18.09.2010: Demo in Berlin

Gelungener Widerstandsauftakt gegen Atomregierung

Berlin Hbf 18.09.2010Die ursprünglich am 18. September 2010 als „Umzingelung“ des Regierungsviertels gedachte Aktion in Berlin weitete sich zusätzlich zur Großdemonstration mit gut 100.000 Menschen aus. Das gesamte Areal zwischen Hauptbahnhof, Reichstag und Bundeskanzleramt mitsamt den dazwischenliegenden Flächen wurde von AKW-Gegnern besetzt. Dies ist ein schöner Erfolg. Dazu beigetragen hat in den letzten Wochen die schwarz-gelbe Bundesregierung selbst durch unsensibles und tolpatschiges Agieren bei ihrer Bestreben, der Atomindustrie bei der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und den damit verbundenen Milliardengewinnen besonders eilfertig zu Diensten zu sein. Das machte viele Menschen in diesem Land zusätzlich wütend.

Besonders hervorzuheben ist, dass bei diesem Protest alle Generationen stark vertreten sind. Von den alten Veteranen der 70er Jahre bis hin zu den Kindern, die sich einen Spass daraus machten, mit Radioaktivitätssymbolen beklebte Konservenbüchsen über den Zaun des Bundeskanzleramtes zu werfen.

dosen

Viele Initiativen mit einem besonders schönen Transparent liessen es sich nicht nehmen, sich zusammen mit tausend anderen Demonstranten auf der langen Treppe vor dem Bundestagsgebäude zu stellen und ordentlich Dampf abzulassen. Ob allerdings der Ruf nach „Neuwahlen“ wirklich Abhilfe schaffen wird, dürfte nach den ernüchternden Erfahrungen mit fast 10 Jahren Rotgrün und der von ihr zu verantwortenden jahrzehntelangen Bestandsgarantie für AKW´s (fälschlicherweise auch „Atomausstieg“ genannt), höchst zweifelhaft sein. Dem Deutschen Volke 1Tausende grüne und etwas seltener rote Parteifahnen waren im Übermass auf der Demonstration vertreten. Während der rotgrünen Regierungszeit waren diese Fähnchenschwenker in der Öffentlichkeit völlig abgetaucht, um nun in der Opposition mal wieder das ganz große Wort zu führen. Hierzu erübrigt sich jeder Kommentar.

Auffällig waren ebenfalls die vielen originellen Plakate, Transparente oder selbstgebastelten Figuren. Da wurde beispielsweise Angela Merkel ein leicht abgewandeltes Ulbricht-Zitat vor dem Mauerbau auf einem Plakat untergeschoben: „Niemand hat die Absicht, Eure Kinder zu verstrahlen!“

Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Bürgerinitiativen und Umweltverbänden hat gute Früchte getragen. Insbesondere die Mitmachkampagne “.ausgestrahlt“ war in der Lage, mit ihrer dem Zeitgeist angepassten Medienpolitik und Massenmail-Verteilern, viele Tausend Menschen zu mobilisieren.

Angela Ulbricht

Die Bundesregierung wird es in den nächsten Monaten sehr schwer haben, ihr Atomprogramm durzuziehen. Möglicherweise wird das Bundesverfassungsgericht ein Machtwort sprechen und die Entscheidungsbeteiligung der Bundesländer bei der Laufzeitverlängerung anmahnen. Am 23. Oktober 2010 ist der Castorstrecken-Aktionstag entlang der möglichen Castor-Transportstrecken. Voraussichtlich Anfang November findet der Castor-Transport nach Gorleben statt. Nach dem ermutigenden Auftakt können wir jetzt schon sagen: Dieser Herbst wird richtig „heiß“!

Horst Blume

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