
mein eigentliches Element.


Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Mephistopheles spricht zu Faust.


Geschichte und Mythologie

Die Geschichte des Uran ist eine Geschichte der Irrungen und Wirrungen, der falschen Hoffnungen, der Täuschungen und der Gier nach Macht.

Aber langsam, eins nach dem anderen!

Uran wurde 1789 von M. H. Klaproth nach dem Planeten Uranus benannt. Der Planet war 1781 von W. Herschel entdeckt worden. Uranus seinerseits war auf den Namen des griechischen Gottes Uranos getauft worden ...

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Die Entstehung des Uran

Falschfarbenbild des Krebsnebels, Überrest der Supernova aus dem Jahr 1054, die Farben entsprechen verschiedenen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums von Infrarot bis zur Röntgenstrahlung. - X-ray: NASA/CXC/J.Hester (ASU); Optical: NASA/ESA/J.Hester & A.Loll (ASU); Infrared: NASA/JPL-Caltech/R.Gehrz (Univ. Minn.) - http://gallery.spitzer.caltech.edu/ImagegalleryNach dem Urknall vor ca. 13,8 Milliarden Jahren sind zuerst die leichten Elemente Wasserstoff (H1) und Helium (He2) entstanden.

Im Laufe der Entwicklung des Universums wurden, durch Kernreaktionen in Sternen, immer 'schwerere Elemente' geschaffen.

Die Explosionen junger Sterne 'impfen' das umgebende Universum mit den leichteren Elementen (bis zur Ordnungzahl 60), wogegen ältere Sterne, bei ihrem letzten großen Auftritt, die schwereren Elemente aussenden.

Die Metalle, von Eisen über Gold bis hin zu Uran und Plutonium, entstammen den Resten verschiedener 'Supernovae', mit denen sich sehr schwere, alte Sterne verabschiedeten.


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Uranabbau - Uranförderung

Erste Uran-Funde im 16. Jahrhundert

In Joachimsthal (Jáchymov in Tschechien) wurde seit 1516 Silber in größeren Mengen abgebaut. Das dabei anfallende schwarze Gestein, 'Pechblende' genannt, war das offensichtliche Zeichen für das Versiegen einer Silberader. Die Bergleute hatten also Pech gehabt, wenn sie auf 'Pechblende' stießen und kippten dieses vermeintlich taube, wertlose Material auf die Müllhaufen (Abraumhalden) neben der Mine. Erst viele Jahre später regte sich erstes Interesse für dieses Material ...

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Der Uranrausch im 19., 20. und 21. Jahrhundert

- In Johanngeorgenstadt wurde 1839 das erste Uranerz geschürft.

- Bis 1939 wurden in Deutschland 104 t abgebaut.

- Zwischen 1946 und 1995 förderte die Firma Wismut schon 235 t.

- Allein im Jahre 2015 betrug die Fördermenge weltweit 60496 t Uranerz.


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Uranforschung

Uranglas - 320px U glass with black light - https://de.wikipedia.org/wiki/UranglasDie Entdeckung des Uran

Der wilde Tanz um das Uran begann ganz langsam im Jahre 1789 in Berlin.

Der deutsche Chemieprofessor und Apotheker Martin Heinrich Klaproth isolierte aus dem Mineral 'Pechblende' (Uranit, Uranium) das Element Uran.

Uranverbindungen wurden das gesamte 19. Jahrhundert hindurch zum Färben von Glas und Keramik verwendet.

Vasen und Dekorationsstücke, aber auch ganz alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Schüsseln und Gläser erstrahlen durch die Beimischung von Uranit in einer magisch schimmernden, gelbgrünen Farbe (Anna-Gelb, Eleonoren-Grün).

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Die Erforschung des Uran

1896 entdeckte Antoine-Henri Becquerel das Phänomen einer bisher völlig unbekannten Strahlung.

1897 erkannte Ernest Rutherford, dass die 'ionisierende Strahlung' des Urans aus mehreren Teilchenarten besteht.

1898 wurde diese Strahlung von Marie Curie und Pierre Curie weitergehend erforscht, sie prägte den Begriff 'radioaktiv'.

1903 wies Frederick Soddy gemeinsam mit Sir William Ramsay nach, dass beim Alpha-Zerfall von Radium Helium entsteht.

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Was ist 'Radioaktivität'?

Radioaktivität (lat. radius ‚Strahl‘ und activus ‚tätig‘, ‚wirksam‘; dt. Strahlungsaktivität) ist die Eigenschaft instabiler Atomkerne, spontan ionisierende Strahlung auszusenden. Der Kern wandelt sich dabei unter Aussendung von Teilchen in einen anderen Kern um bzw. ändert durch Energieabgabe seinen Zustand.

Dieser Umwandlungsprozess wird 'Kernzerfall' oder 'radioaktiver Zerfall' genannt.

Was ist 'ionisierende Strahlung'?

Strahlung transportiert - ausgehend von einer Strahlenquelle - Energie.

Bei ionisierender Strahlung erfolgt (pro Photon/Lichtteilchen) ein größerer Energietransport als etwa bei sichtbarem Licht oder bei Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung).

Materie, in die ionisierende Strahlung eindringt, kann dadurch verändert werden. Konkret werden dabei Atome oder Moleküle ionisiert, das heißt Elektronen werden aus der Hülle von Atomen beziehungsweise Molekülen "herausgeschlagen". Das zurückbleibende Atom oder Molekül ist dann (zumindest kurzzeitig) elektrisch positiv geladen. Elektrisch geladene Teilchen nennt man Ionen.

Wenn ionisierende Strahlung auf lebende Zellen oder Organismen trifft, kann sie durch diese Ionisationsvorgänge oder durch andere Veränderungen an Molekülen mehr oder weniger schwere Schäden in den Zellen und Organismen hervorrufen.

Siehe dazu auch:

'Radioaktive Niedrigstrahlung?! Was ist ionisierende Strahlung?'


- Die Karte der nuklearen Welt -

Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! - Stand der Bearbeitung bei der Veröffentlichung am 23.08.2015Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! -  Stand der Bearbeitung am 25.11.2016Vom Uranabbau und der Verarbeitung, über die Atomforschung, den Bau und Betrieb von Atomanlagen inklusive der Störfälle in Atomkraftwerken, bis hin zum Umgang mit Uranmunition, Kernwaffen und Atommüll.

- Weltweit, beinahe, alles auf einen Blick mit Google Maps -


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Spaltbare Atome - 235U - 239Pu

Was ist 'Uran, Uranium'?

Uran ist aufgrund seiner Radioaktivität hoch gefährlich und, wie die meisten Schwermetalle, chemisch giftig!

Uran ist das chemische Element mit dem Elementsymbol U und der Ordnungszahl 92 im Periodensystem der Elemente.

U 92 - Der Atomkern des Uran besteht aus 92 Protonen

Periodensystem der Elemente - 1052px Periodic table German EN.svg - Von Joshua D. Wondrousch, Mattlaabs - Eigenes Werk basierend auf: File:Periodic table (German).svg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19964114

PSE - Periodensystem der Elemente

Natürlich auftretendes Uran beinhaltet 99,3 % 238U und nur 0,7 % 235U.

238U = Uran 92 Protonen plus 146 Neutronen

235U = Uran 92 Protonen plus 143 Neutronen

 

Uran 92 ist aber nicht nur irgendeines der chemischen Elemente, es ist beinahe einzigartig. Nur das Plutonium 94 ist von gleicher Natur.

Auf dem völlig natürlichem Wege der Radioaktivität, sind die Elemente Uran und Plutonium in der Lage, durch Abstrahlung von Protonen und Neutronen - der ionisierenden Strahlung - ihr Wesen spontan und komplett zu verändern. Es entstehen neue Elemente.

Halbwertszeit des Uran 238U = 4,5 Milliarden Jahre

Wenn U 92 zerfällt entstehen:

Im PSE links vom Uran - die leichteren Abkömmlinge des Uran. Die zuerst entstehenden Elemente sind Protaktinium Pa 91 und Thorium Th 90.

Die Zerfallsreihe des Uran 238U endet, nach Milliarden von Jahren, beim nicht radioaktiven Pb 82 Blei 206Pb.

 

Wenn U 92 gedopt wird entstehen:

Im PSE rechts vom Uran - die schweren Transurane, Neptunium Np 93, Plutonium Pu 94 und Ununoctium Uuo 118, können aus Uran U 92 künstlich hergestellt werden.

Transurane lassen sich technisch aus Uran oder anderen Elementen mit hoher Ordnungszahl herstellen, dieses Verfahren wird Transmutation genannt. Dazu werden Atomkerne mit Neutronen oder anderen Atomkernen beschossen; dabei auftretende Kernverschmelzungen ergeben Transurane.

Otto Hahn entdeckte 1938: 235U ist spaltbar!

Nur radioaktive Elemente mit einer ungeraden Anzahl von Neutronen sind überhaupt spaltbar. (Uran 92 + 143 Neutronen = 235U) Uran 235U ist damit, neben dem äußerst seltenen Plutonium-Isotop 239Pu, das einzige bekannte natürlich vorkommende Element, mit dem Kernspaltungs-Kettenreaktionen möglich sind. Aus diesem Grund finden 235U und 239Pu Verwendung als Primärenergieträger in Kernkraftwerken und Kernwaffen.

Dafür werden große Mengen Uran mit einem hohen Anteil an Uran 235U gebraucht, der Herstellungsprozess wird Uran-Anreicherung genannt und verbraucht ungeheure Mengen von Natur-Uran.

235U war das Spaltmaterial in der Atombombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde.


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Was ist 'Plutonium'?

Plutonium ist das chemische Element mit dem Elementsymbol Pu und der Ordnungszahl 94. Plutonium ist ein Transuran und wie Uran, ein giftiges, radioaktives Schwermetall. Als Namensgeber und Pate stand gern bereit, der damals allseits geschätzte, Zwergplanet Pluto. Inzwischen sind sowohl Pluto als auch Plutonium nicht mehr ganz so angesagt ...

Halbwertszeit des Plutonium 239Pu = 24110 Jahre

Plutonium kommt in der Natur nur in kleinsten Spuren vor. Weit größer sind die Mengen, die täglich in über 400 Kernkraftwerken weltweit erzeugt werden.

Da die Sprengwirkung von Plutonium wesentlich größer ist als die des Uran, wird es praktisch nur für die militärische Nutzung produziert. Als Favorit der Militärstrategen spielt Plutonium die entscheidende Rolle beim Bau von Kernwaffen. Beim Thema Waffenentwicklung sind die Wünsche der Militärs grenzenlos, das liegt ja in der Natur der Sache. Es sind keine Schranken in Sicht, höher, größer, weiter ist das Motto für Jahrzehnte.

Forschung an Atomkraftwerken für rein zivile Zwecke?

Ohne die Produktion von Plutonium?

Das kommt für Militärs nicht in Betracht - weil reine Geldverschwendung!

So wurde also die rein zivile Kernforschung von der Politik Anfangs gerne
- hab' leider gar kein Bild von einem Politiker mit Feigenblatt gefunden -
später aber nur halbherzig unterstützt. Am ebenso unvermeidlichen wie bitteren Ende wurde der Ansatz einer rein zivilen Kernforschung nicht weiter finanziert - weil reine Geldverschwendung!

Was lernen wir daraus?

Strom aus Atom ist nix - weil reine Geldverschwendung!

Bei der Produktion weniger kg Plutonium entstehen zig Tonnen Atommüll.

Kernreaktoren brüten aus 238U - 239Pu

So wird aus dem nicht spaltbaren Uran 238U das begehrte, spaltbare Plutonium 239Pu.

239Pu war das Spaltmaterial in der Atombombe, die am 9. August 1945 auf Nagasaki abgeworfen wurde.


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Was ist 'Thorium'?

Das Element Thorium kommt in der Natur wesentlich häufiger vor als Uran, denn im Laufe der Zeit ist schon eine Menge Uran zu Thorium zerfallen.

Das radioaktive Metall wird in Australien, Norwegen, Sri Lanka, Kanada, USA, Indien, Lappland und Brasilien abgebaut.

Die weltweiten Gesamtreserven an förderwürdigem Thoriumdioxid werden auf über eine Million t geschätzt.

Stille Vorkommen von ca. 800.000 Tonnen liegen allein in der Türkei und etwa ebensoviel in Indien.

Halbwertszeit des Thorium 228Th = 19116 Jahre

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Übrigens:

Der THTR 300 - Thorium-Hochtemperaturreaktor mit 300 Megawatt - in Hamm-Uentrop sollte eigentlich mit Thorium als Brennstoff betrieben werden!

Daraus ergaben sich "tolle Argumente" für das innovative Konzept des THTR:

1. Thorium ist reichlich vorhanden

2. Die Halbwertzeit von Thorium ist wesentlich kürzer als die von Uran

3. Im Reaktor entsteht kein Plutonium

Da das mit dem Thorium dann aber nicht funktioniert hat, wurden die Brennelement-Kugeln stattdessen doch mit Uran hergestellt und somit hatten sich all die "tollen Argumente" auf einen Schlag erledigt.

Das war einer der ersten herben Rückschläge für den Reaktor in Hamm, über diese unschöne Entwicklung wurde aber natürlich auch nicht offen und ehrlich geredet.

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2012 erschien in 'Spektrum' eine exklusive Übersetzung eines Artikels aus 'Natur'

Die vergessene Gefahr des Thoriums

Thorium gilt vielen als Wunderbrennstoff für künftige Kernreaktoren. Doch das Material birgt Risiken: Zu leicht lässt sich daraus waffenfähiges Uran gewinnen, warnt eine Gruppe von fünf Kerntechnikern.
Stephen F. Ashley, Geoffrey T. Parks, William J. Nuttall, Colin Boxall, Robin W. Grimes

Thorium ist einfach ein Wundermaterial, heißt es immer wieder: Das Element könnte in einer neuen Generation von Kernreaktoren zum Einsatz kommen, und dort sicher, effizient und CO2-arm Energie erzeugen. Darüber hinaus gilt es als ungeeignet für eine militärische Zweitverwertung. Denn anders als Uran taugt das Material zunächst nicht für einen Einsatz in Atomwaffen. Diese Sichtweise halten wir allerdings für zu einseitig ...

1,6 Tonnen Thorium reichen aus, um die von der IAEO als kritische Grenze angesetzten acht Kilogramm Uran zu produzieren. Mit dem beschriebenen Verfahren wäre es machbar, diese Uran-Menge in weniger als einem Jahr allein aus Thorium herzustellen.

mehr ...

 


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Was sind 'Spaltprodukte'?

Bei der Kernspaltung von Uran in Atomkraftwerken oder Atomwaffen entstehen neben Plutonium noch etliche andere gefährliche Stoffe, z.B. die Spaltprodukte Cäsium, Technetium, Krypton, Strontium, Iod, Ruthenium, Rhodium und Palladium.

Die 'radioativen Isotope' 137Cäsium, 90Strontium und 131Iod sind dabei die wichtigsten, weil von ihnen die größte Gefahr ausgeht.

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137Cäsium hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren.

Das Hauptproblem bei 137Cäsium, das in Form von Salzen vorliegt, ist seine hohe Wasserlöslichkeit. Die 137Cäsium-Ionen verteilen sich daher gut im Körper und insbesondere im Muskelgewebe. Die biologische Halbwertszeit beträgt dann 70 Tage. Das heisst, nach 70 Tagen ist die Hälfte des Cäsiums wieder ausgeschieden.

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90Strontium hat eine Halbwertszeit von 28 Jahren.

Hauptproblem bei 90Strontium ist seine chemische Ähnlichkeit mit Calcium, weshalb das Element in Knochen eingebaut wird. 90Strontium kann z.B. infolge der weltweiten Tests von Kernwaffen problemlos in den Zähnen von Menschen mit Geburtsdatum nach 1963 festgestellt werden.

Eine direkte Beziehung zwischen Menge an eingebautem 90Strontium und Krebswahrscheinlichkeit wurde hergestellt und hat schliesslich dazu geführt, dass die oberirdischen Atombombentests eingestellt wurden.

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131Iod hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen.

Die gefährliche β-Strahlung erreicht Eindringtiefen von nur wenigen Millimetern. Problematisch ist aber, dass auch Schilddrüsenhormone Jod enthalten.

Da der Körper das instabile 131Iod nicht von stabilem Jod unterscheiden kann, nutzt er dieses auch in der Biosynthese der Hormone.

Die Schilddrüse als Produktionsort ist überdurchschnittlich häufig - in Form von Schilddrüsenkrebs - von Strahlenfolgen betroffen, da sie jodhaltige Zwischenverbindungen vorrätig hält.


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Atomare Unfälle

Unfälle in Nuklearanlagen gab es schon etliche:

2011 Fukushima - Japan (INES 7),

1986 Tschernobyl - UDSSR (INES 7),

1979 Three Mile Island - USA (INES 5),

1977 Belojarsk - UDSSR (INES 5)

1969 Lucens - Schweiz (INES 5),

1957 Sellafield - GB - Der Windscale Brand (INES 5),

1957 Majak - UDSSR - Der Kyschtym-Unfall (INES 6)

uvm.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier:

INES und die AKW-Störfälle

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen

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Je älter die Anlagen, desto wahrscheinlicher werden Störungen und Unfälle.

Die Methusalems der Atomindustrie:


Name

Land

In Betrieb
seit

Abschaltung
(geplant)


Tarapur Indien 01.04.1969 ???
Beznau Schweiz 17.07.1969 (2019)
Oyster Creek USA 23.09.1969 (14.12.2019)
verlänget bis
09.04.2029
Nine_Mile_Point_1 USA 09.11.1969 (2014)
verlänget bis
22.08.2029
R._E._Ginna_1 USA 02.12.1969 (31.03.2017)
verlänget bis
18.09.2029
Pickering_1 Kanada 04.04.1971 (31.08.2018)
Oskarshamn Schweden 19.08.1971 (2017)
Karatschi Pakistan 18.10.1971 ???
Nowoworonesch Russland 28.12.1972 (2017)
Borssele Niederlande 04.07.1973 (2033)
Leningrad Russland 21.12.1973 (2019)
Ringhals Schweden 17.08.1974 (2020)
Doel Belgien 28.08.1974  (2025) 
Tihange Belgien 07.03.1975  (01.04.2025) 
Hinkley_Point Großbritannien 05.02.1976 (2023)
Hunterston Großbritannien 06.02.1976 (2023)
Fessenheim Frankreich 06.04.1977 (31.12.2018)
Bugey Frankreich  10.05.1978 (15.03.2019)
Gösgen Schweiz 02.02.1979 unbefristet

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Uranwirtschaft

Was ist 'Uranwirtschaft'?

Unter Uranwirtschaft werden sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten verstanden, die von der Förderung und Verarbeitung des Urans, über den Handel mit Uranprodukten, bis zur industriellen und militärischen Verwendung reichen. Nicht zu vergessen der Umgang mit dem was von der Party übrig bleibt: Atommüll!

'Radioaktiver Abfall'

entsteht schon bei der Förderung und Verarbeitung von Uran bzw. Plutonium sowie durch die Nutzung zur Erzeugung von Kernenergie. Alle Atommächte, Staaten mit einem Atomprogramm, besitzen erhebliche Mengen an radioaktivem Müll aus Entwicklung, Forschung und Produktion, mit denen sie umgehen müssen ...

Atommüll-Transport, -Behandlung und -Lagerung sind, auch durch höhere Sicherheitsauflagen, immer teurer geworden. Besonders seit 1994 Atommüll nicht mehr einfach ins Meer gekippt werden darf, hat sich die 'Entsorgung radioaktiver Abfälle' zu dem lukrativsten und zukunftsträchtigsten Bereich der Uranwirtschaft entwickelt.

Kein Wunder das auch der traditionelle 'Big Player' der Abfallbranche, die Mafia, schon seit vielen Jahren am Atommüllgeschäft beteidigt ist!

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'MiK'?!

Der Begriff '(MIK) militärisch-industrieller Komplex' wird in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Beziehungen zwischen Politikern, Vertretern des Militärs sowie Vertretern der Rüstungsindustrie verwendet. In den USA gelten diverse Denkfabriken, wie zum Beispiel PNAC, als Mitglieder des MiK.

Schon 1961 warnte der Ex-General und US-Präsident Eisenhower:

„Wir in den Institutionen der Regierung müssen uns vor unbefugtem Einfluss – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können."

YouTube-Video:
Us-Präsident Dwight D. Esenhower bei seiner Abschiedsrede am 17.01.1961.Die vergessenen Warnungen von Eisenhower und Kennedy

(CBS News, 1961, 00:09:04)

Ein Ausschnitt der Abschiedsrede des scheidenden US-Präsident Eisenhower am 17.01.1961 und ab

- 00:03:10 -

folgt der Mitschnitt einer Rede des neuen US-Präsidenten John Fitzgerald Kennedy vor Zeitungsverlegern am 27.04.1961. John F. Kennedy sprach also auch sehr deutliche Worte zu diesem Thema.

Alle US-Präsidenten nach JFK waren dann schon so gut eingenordet, bzw. eingeschüchtert, dass sie Bemühungen, die Demokratie vor den Einflüssen des 'MIK' zu schützen, scheinbar eher für Kontraproduktiv erachteten.

Auch in den beiden anderen Atom-Ländern des westlichen Bündnisses (Großbritannien und Frankreich) war der 'Militärisch-industrielle Komplex' so stark, dass es den Vertretern der zivilen Gesellschaft nicht gelang die Macht des 'MiK' einzudämmen.

In Deutschland gab es zur selben Zeit den 'Bundesminister für Verteidigung' Franz Josef Strauß! Und es gab jede Menge Geld zu verteilen und einzusacken ...

2012 musste in Russland der Verteidigungsminister Serdjukow zurücktreten. Er hatte es gewagt die Allmacht des russischen 'MIK' zur Debatte zu stellen und in der Tat versucht diesen Einfluss zu begrenzen.

- Im Westen nichts Neues und im Osten natürlich auch nicht!


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Anmerkungen und weiterführende Links

*

Uran, Uranium

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran

https://de.wikipedia.org/wiki/Transurane

 

chemie.de:

http://www.chemie.de/lexikon/Uran.html

http://www.chemie.de/lexikon/Transurane.html

 *

Thorium

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/thorium

 *

Plutonium

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Plutonium

 *

Radioaktivität

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktivität

 

radioaktive-strahlung.org:

http://www.radioaktive-strahlung.org/

 *

Ionisierende Strahlung

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ionisierende_Strahlung

 

Bundesamt für Strahlenschutz:

https://www.bfs.de/DE/themen/ion/einfuehrung/einfuehrung.html

 *

Uranwirtschaft

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uranwirtschaft

 *

Uranabbau - Uranförderung

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uranbergbau

 *

Uranverarbeitung

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Anreicherung

 *

Atommüll

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall

 *

MiK - Militärisch-industrieller Komplex

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Militärisch-industrieller_Komplex

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